Sachsenhausens Andor Müller. Sachsenhausens Andor Müller will auch in dieser Saison wieder zweistellig treffen. © Robert Roeske
Sachsenhausens Andor Müller.

Brandenburgliga: Sachsenhausens Andor Müller im Interview

Brandenburgliga: Sachsenhausens Andor Müller: "Es gibt keinen klaren Favoriten!"

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Andor Müller ist der Torschütze vom Dienst beim TuS Sachsenhausen. Mit seinem Verein steht er nach sechs Spieltagen auf Platz 4 der Brandenburgliga. Im Interview mit Marcel Peters spricht er über den Saisonstart, die Torjägerkanone und seinen neuen Sturm-Partner.

In den vergangenen acht Jahren Brandenburg-Liga stehen 111 Tore in 189 Spielen in deiner Statistik. Ich würde behaupten, damit bist du der gefährlichste Angreifer der letzten Jahre?

Müller: Man kann definitiv sagen, dass ich weiß, wo das Tor steht. Zusätzlich hatte in den letzten Jahren keine größere Verletzung. Aber vom gefährlichsten Angreifer der Liga kann man wohl nicht sprechen, Marcel Weckwerth hat ebenfalls die 100 Tore-Marke geknackt und wenn man bedenkt das Paul Döbbelin in etwa gleich viele Spiele und Tore erzielt hat, ist das schon etwas anderes. Hinzu kommen Spieler wie Lindner oder Lemke die ebenfalls immens wichtig für Ihre Teams sind. Ich habe es wohl von den Offensivkräften einfach am längsten in der Brandenburgliga ausgehalten.

"Zweistellig treffen sollte immer der Anspruch sein"

Du hast viele starke Stürmer genannt, aber in der Brandenburgliga hast du es als einer von wenigen in jedem Jahr auf eine zweistellige Anzahl von Toren gebracht. Ist das ein Ziel, welches du dir vor jeder Saison an dich selber stellst?

Müller: An einen Stürmer werden jedes Jahr Erwartungen gesetzt, die du natürlich erfüllen möchtest. Hinzu kommt der persönliche Anreiz, der Mannschaft mit wichtigen Toren weiterzuhelfen. Man wird mich wohl nicht allzu häufig im eigenen Strafraum in einer brenzligen Situation erleben, das machen unsere Jungs um Pilz, Wolter oder auch Pressmann schon hervorragend. Zweistellig zu treffen sollte aber für jeden Stürmer der Anspruch sein.

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Nun hast du seit dieser Saison mit dem eben erwähnten Paul Döbbelin einen Partner an die Seite gestellt bekommen, der ebenfalls recht gut weiß, wo das Tor steht. Stimmt die Harmonie zwischen euch schon?

Müller: Was die Offensive betrifft, denke ich, funktioniert es schon recht gut. Manche Laufwege fehlen noch, aber das geht eben nicht von heute auf morgen. In der Defensive gibt es allerdings noch reichlich Luft nach oben, aber auch das wird sich nach und nach einspielen.

Paul Döbbelin (r.) stürmt jetzt neben Müller. Paul Döbbelin (r.) kam aus Neustadt nach Sachsenhausen. © Roland Möller

Sechs Spiele absolviert, er hat sechs, du hast vier Buden auf dem Konto. Treibt ihr euch durch einen "Wettkampf" gegenseitig zu Hochleistungen?

Müller: Natürlich schaut man auf den anderen, will nicht allzu weit abfallen, aber im Grunde können wir uns nur gut tun und voneinander lernen. Es sollte trotzdem nicht nur der Anspruch sein, wer mehr Tore schießt. Paul hatte letztes Jahr 23 Treffer erzielt und ist mit Neustadt abgestiegen, insofern muss man ein gesundes Mittelmaß zwischen dem Torhunger und der Defensivarbeit finden. Er weiß aber, dass er sich jeder Zeit auf mich verlassen kann und ich weiß, dass hinter mir immer jemand steht, der mindestens genauso torgefährlich ist.

Wir sind nicht der gefährlichste Sturm der Liga

Man sagt, ihr hättet nun gefährlichsten Sturm der ganzen Liga. Teilst du diese Meinung?

Müller: Nein, die teile ich, Stand jetzt, nicht. Begründung? Das Sturmduo in Lübben um Lindner und de Brito Junior haben derzeit mehr Tore und die beiden schätze ich ebenfalls sehr stark ein. Außerdem müssen sich Weckwerth und Lemke ebenfalls nicht verstecken. Es gibt also zwei bis drei sehr gute Offensivabteilungen in der Liga.

Letzte Frage dazu, wer gewinnt am Ende die Torschützen-Krone?

Müller: Das ist schwer zu sagen, ich denke es entscheidet sich zwischen Romano Lindner und Paul Döbbelin. Einen klaren Favoriten wie im letzten Jahr gibt es diesmal nicht.

In der aktuellen Saison seid ihr noch ungeschlagen, Sieg und Unentschieden wechseln sich aber ab. Trotzdem zufrieden mit Saisonstart?

Müller: Wenn man bedenkt, dass wir gegen Lübben, Ludwigsfelde und Einheit Bernau, drei der stärksten Mannschaften der Liga, nicht verloren haben und das auswärts, dann kann man im Grunde zufrieden sein. Ein wenig ärgerlich ist es, wenn du gegen Lübben 2:0 führst und dann noch den Ausgleich kassierst. Sie haben aber bisher auch bewiesen, dass sie auf keinen Fall Laufkundschaft sind.

Der TuS Sachsenhausen steht nach dem 6. Spieltag auf Platz 4. Der TuS Sachsenhausen steht nach dem 6. Spieltag auf Platz 4. © Julius Frick

"Schön spielen bringt dich am Ende auch nicht nach vorne"

Jerome Malanowski vom Ligakonkurrenten OFC sagte mir im Gespräch, es sei die stärkste Brandenburg-Liga seit langem. Gibst du ihm da Recht?

Müller: Ja, ich denke das kann man so stehen lassen. Jeden Spieltag kann es eine Überraschung geben. Es gibt keinen ganz klaren Favoriten und auch keine Mannschaft die du schon jetzt abschreiben kannst. Ich denke durch Mannschaften wie Klosterfelde, Ludwigsfelde und die Bernauer Truppen hat die Liga wieder an Qualität zugenommen. Umso wichtiger ist es, auf sich selber zu schauen. Wir hatten im letzten Jahr die wenigsten Gegentore bekommen. Wenn man dies beibehalten kann, ist gegen jeden etwas zu holen.

Am nächsten Wochenende steht das Derby gegen den eben genannten OFC statt. Für euch liefen diese in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich. Habt ihr eine Art Erfolgsrezept?

Müller: Das Erfolgsrezept heißt: sich wie jede Woche gut auf den Gegner vorzubereiten und das werden wir durch das Trainerteam immer zu 100%. Sicher kann man sagen, dass wir in den letzten beiden Derbys nicht das gezeigt haben, was wir von uns selbst erwarten (bis auf das Ergebnis), aber in den 90 Minuten geht es auch nur um drei Punkte und da waren wir bisher mit unseren "53 langen Bällen" einfach deutlich effektiver. Schön spielen bringt dich am Ende auch nicht nach vorne, wenn die Punkte fehlen.

Das Stimmt! Viele Zuschauer, gute Stimmung, viel Temperament auf dem Platz. Was ist dein persönliches Highlight in so einem Derby?

Müller: Ein Sieg mit der Mannschaft und selbst zu treffen. Jeder der schon Mal in einem Derby ein Tor erzielt hat, weiß wovon ich spreche.

Andor Müller (r.) will sich mit Sachsenhausen oben festsetzen. Andor Müller (r.) will sich mit Sachsenhausen oben festsetzen. © Oliver Schwandt

Bis zur Winterpause sind es noch zwei Monate. Durch das Pokalaus gegen Rathenow könnt ihr euch komplett auf die Liga konzentrieren. Wo wollt und werdet ihr zur Pause stehen?

Müller: Das wird sich zeigen, da die Liga eben sehr ausgeglichen ist. Die Platzierung ist da nicht so wichtig. Im letzten Jahr haben wir in der Hinrunde 25 Punkte gesammelt, die wollen wir schon knacken um oben dran zu bleiben. Entscheidend wird auch der Start in die Rückrunde sein.

Sollte es in diesem Jahr mit der Meisterschaft klappen, werdet ihr das Aufstiegsrecht wahrnehmen?

Müller: Alle sind gut beraten, wenn man dieses Thema erst gar nicht in den Mittelpunkt stellt. Das verursacht nur ungewollten Druck und so etwas kann man hier nicht gebrauchen. Sollte es dennoch so kommen, das wir bis zur gesetzten Frist zur Meldung der Oberliga ganz oben dabei sind, gibt es wichtigere Dinge als der Wunsch eines einzelnen Spielers. Das muss finanziell und leistungsbezogen in allen Bereichen vom ganzen Verein getragen werden. Der Gedanke an die Oberliga reizt sicherlich jeden, aber alles zu seiner Zeit.

Die besten Brandenburgliga-Torschützen der vergangenen fünf Jahre

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