03. August 2018 / 09:29 Uhr

BSG Chemie-Coach Demuth: „Wir wollen wieder hoch“

BSG Chemie-Coach Demuth: „Wir wollen wieder hoch“

Uwe Köster
Chemie-Coach Dietmar Demuth hat als Saisonziel den Wiederaufstieg in die Regionalliga ausgegeben. Sein Präsident Frank Kühne dürfte diese Worte gern vernehmen. 
Chemie-Coach Dietmar Demuth hat als Saisonziel den Wiederaufstieg in die Regionalliga ausgegeben. Sein Präsident Frank Kühne dürfte diese Worte gern vernehmen.  © Christian Modla
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Der Trainer der Grün-Weißen spricht im Interview u.a. über die Favoritenrolle, Aufstiegsdruck und Regensburg

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Leipzig. Am Sonnabend (14 Uhr) startet die BSG Chemie Leipzig bei Blau-Weiß Zorbau in die Oberliga-Saison. Chemie-Trainer Dietmar Demuth, 63, über Erwartungen, Druck und Regensburg.

Ist der Abstieg abgehakt oder schmerzt der noch immer?

Bei mir schmerzt es noch. Bei den Spielern nicht mehr, glaube ich. Mir persönlich tut es weh, weil es irgendwie absehbar war. In der ersten Halbserie hat die Qualität nicht gereicht, es wurde viel zu spät umgesteuert.

Ist die Mannschaft jetzt besser oder schlechter als die, die vor zwei Jahren in der Oberliga durchmarschiert ist?

Kann man nicht vergleichen, das ist jetzt eine andere Situation. Vor zwei Jahren waren wir Aufsteiger, da war die Euphorie da, keiner hatte uns richtig auf dem Zettel. Alle haben sich zwar gefreut, weil wir Zuschauer mitgebracht haben. Aber sportlich konnte man uns nicht einschätzen. Das war sicher unser Faustpfand. Klar war eine gewisse Qualität da für die Oberliga, aber unterschätzt haben uns die anderen trotzdem. Das wird in dieser Saison nicht passieren. Wir sind Absteiger, kommen aus der vierten Liga. Jetzt sind wir die Gejagten. Jeder Trainer wird sagen, wenn wir gegen Chemie einen Punkt holen, das ist geil.

Also ist Chemie der Liga-Favorit.

Natürlich, wir brauchen uns auch nicht anders zu verkaufen. Wir müssen dementsprechend auch eine breite Brust zeigen.

Wenn so klar vom Ziel Aufstieg die Rede ist, erzeugt das nicht zu viel Druck?

Nein, überhaupt nicht.  Man muss ein Ziel haben, Ziele sind immer gut. Unser Ziel kann nur der Wiederaufstieg sein. Das habe ich vom ersten Tag an gesagt. Das muss in die Köpfe rein. Sicher wird es schwer. Aber es ist nicht ein Spiel, was wir entscheiden müssen.

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Wen haben Sie als größte Konkurrenten im Aufstiegsrennen auf dem Zettel?

Inter natürlich, dann vielleicht Gera, Eilenburg. Die meisten werden es nicht sagen, wir sagen es offiziell: Wir wollen wieder hoch.

Wie zufrieden sind Sie mit der Vorbereitung?

Die ist normal gelaufen. Zum Glück gab es keine schweren Verletzungen.

Was sind noch die größten Baustellen?

Baustellen gibt es immer. In der Defensive stehen wir noch nicht so, wie ich mir das vorstelle. Offensiv haben wir ansatzweise gezeigt, dass wir Qualität haben. Mit fehlt noch im Zentrum die Durchschlagskraft.

Haben die Neuzugänge überzeugt?

Die haben sich gefunden. Max Keßler macht mir momentan sehr viel Freude. Auch Eric Berger hat gezeigt, dass er körperlich gegenhalten kann.

Muss personell noch nachgelegt werden?

Wir werden mit dem jetzigen Kader loslegen. Man muss auch schauen, was finanziell machbar ist.

Wie sieht es im Nachwuchs aus? Kann es da in den nächsten ein, zwei Jahren jemand ins Team schaffen?

Noch nicht, nein.

In den Testspielen hat der 18 Jahre alte Yahya Jawneh auf sich aufmerksam gemacht. Wäre der nicht ein Kandidat?

Er darf bei mir gar nicht spielen, weil er keinen Pass hat. Yahya ist als Flüchtling gekommen, ist nur geduldet. In der zweiten Mannschaft darf er spielen. Das ist alles etwas kompliziert.

Er soll ein Riesentalent sein ...

Ja, der hat schon was drauf.

Ist es schwer, sich auf Zorbau zu konzentrieren, weil alle ans Pokalspiel gegen Regensburg denken?

Das glaube ich nicht. Die Konzentration aufs nächste Spiel haben wir  immer gut hinbekommen.  Auch im Aufstiegsjahr, wie wir da gejagt wurden. Da sind wir immer schön stabil geblieben. Das ist eine Stärke der Mannschaft.

Sie denken noch nicht an Regensburg?

Nein, noch nicht.

Werden Sie die mal beobachten?

Quatsch. Die müssen uns angucken. Wir brauchen uns dafür doch gar nicht besonders motivieren. Die werden sich erstmal umgucken, wenn sie aus ihrem neuen Tempel zu uns kommen.

Jahn-Trainer Achim Beierlorzer weiß sicher, was Regensburg in Leutzsch erwartet und wird seine Spieler briefen.

Der weiß es, klar. Aber erzählen und selbst erleben ist immer noch was anderes. Die Hütte wird voll sein. Dann die Umkleide, der Platz. Erstmal müssen sie uns knacken. Und wenn sie uns knacken, dann ist es normal.

Worüber reden wir in fünf, sechs Jahren?

Wenn ich da noch lebe... Aber ich sehe ja, was hier los ist, was hier machbar ist. Wenn man hier Profitum hinbekommt, darf man auch mal an die dritte Liga denken. Lok macht es ja jetzt vor, die haben reelle Chancen aufzusteigen.  Und wir auch.

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