27. August 2018 / 11:09 Uhr

Boris Becker: Das sind die Chancen von Zverev und Kerber bei den US Open

Boris Becker: Das sind die Chancen von Zverev und Kerber bei den US Open

Thomas Becker
Boris Becker spricht über die Grand-Slam-Chancen von Alexander Zverev und Angelique Kerber in Flushing Meadows.
Boris Becker spricht über die Grand-Slam-Chancen von Alexander Zverev und Angelique Kerber in Flushing Meadows. © imago/Montage
Anzeige

Tennislegende Boris Becker spricht im Interview mit dem SPORTBUZZER über die Chancen der deutschen Tennis-Stars bei den US Open, die am Montag in New York City starten.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

15 deutsche Tennisprofis gehen bei den US Open an den Start. Die größten Hoffnungen liegen auf der Kielerin Angelique Kerber (am Dienstag gegen die Russin Margarita Gasparjan), dem Hamburger Alexander Zverev (am Montag gegen den Kanadier Peter Polansky) und der Bad Oldesloerin Julia Görges (am Montag gegen die Russin Anna Kalinskaja). Görges ist nach ihrem Siegeszug bis ins Halbfinale von New Haven in guter Form. „Genießen und sehen, was dabei herumkommt“ ist ihr Motto für das Grand-Slam-Turnier in New York.

Der SPORTBUZZER hat bei Tennislegende und Head of Men’s Tennis im Deutschen Tennis Bund, Boris Becker, nachgefragt, was von Kerber und Zverev zu erwarten ist.

SPORTBUZZER: Herr Becker, von 1985 bis 1995 haben Sie in Flushing Meadows selbst auf dem Platz gestanden und 1989 im Finale Ivan Lendl, den neuen Zverev-Coach, bezwungen. Nun begleiten Sie das Turnier als Eurosport-Experte. Was trauen Sie Zverev zu?

Boris Becker: Grundsätzlich ist das alles eine Frage der Erfahrung. Er hat in diesem Jahr insgesamt seine Leistung von letztem Jahr bestätigt, sprich: Er hat fast alle Punkte des letzten Jahres verteidigt, was wichtig ist als Top-Ten-Spieler, damit er seinen Weltranglistenplatz hält. Er war die Nummer drei und ist jetzt die vier – das ist schon mal à la bonne heure. Das schafft nicht jeder und spricht auch für Qualität und Konstanz.

Bei den Grand Slams lässt er dies allerdings noch vermissen. In New York ist Zverev in fünf Versuchen bislang noch nie über die zweite Runde hinausgekommen.

Sie haben recht, bei den Grand Slams war er noch nicht so gut wie bei den Masters-Turnieren. An was das liegt, das weiß man nicht so genau. Ich glaube aber, dass es eine Frage der Zeit ist, bis er da den Durchbruch schafft und weit in die zweite Woche kommt. Das Ziel muss sein: konstant in die zweite Woche kommen – und irgendwann platzt dann der Knoten.

Deutschlands größtes Tennistalent: Die Karriere von Alexander Zverev in Bildern

Zur Galerie
Anzeige

Was bei Zverev auffällt, ist, dass sein Schläger oft dran glauben muss.

Er ist ein emotionaler Spieler, und wenn es nicht so läuft, muss der Schläger schon mal dran glauben. Aber damit ist er ja nicht alleine. Wenn man sich die Top Ten von heute oder früher anschaut: Die meisten Spieler machen ihren Schläger dafür verantwortlich, wenn ihnen ein Doppelfehler passiert. Das habe ich gemacht, das hat John McEnroe gemacht, das macht Nick Kyrgios. Rafael Nadal und Roger Federer ärgern sich auch manchmal, allerdings gehen sie mit ihrem Schläger etwas sanfter um, als wir das getan haben. Ich glaube nicht, dass man sich das abgewöhnen kann. Was sind denn die Alternativen? Auf dem Platz rumschreien, rumweinen, den Schuh auf die Tribüne schmeißen? Irgendwie muss mal der Frust raus. Bei ihm ist das dann halt der Schläger. Aber so ist es nun mal.

"Kerber zählt zu meinen Topfavoriten"

Angelique Kerber zertrümmert ihren Schläger eher selten, hatte in diesem Jahr mit ihrem Wimbledon-Sieg aber auch wenig Anlass dazu. 2016 gewann sie die US Open, im Jahr darauf flog sie gleich in der ersten Runde raus. Was trauen Sie ihr nun zu?

Ich zähle sie zu den absoluten Topfavoriten. Eine Wimbledon-Siegerin sollte man nicht mehr unterschätzen. Hartplatz ist normalerweise ihr bester Belag. Die Phase nach Wimbledon war sicherlich insofern schwierig, dass die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit wieder bei hundert Prozent ist – das ist immer fatal. Ich glaube, bei den US Open wird sie wieder topfit sein und sehr weit im Turnier kommen.

Angelique Kerber: Ihre Karriere in Bildern

Zur Galerie

Erzählen Sie mal: Wie ist es, nach dem Sieg in Wimbledon beim nächsten Turnier vom Olymp herabzusteigen und wieder in Runde eins ganz von vorne anzufangen?

Das ist schwierig. Aber mit diesem Problem ist sie nicht alleine, das haben eigentlich alle Topspieler. Weil sie praktisch vom Mount Everest kommen. Da ist die Motivation nicht optimal, man fühlt sich noch im siebten Himmel, muss aber den nächsten Gegner wieder ernst nehmen. Das ist emotional schwierig. Aber sie ist erfahren genug, wird sich wieder in ihre beste Form bringen und eine Topleistung bei den US Open zeigen, davon bin ich überzeugt.

Die aktuellen TOP-THEMEN

Mega-Sale: SPORTBUZZER-SHOP

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus aller Welt