10. Januar 2019 / 10:43 Uhr

Brinkumer SV: Der leidensfähige Meister

Brinkumer SV: Der leidensfähige Meister

Thorin Mentrup
Daran anknüpfen, wo man aufgehört hat: Das ist der Auftraf für Marcel Dörgeloh (rechts) und den Brinkumer SV.
Brinkums Dauerbrenner: Nur Marcel Dörgeloh (rechts) stand in allen Punktspielen auf dem Platz. © Kako
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Nach einem verkorksten Start schafft der Bremen-Ligist die Wende und plant bereits für die kommende Saison

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Den 31. August 2018 würden Verantwortliche und Spieler des Brinkumer SV am liebsten vergessen. „Das war das schlimmste Spiel meiner Karriere, glaube ich“, haben sich die quälenden 90 Minuten nicht nur bei Trainer Dennis Offermann eingebrannt. 0:8 verlor seine Mannschaft gegen den Bremer SV. Gegen eine der beiden Übermannschaften der Liga zwar, aber das war des Schlechten dann doch zu viel. An diesem 31. August erreichte der Brinkumer SV den Tiefpunkt. Spätestens jetzt war von der Meistereuphorie nichts mehr übrig. Und doch sieht die Welt heute, 131 Tage später, wieder ganz anders aus. „Wir blicken positiv in die Zukunft“, strahlt Offermann Optimismus aus.

Denn der missglückte Auftakt mit nur vier Punkten aus den ersten fünf Spielen ist nur eine Geschichte der ersten Saisonhälfte, die auf Brinkumer Seite geprägt war von der Suche nach der Form der Meister-Rückrunde, aber auch nach der Konstanz. Diese fand die Offermann-Elf erst im Schlussspurt mit sechs Siegen aus sieben Spielen. Der sechste Tabellenplatz war am Ende das Maximum. „Für uns überwiegt, dass wir es trotz der widrigen Umstände geschafft haben, uns zu stabilisieren. Das ist das, was wir mitnehmen wollen in die Rückserie“, betont Offermann. Eine Situation wie zu Saisonbeginn wollen die Brinkumer dann nicht noch einmal erleben. Schon die Vorbereitung war nicht optimal, der Start mit dem 1:1 beim KSV Vatan Sport und dem 0:1 gegen Aufsteiger SFL Bremerhaven verlief dann auch enttäuschend. Anders als im vergangenen Winter, als die Ergebnisse in der Vorbereitung ebenfalls nicht passten, konnten die Brinkumer dieses Mal zum Beginn der Punktspielrunde nicht den Schalter umlegen.

Vieles war zuletzt nicht gut. Der von Dennis Offermann trainierte Brinkumer SV ist deswegen gegen SFL Bremerhaven um Wiedergutmachung bemüht.
Holte mit seiner Mannschaft zum Saisonauftakt nur vier Punkte aus den ersten fünf Spielen: Brinkum-Trainer Dennis Offermann. © FR
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Viele Probleme

Offermann macht mehrere Punkte für die teilweise frustrierende Hinserie aus. Auf dem Transfermarkt sei die Meisterschaft keine Hilfe gewesen. Auch die Spätfolgen des Titelgewinns zeigten sich deutlich: „Der eine oder andere Spieler ist nach der Meisterschaft in ein Loch gefallen. Die Motivation hat ein bisschen gefehlt. Das müssen wir uns ankreiden lassen. Wir hätten als Funktionsteam vielleicht sensibler mit dem Thema umgehen müssen“, analysiert Offermann ehrlich. Den Erfolgshunger aller Spieler zu wecken, erwies sich als schwierige Aufgabe. Brinkum kam nicht in Schwung. Das lag auch an zahlreichen Verletzten. Nur Marcel Dörgeloh bestritt alle 17 Punktspiele. Die personellen Probleme waren teilweise so groß, dass Offermann selbst auf den Rasen zurückkehrte. „Das ist natürlich nicht der Plan“, sagt der 38-Jährige, auch wenn er beim 3:0 gegen Vatan Sport selbst traf. Seiner Vorstellung näher kam da schon Jonas Knüppel: Der A-Jugendliche vom JFV Weyhe-Stuhr, der im zentralen Mittelfeld beheimatet ist, bestritt sieben Punktspiele für den Meister. „Jonas hat es extrem gut gemacht und sich schnell entwickelt. Auf Talente zu bauen wird unser Weg sein“, freut sich Offermann über den spielstarken Jungspund, der mächtig Eindruck hinterließ. Ihm gehört die Zukunft, auch wenn er aufgrund der Doppelbelastung am Jahresende nur noch in der Jugend zum Einsatz kam.

Knüppel hat mit seinem Einsatz dazu beigetragen, dass der Meister die Wende doch noch schaffte. Es war ein schwieriger Balance-Akt für das Rumpfteam, das offensiv seine Stärke wiederfand, defensiv jedoch nicht immer sicher stand. So erklären sich Spektakel-Spiele wie gegen die Leher TS, den Blumenthaler SV (jeweils 5:3) und den SC Borgfeld (7:3). Es waren Siege des Willens. „Man kann vor der Mannschaft wirklich nur den Hut ziehen, was sie in den letzten Monaten geleistet hat. Ich glaube nicht, dass jede Mannschaft diese Willenskraft hätte aufwenden können“, lobt Offermann die Leidensfähigkeit seines Teams, das sich auf dem Zahnfleisch in die Winterpause schleppte.

Auf weniger personelle Engpässe hoffen die Brinkumer in der zweiten Saisonhälfte. Wenn das Training in der kommenden Woche wieder beginnt, werden einige Rekonvaleszenten zurückerwartet, unter anderem Esin Demirkapi, der nach seinem Kreuzbandriss auf dem Weg der Besserung ist. Mit Sören Kölsch sowie Jan-Moritz Höler und Tom-Cedrik Gronewold hat Offermann darüber hinaus drei neue Alternativen. „Das ist für den Konkurrenzkampf extrem wichtig. Wenn jeder weiß, dass er spielt, ist das nicht gut. Im Mannschaftssport braucht man eine Konkurrenzsituation. Aber es ist auch für die Stimmung allgemein gut. Ein Training mit nur acht Spielern macht nicht so viel Spaß wie eins mit 15, 16 oder 17 Mann“, sieht der Trainer gleich mehrere positive Aspekte durch die drei Neuzugänge, denen er attestiert, charakterlich gut in die Mannschaft zu passen. Fehlen werden zum Auftakt wohl nur Jakob Raub (Nasen-OP) und Jannik Bender, der mit seiner Knieverletzung noch länger ausfallen wird.

Der Fokus der Brinkumer richtet sich bereits auf die Spielzeit 2019/20. „Das ist in unserer Situation logisch. Jetzt, wo wir personell wieder variabler sind, wollen wir das auch im System sein. Wir wollen schon jetzt für die neue Saison arbeiten. Das bedeutet auch, dass wir die Verletzten behutsam aufbauen und ans Team heranführen. Wir werden da nichts überstürzen“, erklärt Offermann, dass die Restrunde auch ohne Titelchance alles andere als ein verlorenes Halbjahr werden soll. „Wir wollen trotzdem das Bestmögliche erreichen“, unterstreicht der Trainer die weiterhin hohen Ansprüche am Brunnenweg. Bis zum dritten Rang sind es nur fünf Punkte. Dieser Platz wäre in der Endabrechnung versöhnlich – und würde helfen, den 31. August 2018 ein Stück weit vergessen zu machen.

Wir haben für euch jeden Wechsel in der Bremen-Liga, Landesliga und Bezirksliga Bremen in der Galerie aufgeführt!

DJK Germania Blumenthal --> TSV Lesum Burgdam. Mit Izzet Bekar (Mitte, hier noch im Trikot des SV Türkspor/Archivbild) bekommt der Letzte der Landesliga jede Menge Erfahrung. Zur Galerie
DJK Germania Blumenthal --> TSV Lesum Burgdam. Mit Izzet Bekar (Mitte, hier noch im Trikot des SV Türkspor/Archivbild) bekommt der Letzte der Landesliga jede Menge Erfahrung. ©
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