11. Januar 2018 / 15:26 Uhr

Brinkumer Frauen kommen nach Anlaufschwierigkeiten in Fahrt

Brinkumer Frauen kommen nach Anlaufschwierigkeiten in Fahrt

Lars Lucke
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Steigerten sich in der Hinrunde der Verbandsliga von Spiel zu Spiel: Brinkums Frauen (blau). © Jonas Kako
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Hinrunden-Analyse: Die Fußballerinnen des Brinkumer SV finden sich allmählich in der Verbandsliga zurecht

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13 Punkte und der zehnte Platz, für die Fußballerinnen des Brinkumer SV ist das keine schlechte Bilanz nach ihrem ersten Halbjahr in der neu zusammengesetzten Fußball-Verbandsliga Bremen. Allein die Tordifferenz mit 29:64 Toren trübt den Eindruck und verweist auf die Startschwierigkeiten, die das von Marcel Flämig trainierte Team nach einer erfolgreichen Landesligasaison eine Etage höher zu bewältigen hatte. „Wir wussten nicht genau, was auf uns zukommt und sind anfangs etwas zu blauäugig in die Spiele gegangen“, erinnert sich der Trainer insbesondere an die Partien eins und drei, als es gegen die Favoriten ATS Buntentor II und TuS Schwachhausen ging. Mit 0:11 und 0:15 gab es deutliche Abreibungen und reichlich Lehrgeld zu zahlen. „Zu Beginn ist es uns nicht gelungen, uns auf den Gegner und dessen Spielweise einzustellen“, rekapituliert Flämig heute, „zudem reichten aufgrund der höheren Laufintensität die Kräfte kaum für zwei gute Halbzeiten.“

Obwohl Erfahrung und Kondition nicht genügten, um sich mit den Ligagrößen zu messen, machte zwischendurch der 3:2-Auswärtserfolg beim Blumenthaler SV Hoffnung und erhielt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Schnell wurde klar, dass eine schwierige Saison bevorstehen würde, zumal der mit 22 Spielerinnen formal ordentlich besetzte Kader durch Verletzungen, Schichtdienste oder Uni-Zeiten allzu oft ausgedünnt daherkam. „Trotzdem wollten wir natürlich nicht als Kanonenfutter enden“, sagt Marcel Flämig und verweist auf die Langfristigkeit des Brinkumer Projekts: „Wir wollen hier etwas aufbauen, also geht es auch darum, so gut abzuschneiden, dass wir das Interesse neuer talentierter Spielerinnen wecken können.“ Der Plan geht auf: Mit Catharina Wecky, die zuvor in Osnabrück gespielt hat, und der erst 16-jährigen Straßenfußballerin Rin Ramadan sind bereits zwei Neue dazugestoßen, die nach der Winterpause einsteigen werden.

Dennoch setzt der Trainer vornehmlich auf die Weiterentwicklung des bestehenden Personalstamms, angeführt von Ehefrau Jacqueline Flämig und der erfahrenen Abwehrstrategin Heike Laurinat. Mit Torhüterin Milena Daneke, Spielgestalterin Vanessa Castens, Neuzugang Svenja Exner und Torjägerin Marina Meyer steht zudem eine Achse bereit, die in vielen Spielen den Unterschied ausmachen kann. Speziell Marina Meyer ist mit fortlaufender Saisondauer immer besser in Tritt gekommen und hat sich mit zwölf Treffern auf den sechsten Rang der Torschützinnenliste vorgeschossen. Marcel Flämig schätzt die Stürmerin sehr, weiß aber auch, wie abhängig der Erfolg vom Zusammenspiel auf dem Platz ist: „Natürlich ist Marina eine wichtige Figur“, so der Coach, „aber die Räume, in die sie mit ihrem hohen Tempo stößt, macht vorher Sturmpartnerin Anne Bader frei.“

Teamgeist und Kollektivleistung sind auch in Brinkum die entscheidenden Faktoren, um einerseits Spiele zu gewinnen und andererseits die mitunter herben Niederlagen, die der Neusortierung der Bremer Verbandsliga geschuldet sind, ohne Motivationsverlust zu erdulden. Dennoch sorgen individuelle Leistungssprünge für besondere Zufriedenheit, wenn beispielsweise Christin Kretschmar – als Anfängerin gekommen – nun in Torsten-Frings-Manier das Zentrum aufräumt. Oder wenn die gelernte Innenverteidigerin Sarah Eikermann mit starken Laufwegen und immensem Pensum immer wieder das Mittelfeld überbrückt. Einzelne herauszuheben ist des Trainers Sache trotzdem nicht, vielmehr gilt es, sich als Team weiter zu verbessern: „Wir müssen in der Rückwärtsbewegung schneller agieren“, deutet Flämig an, „unser Umschaltspiel ist ausbaufähig, und bei der Effizienz vor dem Tor können wir auch zulegen.“ An diesem Donnerstag erwarten Flämig und Co-Trainer Stefan Schulze zum Trainingsauftakt vollen Einsatz. Drei Hallenturniere stehen auf dem Programm, dazu Testspiele gegen Geestemünde und Wildeshausen, bevor dann im März die letzten beiden Vorrundenspiele gegen den SVEintracht Aumund und den TS Woltmershausen anstehen. Dann erst wird sich zeigen, ob der BSV um die Plätze fünf bis acht in der Verbandsliga oder um die Landesmeisterschaft (Plätze neun bis zwölf) spielt.

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