14. September 2018 / 08:44 Uhr

Bundesliga-Profi Gondorf fordert Obergrenze: "Bei den Gehältern wird mir schwindlig"

Bundesliga-Profi Gondorf fordert Obergrenze: "Bei den Gehältern wird mir schwindlig"

Redaktion Sportbuzzer
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Jerome Gondorf wechselte im Sommer aus Bremen nach Freiburg.
Jerome Gondorf wechselte im Sommer aus Bremen nach Freiburg. © imago/Jan Huebner
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Jerome Gondorf vom SC Freiburg spricht Klartext: Der 30-Jährige erklärt, warum er seit Jahren auf einen Berater verzichtet, warum er die Entwicklungen des Fußballs mit Sorge betrachtet und die Gehälter in der Bundesliga zu hoch sind.

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Viele Fans fragen sich, wo die Reise des Fußballs hingeht. Vereine wie Paris Saint-Germain schließen Verträge in dreistelligen Millionenbereichen, Spieler verdienen immer mehr Geld. Längst ist der Fußball mehr Geschäft als Sport - zumindest in der Wahrnehmung der Anhänger haben Premier League, Bundesliga & Co. längst den Kontakt zur Basis verloren.

Selbst der eine oder andere Bundesliga-Spieler scheint so zu denken - mit Jerome Gondorf vom SC Freiburg hat nun ein Profi ausgesprochen, was so mancher Fan schon lange denkt. "Zuletzt gab es schon einige Entwicklungen, die ich sehr skeptisch betrachte", erklärte der 30-Jährige, der im Sommer von Werder Bremen an die Dreisam wechselte, in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung. "Wenn ich mir die Entwicklung der Gehälter anschaue, wird mir manchmal schwindlig."

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Gondorf will sich am US-Sport orientieren

Deutliche Worte von einem Profi, der als Teil des Geschäfts "Bundesliga" mehr denn je profitiert vom Geld, das derzeit im Umlauf ist. Gondorf bringt sogar einen Lösungsvorschlag an: "Womöglich wäre eine Obergrenze angebracht, man könnte sich da vielleicht am US-Sport orientieren. Nach dem Muster vielleicht, dass nach den Top Drei jeden Teams bei der Mittelschicht eine Gehaltsgrenze gezogen wird. So könnte man auch wieder mehr Chancengleichheit herstellen." Im SPORTBUZZER hatte schon Nationalspieler Ilkay Gündogan eine Gehaltsobergrenze ins Spiel gebracht - allerdings vor allem für Jugendspieler.

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Bundesliga-Verantwortlichen ist vor allem das Gebaren mancher Berater im Jugendfußball ein Dorn im Auge. Zuletzt hatten sowohl der Mainzer Nachwuchsleiter Volker Kersting als auch Gladbach-Boss Max Eberl Spielerberater für unlautere Methoden angezählt. „Ein Teil der Berater, ich meine die unqualifizierten, sind derzeit mit Abstand die größten Talent-Vernichter in Deutschland", sagte Kersting dem Kicker. Eberl grollte: „Es werden in den kommenden Jahren Probleme auf uns zukommen, wenn nicht mehr diese gierigen, jungen Spieler kommen, sondern verwöhnte Jungs, die nicht mehr kritikfähig sind.“

"So kann man mit jungen Menschen nicht umgehen"

Auch Gondorf sieht die Entwicklung skeptisch. Seit drei Jahren hat er keinen eigenen Berater mehr. "Es gibt tatsächlich einige Berater, die meist nur auf ihren eigenen Profit Wert legen und nicht auf einen durchdachten Karriereweg ihres Spielers", erklärte der 30-Jährige. "Ich habe da auch so meine Erfahrungen gemacht – und will deshalb lieber mein eigener Herr sein. Ich brauche keinen Berater."

Entwicklungen im Jugendfußball werden dem Freiburger zufolge immer wirrer. "Es gibt mittlerweile einige Vereine, die einfach mal in fünf oder sechs Jugendspieler im Alter von vielleicht 15 Jahren viel Geld investieren mit dem Gedanken, dass es einer schon schaffen wird", sagte der 85-malige Bundesliga-Spieler, der in seiner Karriere für Darmstadt 98, die Stuttgarter Kickers und Werder Bremen aktiv war. "Der Rest wird verheizt – um ihn wird sich am Ende nicht mehr gekümmert. So kann man mit jungen Menschen nicht umgehen."

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