13. Oktober 2018 / 11:23 Uhr

Braucht Hannover 96 mehr Zerstörer wie Felipe? "Er ist ein bisschen wie Melissengeist"

Braucht Hannover 96 mehr Zerstörer wie Felipe? "Er ist ein bisschen wie Melissengeist"

Jonas Szemkus
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Einer der vielen Zweikämpfe zwischen Mario Gomez (vorne) und Felipe.
Einer der vielen Zweikämpfe zwischen Mario Gomez (vorne) und Felipe. © imago/Eibner
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Gegen den VfB Stuttgart zeigte Verteidiger Felipe gegen Mario Gomez, was er drauf hat. Er ließ dem Stürmer keine Luft zum Atmen und störte ihn, so gut es ging. Ein Mitgrund, dass Hannover 96 den ersten Dreier der Saison eingefahren hat.

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Den ersten Saisonsieg hat 96 eingetütet mit 3:1 gegen Stuttgart, in einer Woche geht’s um die nächsten Punkte – und die nächste Negativserie, die es zu bezwingen gilt. Wenn Hannovers Profis gegen Leverkusen in der BayArena auflaufen, ist der bisher letzte Auswärtssieg schon ein Jahr (2:1 in Augsburg) her. Ob die neue Härte aus dem VfB-Spiel hilft?

Nationalspieler Mario Gomez wirkte entnervt, schon bevor die Ärzte ihm den Turban anlegen mussten. 96-Verteidiger Felipe hatte den Stuttgarter mit einem Armwischer aus Versehen am Kopf getroffen. Auch sonst klebte Hannovers Brasilianer förmlich an dem Schwaben-Stürmer. Aus der kompromisslosen Verteidigung spielte 96 auch nach vorne effektiv. Braucht 96 für mehr Erfolge einfach noch mehr Härte?

Das ist die Krankenakte von 96-Verteidiger Felipe:

Oft verletzte sich der eigentlich starke Felipe. Aber wenn er spielt, zeigt er, wie wichtig er ist. Zur Galerie
Oft verletzte sich der eigentlich starke Felipe. Aber wenn er spielt, zeigt er, wie wichtig er ist. ©
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"Das hatten wir lange nicht"

Felipe fiel gegen Stuttgart auch 96-Ikone Dieter Schatzschneider positiv auf. „Das hatten wir lange nicht, dass mal so ein Gomez dasaß und ,Aua’ hatte“, scherzte Schatzschneider beim Kult-Talk „Anstoß“. Der Superstürmer vergangener Tage weiß, was Offensiven richtig auf die Nerven geht: „Der Felipe ist ein bisschen wie Melissengeist.“ Also beruhigend fürs 96-Herz: „Deswegen ist es schön, dass der wieder da ist. Das ist mal wieder ein gerader Junge.“

Und ein kompromissloser Aufpasser, Toreverhinderer, Balleroberer. „Man kann die Bälle ja von hinten schön rausspielen. Aber das Wichtigste ist doch erst mal die Balleroberung“, so Schatzschneider, „da ist mir ein Felipe zehnmal lieber, der auch mal auf kalt Eisen haut oder den Gomez wegarbeitet.“ Sein Appell: „Mir wäre es lieber, wir hätten noch einen Sechser, wie Lala oder Pinto es waren. Immer nur Bälle ablaufen ist auf Dauer zu wenig.“

Kompromisslos könnte es gegen Leverkusen klappen mit dem Ende des Auswärtsärgers. Das wiederum könnte die Chance für Marvin Bakalorz sein. Der ist der einzige ganz klassische Sechser mit Abräumer-Potenzial fürs defensive Mittelfeld, den André Breitenreiter im Kader hat. „Baka“ kennt seinen Ruf: „Ich bin halt ein Kämpfer und bringe eine gewisse Mentalität auf den Platz“, sagte er diese Woche im NP-Interview. Gegen Stuttgart wurde er in der 76. Minute für Stürmer Bobby Wood eingewechselt. „Baka“ brachte direkt Druck rein und hätte sogar fast ein Tor vorbereitet.

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Von Preußen Münster wechselte Marvin Bakalorz 2010 in die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund. Insgesamt drei Jahre blieb er im Ruhrgebiet. ©

Keine klassischen Kaputtmacher

Die bakalorzsche Kampfmentalität könnte 96 gegen die schlecht gestartete, aber (eigentlich) spielstarke Bayer-Werkself gut zu Gesicht stehen. Das findet auch Schatzschneider: „Ruhig mal im Zentrum mit drei Leuten spielen, mit Bakalorz dahinter. Schwegler und Walace können es auch offensiv und Torgefahr ausstrahlen. Da können wir noch mehr Kapital herausholen.“

Der Brasilianer und der Vizekapitän können es zwar auch auf der Sechs und sind zweikampfstark, sie sind aber keine klassischen Ka­puttmacher des gegnerischen Spiels. Die besondere Stärke liegt im Spielaufbau, im Einleiten von Chancen. Das gilt auch für Iver Fossum, der gegen Stuttgart zumindest für die letzten drei Minuten ran durfte, als Schwegler stehend k. o. war. Fossum leitete das entscheidende 3:1 ein. Und 96-Coach Breitenreiter war ganz angetan nach dem Kurzeinsatz: „Wir haben gesehen, wie Iver in wenigen Minuten auffällig und ballsicher spielen kann. So wünscht man sich das.“

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