10. Juni 2018 / 22:27 Uhr

Bundesliga-Aufstieg! Borgfelds B-Junioren schreiben Geschichte

Bundesliga-Aufstieg! Borgfelds B-Junioren schreiben Geschichte

Christian Markwort
Außer Rand und Band: So jubelt ein Bundesliga-Aufsteiger!
Außer Rand und Band: So jubelt ein Bundesliga-Aufsteiger!
Anzeige

Nach dem 2:1-Erfolg gegen den Niendorfer TSV steigt das Team um Trainer Burak Bahar auf

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Wenige Minuten vor dem Abpfiff der Begegnung in der Fußball-B-Junioren-Regionalliga Nord zwischen dem SC Borgfeld und dem Niendorfer TSV machte sich auf der der Borgfelder Trainerbank gegenüber liegenden Seitenlinie erste Unruhe breit. Zahlreiche Zuschauer rissen ihre Arme in die Höhe, vereinzelte Jubelschreie waren kaum mehr zu überhören. „Kümmert euch ja nicht darum, was da gerade abgeht“, versuchte SC-Trainer Burak Bahar, den Trubel auf der Gegengeraden möglichst nicht an seine Spieler heranzulassen. Das Team solle sich lieber wieder auf das Spielgeschehen auf dem Kunstrasenplatz am Hamfhofsweg konzentrieren – schließlich war das Spiel noch nicht abgepfiffen worden und Borgfeld führte knapp mit 2:1. Doch dann pfiff Schiedsrichter Lukas Höft tatsächlich ab und das Vereinsgelände der Wümme-Kicker verwandelte sich binnen Sekunden in ein wahres Tollhaus.

Von allen Seiten stürmten Menschen freudetrunken auf das Spielfeld, nicht nur der Heimsieg ihrer Mannschaft wurde gefeiert, sondern noch mehr die Tatsache, dass aus den ersten leisen Gerüchten schließlich Wahrheit wurde: Der VfL Osnabrück hatte nicht nur sein Auswärtsspiel beim abstiegsbedrohten JFV Nordwest mit 1:3 verloren, sondern damit
gleichzeitig seinen dritten Platz in der Abschlusstabelle an den direkt hinter ihm platzierten SC Borgfeld abgeben müssen. Und weil weder der Meister VfL Wolfsburg II noch der Zweitplatzierte SV Werder Bremen II in die Bundesliga aufsteigen dürfen, da sich dort bereits die ersten Teams beider Vereine etabliert haben, tragen sich die jungen Borgfelder
Nachwuchs-Kicker tatsächlich in die Geschichtsbücher ein: Noch nie ist es einem Team des Vereins gelungen, in die Eliteklasse des deutschen Fußballs aufzusteigen. „Das ist der Wahnsinn“, freute sich Burak Bahar den Tränen nahe, „die Jungs haben sich selbst für eine absolut geile Saison mit dem Aufstieg belohnt und damit gleichzeitig auch noch so
vielen Mahnern und Zweiflern den Wind aus ihren Segeln genommen. Das ist einfach nur geil.“

Die Zweifler werden abgestraft

Während der Vorbereitung auf die Spielzeit in der Regionalliga waren rund um den Wümmedeich zahlreiche Beobachter bei einzelnen Spielen anwesend gewesen und hatten – ob der mäßigen bis schlechten Leistungen der Junioren – bereits den Abgesang auf die Mannschaft eingestimmt. Weder das Trainer-Quartett Burak Bahar, Dominic Volkmer, Janik
Brüggemann und Sven Duschner noch die Mannschaft insgesamt seien regionalligatauglich, der sofortige Abstieg schien für viele Außenstehende bereits mehr als besiegelt. „Und in der nächsten Saison spielen wir in der Bundesliga“, feixte Bahar, „soweit also zum Thema Experten.“

Doch lange konnte sich Bahar gar nicht über Unkenrufe von außen ärgern, der Großteil der Spieler schnappte sich den Coach und rang ihn im Tornetz derart nieder, dass sich so manch Umstehender bereits Sorgen um den Gesundheitszustand des Erfolgstrainers machen musste. Doch lächelnd rappelte sich Bahar wieder auf, entkam einer Bierdusche um
Haaresbreite und flüchtete erst einmal in die Kabine, um dort selbst auch wieder etwas zur Ruhe zu kommen.

Bahars Co-Trainer Sven Duschner übernahm derweil draußen auf dem Kunstrasenplatz das Kommando. „Gebt mir ein H“, brüllte er seine im Kreis sitzenden Spieler an. Diese folgten seiner Anweisung ohne Widerspruch und m Ende erscholl aus mittlerweile recht heiseren Kehlen das bundesliga-bekannte „Humba, humba, humba tätärä“, mit dem sich die
Nachwuchs-Kicker stimmlich ohne Zweifel bereits als durchaus Bundesliga-tauglich erwiesen.

„Das ist einfach nur geil“, meinte auch Abwehrspieler Mohamed Fakhro, der mit seinem ebenso frechen wie fulminanten Freistoßtor zum 1:0 die Tür zur Bundesliga weit aufgeschossen hatte (20.). Zum tragischen Helden avancierte gleichzeitig Borgfelds Top-Torjäger Eren Sami Dinkci, der mit insgesamt 13 Treffern einen erheblichen Anteil am Aufstieg in die Bundesliga beigetragen hatte – in der kommenden Spielzeit allerdings mit den Borgfelder A-Junioren in der Regionalliga spielen muss. „Ich bin aus dem älteren Jahrgang“, begründete der Mittelstürmer, „deshalb darf ich nicht spielen.“ Dennoch sei er stolz auf die Mannschaft und werde seinen Kumpels in der Bundesliga „volle Pulle die Daumen drücken“, versicherte Dinkci.

Auch Kapitän Daniel Hefele, mit seinem Hattrick am vorletzten Spieltag in Osnabrück ebenfalls maßgeblich am Borgfelder Wunder beteiligt, zeigte sich überzeugt von der Bundesligatauglichkeit seiner Mannschaft. „Wir haben eine tolle Stimmung im Team“, betonte der Kapitän, „und alle folgen Burak ohne zu zögern.“ Wie weit die Planungen am Wümmedeich fortgeschritten seien, konnte oder wollte an diesem historischen Tag allerdings niemand sagen. „Wir werden ganz sicher eine schlagkräftige Truppe auf den Platz bringen“, konstatierte Burak Bahar, „aber das analysieren und organisieren wir erst in den kommenden Tag".

Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Bremen
Sport aus aller Welt