USER-BEITRAG Hat 05-Team zusammengeschweißt: Trainer Najeh Braham. © Swen Pförtner

Braham sorgt für neues Wir-Gefühl

1. SC 05 schlägt Tabellendritten Hildesheim verdient mit 2:1

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Göttingen. Als das 2:0 fiel, breitete Najeh Braham seine Arme aus und flog im Laufschritt einmal um die Trainerbank. Der neue 05-Trainer, so viel war zu diesem Zeitpunkt klar, hat seinem Team neues Selbstvertrauen eingeflößt, Willen, Kampfgeist und Mut. Und das lebte er an der Seitenauslinie mit, unermüdlich reklamierend, gestikulierend, antreibend und auch schimpfend. Am Ende schlug sein abstiegsbedrohter 1. SC 05, bis zur Partie mit fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer Tabellenvorletzter der Oberliga, den ambitionierten Tabellendritten VfV Borussia Hildesheim mit 2:1 (1:0), und das völlig verdient, weil er über weite Strecken der Partie die bessere Mannschaft war.

05 hatte vor der Pause mehr vom Spiel, mit einem Neuzugang Nigel Bier im linken Mittelfeld, der einmal mehr bewies, dass er eine echte Verstärkung ist. Bier war es auch, der Mitte der ersten Hälfte in den gegnerischen Strafraum eindrang, seinen überforderten und danach ausgewechselten Gegenspieler zum wiederholten Mal düpierte, gelegt wurde und einen Strafstoß rausholte. Kapitän Christian Horst übernahm Verantwortung und versenkte den Ball unten rechts.

Hildesheim wirkte danach defensiv zum Teil vogelwild und brachte in der Offensive nicht viel zustande, so dass es mit einer Führung in die Kabine ging. Wermutstropfen: Torjäger Robert Crespo, der schon gut mit Bier harmoniert, musste in der zweiten Hälfte verletzt draußen bleiben. Für ihn kam André Weide, um die bis dahin unsichere rechte Abwehrseite zuzumachen, wo Alexander Ludwig den verletzten Alexander Burkhardt vertrat.

Die positiven Eindrücke gegen einen allerdings auch enttäuschenden Gegner überwogen jedoch, auch in Durchgang zwei: 05 zeigte einen seiner besten Saisonauftritte. Die Spieler feuerten sich gegenseitig an, einer kämpfte für den anderen, es wurde auf dem Feld wieder miteinander gesprochen. Und vor allem: 05 ließ nicht nach, beschäftigte den Gegner, ließ ihn nicht zur Entfaltung kommen, und Keeper Niko Wolany erlebte einen fast beschäftigungslosen Nachmittag. Auf der Gegenseite stürmte Grzegorz Podolczak Steilpässen hinterher, zumeist allerdings glücklos: Er verstolperte Bälle, legte sie sich zu weit vor oder spielte Pässe ins Leere. Bis zur 83. Minute, als er den Ball am Gegenspieler vorbeilegte, sich gegen diesen durchsetzte und am herausstürmenden Torwart vorbei unten links traf. Podolczak stieg wie Phönix aus der Asche auf, Braham machte die Schwalbe, und die Fans waren verzückt.

Selbst als es nach einen Stocher-Gegentor (88.) noch mal eng wurde, musste man sich um 05 keine Sorgen machen. Sinnbildlich die Szene, als Youngster Ricardo Moreno-Morales dem Gegenspieler in der letzten Szene des Spiels den Ball souverän vom Fuß nahm. Göttingen hatte die Hildesheimer dermaßen geärgert, dass diese sich nach dem Schlusspfiff noch auf ein Handgemenge mit den 05-Spielern einließen.

Najeh Braham, so scheint es, hat der Mannschaft ein neues Wir-Gefühl vermittelt, das durchaus das Zeug dazu hat, sich auf den Anhang zu übertragen. "Wir wollen den Trainer sehen", wurde nach Ende des Spiels skandiert. 05 lebt wieder, dank eines hochmotivierten Trainers. Eine Schwalbe macht zwar noch keinen Sommer. Aber wenn sie hoch genug fliegt, scheint bald wieder die Sonne.

I. SC Göttingen 05 SC Spelle-Venhaus-HSC Hannover (12/03/2017 16:00) Oberliga Niedersachsen (Herren) Region/Göttingen-Eichsfeld I. SC Göttingen 05 (Herren)

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