Chemie Leipzig kommt trotz Überzahl nur zu einem torlosen Remis gegen den FC International (13) (Alexander Prautzsch) Trotz Überzahl kommt Chemie Leipzig nur zu einem torlosen Remis gegen den FC International. © Alexander Prautzsch
Chemie Leipzig kommt trotz Überzahl nur zu einem torlosen Remis gegen den FC International (13) (Alexander Prautzsch)

Chemie rennt an, Inter hält das 0:0

Oberliga-Stadtderby spannend, aber torlos, Gäste-Coach Backhaus lässt danach Dampf ab.

BUZZER DEINE MEINUNG!

  • Fail -
  • Läuft -
  • Krass -
  • WTF -
  • Kopf Hoch -
  • Peinlich -
Anzeige

Leipzig. Leipzigs Oberliga-Stadtderby zwischen Chemie und Inter fand keinen Sieger, endete 0:0. Trotzdem sahen die 1775 Zuschauer im Alfred-Kunze-Sportpark ein rassiges Match, mit Aufregung gleich nach der Pause – und auf der Pressekonferenz.

Inter-Trainer Heiner Backhaus und sein Team waren zum Teil übel bepöbelt worden, wobei der Begriff Ratte zu den harmloseren Beschimpfungen gehörte. Nach dem Spiel erklärte er emotional, was er von dem erlebten Hass hält. Auf die Frage, warum Inter in Leipzig anhaltend unbeliebt sei, entgegnete Backhaus: „Wir sind Anti gar nichts wir sind Pro. Wir haben ein Thema, dem sich jeder stellen sollte – Integration. Wir haben sieben U21-Spieler, sie sind in Leipzig geboren oder im Umkreis von 30 Kilometern. Wir kümmern uns um Kinder aus der Eisenbahnstraße, die wollt ihr hier auch nicht haben, liebe Antifa.“

Chemie-Vorstand Frank Kühne dazu: „Ich kann ihn etwas verstehen, er stand 90 Minuten unter Druck. Aber beim Vergleich mit der Antifa hat er sich in der Wortwahl vergriffen.“

Keine Tore beim Duell der Grün-Weißen gegen die Backhaus-Elf.

Zum Spiel: Obwohl Chemie gleich die Offensive suchte, dauerte es bis zur 24. Minute, ehe die erste wirklich gefährliche Situation vorm Gästetor entbrannte, als ein Freistoß von rechts in den Strafraum flog. Zwei Minuten später sorgte Keeper Marcus Dölz gegenüber selbst für Unruhe: Ein Haken gegen Inter-Sturmspitze Kimmo Hovi glückte noch, das Abspiel danach landete in den Füßen von Kay Druschky. Der ließ jedoch Gnade walten.

Von da an wurde Chemie immer dominanter, bekam das Spiel zunehmend in den Griff. Als Alexander Bury über den rechten Flügel einmal mehr loszog und nach innen gab, nahm Tommy Kind dem besser postierten Tim Bunge den Ball vom Fuß (38.). Das war ebenso Glück für Inter wie zwei Minuten später, als Mittelfeldmann Lars Schmidt aus etwa 18 Metern mit seinem linken Fuß wunderbar abzog, der Ball die lange Ecke aber knapp verfehlte. Weitere zwei Minuten darauf zeigte Chemies „neuester Schmidt“ nochmals, welch prächtige linke Klebe er besitzt, wenngleich das Leder erneut nicht den Weg ins Netz fand.

Halbzeit zwei begann mit einem Paukenschlag. Tim Bunge wurde über links auf die Reise geschickt, FCI-Torwart Eduardo Calvo Martin eilte aus seinem Kasten. Aber zu spät, so dass er statt den Ball den Stürmer traf – sogenannte Notbremse mit klarer Folge: Rot in der 46. Minute. Inter-Coach Heiner Backhaus opferte mit Ogün Gümüstas einen Stürmer, um Ersatztorwart Herbert Schötterl ins Tor stellen zu können. Dieser machte seine Sache eine Viertelstunde lang gegen die immer bedrohlicheren Chemie-Angriffe gut, bis er sich am Knie verletzte, Verdacht auf Kreuzbandriss. Eine genaue Diagnose soll es heute geben. Inter-Keeper Nummer drei musste ran, Fritz Pflug hielt die Hütte gleichfalls sauber. Auch mit etwas Fortune, und weil die Abwehr an diesem Tag Inters bester Mannschaftsteil war. Domgmin Kim, Gino Böhne ragten ebenso noch heraus wie der eingewechselte Gerald Muwanga. Dabei entfachten die Leutzscher durchaus ein Sturmfeuer. „Aber die finale Entscheidung haben wir oft falsch getroffen“, bemängelte Chemie-Coach Dietmar Demuth nach der Partie sichtlich gezeichnet. „Ich würde mir wünschen, dass sich Inter auch gegen die anderen Konkurrenten so wehrt.“

BSG Chemie Leipzig vs. INTER 0:0 am 11.März 2017

Videospielbericht vom gestrigen Spiel BSG Chemie Leipzig vs. INTER (0:0), inkl. Stimmen der Trainer in der Pressekonferenz. Toll gekämpft Jungs! Foto: Carsten-Ekkehard Wind #fcinter #interleipzig #bsgchemieleipzig #oberligasued

Geplaatst door FC International Leipzig e.V. op zondag 12 maart 2017

Die beste Tormöglichkeit für sein Team hatte erneut Lars Schmidt, der eine weitere „Linksfackel“ aus reichlich 20 Metern Entfernung an die Lattenoberkante setzte. „Mit Glück gehen solche Dinger rein. Ansonsten fehlte uns meist der letzte Pass“, beklagte der Schütze zurecht. Inter verbuchte indes keine einzige echte Torchance mehr. Dezimiert kamen die Gäste nur noch mit weiten Bällen aus ihrer Hälfte. Hovi rieb sich vereinsamt im Inter-Angriff auf und bekam bei allem Fleiß gegen die stets sehr gut postierten Felix Paul, Stefan Karau oder Manuel Wajer keine Schnitte. Der finnische Recke gewann kaum ein Kopfballduell, die Zweikämpfe „untenrum“ desgleichen. Teamkollege Niklas Opolka war dennoch froh: „Wir haben in Unterzahl überragend gespielt“, befand die Mittelfeldbiene. „Im Endeffekt sind wir mit dem Punkt sehr zufrieden.“

Region/Leipzig BSG Chemie Leipzig FC International Leipzig BSG Chemie Leipzig (Herren) INTER Leipzig I (Herren) Oberliga Region Nordostdeutschland NOFV-Oberliga Süd (Herren) BSG Chemie Leipzig-FC International Leipzig (12/03/2017 15:00)

KOMMENTIEREN

Die besten Bundesliga Quoten werden bereitgestellt von Smartbets.

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

KOMMENTARE

Anzeige