26. Mai 2018 / 17:28 Uhr

Box-Profi Amin Winter holt sich den deutschen Titel: "Es wird bis zur WM geboxt"

Box-Profi Amin Winter holt sich den deutschen Titel: "Es wird bis zur WM geboxt"

Simon Lange
Harter Einschlag: Amin Winter (links) schickt Andreas Maier auf die Bretter. 
Harter Einschlag: Amin Winter (links) schickt Andreas Maier auf die Bretter.  © Florian Petrow
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Amin Winter gewinnt den Kampf gegen Andreas Maier und darf sich nun deutscher Meister nennen. Nach zehn Runden Überlegenheit entschieden die Punktrichter einstimmig auf Sieg für Winter, der seinen Gegner bereits in der dritten Runde zu Boden brachte.

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Um 23.26 Uhr war die Nachtschicht beendet. Letzter Gong – und Amin Winter durfte die Arme hochreißen. Dass er gewinnen würde, war ihm längst klar. Die letzten der zehn Runden hatte er beim Schlagabtausch mit Andreas Maier schon ein Lächeln auf den Lippen. Winter hüpfte in jede Ringecke und ließ sich von den 550 Fans im Star-Event-Center von Vahrenheide feiern. Papa Imi Eminovic, der wohl tiefenentspannteste Trainer der Welt, nahm ihn herzlich in den Arm.

​"Es ist der Wahnsinn"

Um 23.29 Uhr gab’s Gewissheit per Urteil: einstimmiger Punktsieg für den PSV-Kämpfer, den selbsternannten Prinzen von Hannover. Mit dem breitesten Siegerlächeln stemmte der 25-Jährige den gigantischen Pokal des Deutschen Meisters in die Höhe. Der Halbweltergewichts-Titel (bis 63,5 Kilo) des Bundes der Deutschen Berufsboxer (BDB) war vakant gewesen. Winter schnappte ihn sich Freitag eindrucksvoll mit einem blitzsauberen Kampf gegen den chancenlosen Maier.

Der „Maestro“ aus Iserlohn zeigte wenig Meisterliches. Winter, bürgerlich Amet Eminovic, dagegen träumte noch im Ring gleich ganz groß: „Es wird bis zur Weltmeisterschaft geboxt“, tönte er mit Papa Eminovic. Warum auch nicht? Winter blieb im sechsten Profikampf seiner Karriere ungeschlagen. Der Erfolgsweg des hauptberuflichen Fahrlehrers hat gerade erst begonnen. „Es ist der Wahnsinn“, jubelte Winter. „Diesen Heimsieg habe ich mir nie so schön vorgestellt, wie er jetzt tatsächlich war.“

​Maier in Runde drei am Boden

Winter war sich schon in der ersten Runde siegessicher gewesen. „Da hat man gleich gesehen, dass der Gegner nicht die richtige Motivation hatte.“ Vater Imi Eminovic, der zusammen mit seinem Sohn, den Box-Abend in Eigenregie geplant und organisiert hatte, war „sehr, sehr stolz, hinter uns liegen sechs Monate harte Arbeit“. Die Nationalhymne aus der Kehle von Hannovers Schlagersängerin Isabel Krämer hatte den Kampf eingeläutet. Am Ringrand drückte Polizei-Präsident Volker Kluwe die Daumen für seinen Boxer Winter vom Polizeisport Verein.

Auch da: Axel Brockmann (Polizeipräsident von Niedersachsen), Stadtsportbund-Chefin Rita Girschikofsky, Star-Anwalt Matthias Waldraff, Ex-WBO-Champion Robert Stieglitz – und Nicolas Kiefer. Winter hatte gleich in der ersten Runde gezeigt, wer Herr im Ring ist. Auch Durchgang zwei dominierte er, tänzelnd, leichtfüßig. Immer gefährlich, ob mit der rechter Führhand oder der linken Schlaghand. In der dritten Runde schickte er Maier (33) auf die Bretter. Dabei war es noch nicht einmal ein Volltreffer. Maier wurde angezählt. Der Anfang vom Ende für den Iserlohner. Und der Beginn der Herrschaft des Prinzen von Hannover.

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