DSC_4483_print_AbelTsigab_FelixHampel Abel Tsigab (links, hier im Bornreiher Sportwochenspiel im Duell mit Wallhöfens Felix Hampel) ist einer der vier neuen "Moorteufel"-Youngster. © Tobias Dohr
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Bornreihe: Nach dem Abstieg ist nicht vor dem Wiederaufstieg

Nach einem personellen Umbruch setzt der Landesligist vor allem auf vier Youngster aus dem Landkreis

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Nach dem Abstieg ist nicht automatisch vor dem Wiederaufstieg. Jedenfalls nicht, was die Erwartungshaltung beim SV Blau-Weiß Bornreihe angeht. Ja, die vergangene Saison in der Fußball-Oberliga Niedersachsen sei mega-anstrengend und lehrreich gewesen, gibt Bernd Böschen zu, der die Mannschaft im zweiten Jahr zusammen mit Andre Lütjen trainiert. Man wolle sich erst mal etablieren in der neuen Liga. Das obere Drittel peile man aber schon an.

Ähnlich wie vor einem Jahr sind bei den „Moorteufeln“ einige personelle Umbrüche im Gange. Nur mit dem Unterschied, dass diesmal nicht eine Reihe arrivierter – und überwiegend wieder verabschiedeter – Spieler von außerhalb geholt wurden. Ein einziger nur war es bekanntlich. Denn nicht nur der 26-Jährige Stürmer Patrick Müller vom TB Uphusen soll dem Team weiterhelfen. Gleich vier U 19-Spieler aus dem Landkreis werfen sie ins Landesliga-Haifischbecken. Schon in der nur mäßig erfolgreichen Saisonvorbereitung wurden die Youngster ins kalte Wasser geworfen. Was so nicht geplant war. Zahlreiche Ausfälle machten das nötig. Vorteil für die Newcomer: Sie erhielten relativ viel Praxis – wenn sie nicht gerade selbst verletzt waren. Jacob Geber zum Beispiel: Nur eine Trainingseinheit absolvierte er sowie ein starkes Sportwochenspiel als Sechser samt Torerfolg. Vorerst ist wegen einer Knochenhautentzündung am Schienbein nicht an einen Einsatz zu denken.

Phil Knauth hat im offensiven Mittelfeld oder im Sturm einen starken Eindruck hinterlassen. „Und sein Anlaufen hat mir auch gut gefallen“, so Böschen.  Abel Tsigab, gebürtig aus Eritrea, wirkt zunächst einmal recht schmächtig. Schnell und technisch versiert, wirbelte er schon auf der Außenbahn oder sogar auf der Spielmacherposition. „Es ist eine Freude, ihm im Training zuzuschauen“, lobt Bernd Böschen, schränkt aber ein: „Im Taktischen muss er noch lernen.“ Und dann gibt es da noch Dustin Hirsch, defensiv sehr vielseitig einsetzbar. „Für mich der Gewinner der Vorbereitung mit 100 Prozent Trainingsbeteiligung“, freut sich der Coach. Neuzugang Nummer fünf, Patrick Müller,  hat etwas gemischte Gefühle hinterlassen. Nicht wegen seiner Leistung. „Er hat einen gesunden Egoismus vorm Tor. Aber seine Rote Karte hätte nicht sein müssen“, ist Böschen etwas verstimmt. Müller hatte sich im Bezirkspokalspiel gegen Pennigbüttel einen Platzverweis eingehandelt mit drei Wochen Pflichtspielsperre. Obwohl noch nicht ganz in Bestform, könnte er das vielleicht spielentscheidende Element im Bornreiher Angriff werden. Jetzt schon zeigt sich für Bernd Böschen: „Patrick harmoniert sehr gut mit Jascha Stern, der einen Abnehmer für seine Flanken braucht.“

Und das ist ja noch nicht alles in Sachen Attacke. Torben Poppe, eher zentral spielend,  ist ja schließlich auch noch da. "Und er kommt jetzt auch in den Liga-Modus", freut sich Böschen. Beim Testspiel gegen Güldenstern Stade habe "der Lange" schließlich drei Buden gemacht. Auch Hendrik Lütjen, lange verletzt, sei auf einem guten Weg, dass auch über Bornreihes rechte Flanke ordentlich Druck komme. Unterm Strich also eine Offensive mit ganz unterschiedlichen Protagonisten. Was den Kontrast von jungen und älteren Spielern angehe, setzt man in Bornreihe auf eine schnelle Integration. Böschen: "Die Jungen können sich schnell durch Leistung Respekt verschaffen." Natürlich sollten sie sich Dinge abschauen, auch von der Einstellung her. Trotz der durchwachsenen Saisonvorbereitung ist Bernd Böschen optimistisch: "Die Jungs können da schon differenzieren und werden jetzt den Reset-Knopf für die Liga drücken." Im Übrigen seien die verlorenen Spiele ja auch lehrreiche Spiele gewesen: "Das waren alles ambitionierte Gegner, die Bornreihe unbedingt schlagen wollten." Und ja, es sei eine gewaltige Umstellung gewesen zu den Spielen in der Oberliga, wo Bornreihe stets unter Druck stand. Jetzt ist es umgekehrt, jetzt ist Bornreihe die agierende Mannschaft.

Aus dem Grunde haben die Bornreiher jetzt die Dreier-Abwehrkette mit doppelt besetzter Sechser-Position davor favorisiert. "Damit wir zentral einen Mann mehr haben", so Böschen. Dennoch erwarten die Bornreiher viele enge Liga-Spiele, weil etliche Konkurrenten mächtig aufgerüstet hätten. Ob man sich mit dem FC Hagen/Uthlede messen könne, dem Auftaktgegner am heutigen Sonnabend um 18 Uhr auf eigenem Platz? So direkt mag Böschen das nicht sagen: "Hagen ist ja auf allen Positionen doppelt besetzt." Schon von daher sei ein rauschendes Fußballfest wie beim 5:0 gegen Hagen im Mai 2016 eher unwahrscheinlich. Außerdem gibt's schon wieder etliche Ausfälle. Christian Leopold hat sich nach auskuriertem Jochbeinbruch einen Kapselanriss zugezogen. Niklas Huning hat mit Rückenproblemen zu tun. Bei Hendrik Lütjen, Jascha Stern und auch Torben Poppe (alle angeschlagen) wird sich erst kurzfristig entscheiden, ob sie spielen können. "Trotzdem hoffen wir natürlich auf gute Stimmung und viele Zuschauer", so Böschen.

Region/Bremen Bezirk Lüneburg Landesliga Bezirk Lüneburg (Herren) SV BW Bornreihe (Herren)

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