19. August 2018 / 17:30 Uhr

BSG Chemie Leipzig im Ausnahmezustand – Sieg im DFB-Pokal

BSG Chemie Leipzig im Ausnahmezustand – Sieg im DFB-Pokal

Matthias Roth
Chemies Alexander Bury (l) und Benjamin Schmidt jubeln nach dem Ausgleich zum 1:1.
BSG Chemie Leipzig im Ausnahmezustand – Sieg im DFB-Pokal © dpa
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Der grün-weiße Wahnsinn geht weiter. Der Oberligist aus Leutzsch setzt sich in der ersten Runde des DFB-Pokals 2:1 (0:1) gegen den favorisierten Zweitligisten SSV Jahn Regensburg durch. 4999 Zuschauer verwandeln den Alfred-Kunze-Sportpark in ein Tollhaus.

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Leipzig. Damit hat er sich ein Denkmal gesetzt. Kai Druschky hat die BSG Chemie Leipzig in der Nachspielzeit mit seinem schwachen rechten Fuß in die nächste Runde des DFB-Pokals geschossen. Viereinhalbtausend Zuschauer waren am Sonntagnachmittag außer Rand und Band. Der Rest schaute im Gästeblock bedient hinter dem Trennzaun hervor.

In der 20. Minute war klar, der Wunsch von Chemie-Vorstandschef Frank Kühne wird sich nicht erfüllen. Er hatte ein 1:0 für die BSG vorausgesagt. Da machte Regensburg aber nicht mit. Nach einer Ecke bekamen die Gastgeber den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Albion Vrenezi schlug das Spielgerät mit einer langen Flanke zurück in den Leipziger Strafraum und Julian Derstroff verwandelte völlig frei per Volleyschuss zur Führung für die Gäste. Kühne dürfte es nach dem Abpfiff egal gewesen sein.

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Hingedeutet hatte darauf nichts. Es war die erste Gelegenheit für den SSV Jahn. Chemie bestimmte die Partie in der Anfangsphase, attackierte früh und drückte mutig in der Offensive. Der Lohn: Alexander Bury hatte schon in der 5. Minute die Führung auf dem Fuß, traf aber aus elf Metern Torentfernung den Ball nicht richtig.

Die Stimmung im ausverkauften Alfred-Kunze-Sportpark heizte diese Aktion nur zusätzlich an. „Wir lagen träumend im Gras“ formulierten die Leutzscher Fans auf einem Banner und blickten damit auf die Anfänge in der Kreisklasse nach der Neugründung des Vereins zurück.

Und noch ein Thema bewegte die Anhänger: Die Rückkehr von Michael Kölmel, der einst den FC Sachsen wirtschaftlich begleitete, ins Sponsoring des Vereins. Er hatte sich den Werbeplatz auf der Trikotbrust nur für diese Partie gesichert. „Herr Kölmel, Hände weg von der BSG!“, war noch eine der freundlicheren Botschaften.

Euphorie pur im Alfred-Kunze-Sportpark: Die Fans der BSG Chemie Leipzig feiern ihre Mannschaft.

Gepostet von Sportbuzzer Leipzig am Sonntag, 19. August 2018

Stimmungsvolles Adieu für "Schlüchte" und Co.

Der Rückstand schockte die Gastgeber nur kurz. Chemie spielte weiter mutig, blieb aber ohne zwingende Chance bis zur Pause. Regensburg versuchte es immer wieder mit Nadelstichen, bekam gegen die engagiert verteidigenden Grün-Weißen aber zumeist keinen Zugriff in der Offensive.

Was war noch in der ersten Halbzeit? Beide Fanlager nebelten das Stadion kurzzeitig mit Bengalos ein. Ein emotionaler Augenblick in der Pause. Die BSG verabschiedete gleich acht Spieler vor stimmgewaltiger Kulisse, darunter mit Sven Schlüchtermann und Marco Blanc auch Akteure, die den Weg aus den Niederungen der Kreisklasse mitgegangen waren.

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Und es wurde noch besser für die Chemiker. Nach einer ungenutzten Großchance von Max Keßler in der 58. Minute aus kurzem Winkel, schlug der gerade eingewechselte Philipp Wendt schließlich in der 69. Minute zu. Kai Druschky bediente  ihn mit einem akkuraten Pass. Wendt umkurvte Regensburgs Benedikt Saller und schob durch die Beine von Jahn-Keeper André Weis zum Ausgleich ein. Gästetrainer Achim Beierlorzer reklamierte heftig. Saller war beim Zweikampf mit Wendt gestürzt und die Regensburger hatten einen Körperkontakt ausgemacht.  Ein Pfiff blieb aus.

Die Schlussphase entwickelte sich zum Pokalfight pur. Druschky hatte für Chemie die Führung auf dem Fuß, auf der anderen Seite traf Andreas Geipel den Pfosten. In der ersten Minute der Nachspielzeit der Megawahnsinn. Druschky zog aus rund zwanzig Metern ab und traf zum Sieg. Es folgte Ausnahmezustand in Leutzsch.

Übrigens: Sky-Moderator Jörg Dahlmann wird in Leutzsch in der zweiten Runde mit offenen Armen für die nächste Sensation empfangen. Er gilt als Reporter für die Überraschungen. Am Sonnabend saß er beim Ulmer Sieger über Frankfurt am Mikrofon, einen Tag später dann in Leutzsch.

(mit Uwe Köster)

Die Statistik zum Spiel:

*BSG Chemie: * Latendresse-Levesque - Wajer,  Karau, B. Schmidt , L. Schmidt, Wendschuch , Heinze (66. Wendt), Keßler (66. Schmidt, F.) , Böttger,  Bury, Druschky (93.Rode)

Jahn Regenburg: Weis - Saller, Sörensen, Correia, Nandzik, Geipl, Nietfeld (79. Lais), Stolze, Derstroff (62. Adamyan), Vrenezi (70. Hyseni) , Grüttner 

Tore: 0:1 Derstroff (20.), 1:1 Wendt (69.), 2:1 Druschky (90.+1)

Zuschauer: 4999

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