09. November 2018 / 11:41 Uhr

BVB gegen FC Bayern - Watzke gegen Hoeneß: Das Duell der Bosse

BVB gegen FC Bayern - Watzke gegen Hoeneß: Das Duell der Bosse

Patrick Strasser
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Das Duell zwischen dem BVB und FC Bayern am Samstag ist auch ein Kräftemessen der Bosse der beiden Klubs.
Das Duell zwischen dem BVB und FC Bayern am Samstag ist auch ein Kräftemessen der Bosse der beiden Klubs. © imago/Robert Michael
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Die Bosse von Borussia Dortmund und dem FC Bayern München in der Analyse: Während die BVB-Führung ein geschlossenes Bild abgibt, irritieren die Bayern-Bosse vor dem Spitzenspiel mit skurrilen Aussagen und einer Rücktrittsankündigung von Uli Hoeneß.

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Wer gewinnt, hat recht. So wird es auch am Samstag sein, wenn das Spiel der Spiele dieser Hinrunde in der Fußball-Bundesliga, das Duell von Abomeister und Titelverteidiger FC Bayern bei Tabellenführer und Herausforderer Borussia Dortmund, vorbei ist.

Nach dem 2:0 gegen AEK Athen in der Champions League stellte sich Präsident Uli Hoeneß erstmals seit der Pressebeschimpfungskonferenz den Journalisten. Er schauspielerte bewusst. These eins aus seinem Munde: „Man kann ja nicht nach Dortmund fahren und sagen, man will einen Dreier einfahren.“ Denn, so These Nummer zwei: Man sei nicht Favorit, sondern Außenseiter, „zum ersten Mal seit langer Zeit“. Oha! So defensiv? So demütig? So spricht keiner, der sechs Bundesliga-Titel hintereinander gefeiert hat. „Dortmund hat bis jetzt eine sehr, sehr gute Saison gespielt, gar keine Frage. Meines Wissens sind die noch vier Punkte vor uns“, entgegnete Hoeneß. These drei: Man habe „eine Mannschaft im Umbruch“ sowie „einen jungen Trainer, der sich reinarbeiten muss. Da muss man ein bisschen Geduld haben.“

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Uli Hoeneß kündigt seinen Rücktritt als Präsident des FC Bayern an

Am Donnerstagabend die nächste Überraschung aus Hoeneß’ Mund. Laut Bild kündigte er bei einer Veranstaltung der sächsischen Wirtschaft in Dresden seinen Rückzug an. „Ich mache diesen Job noch zwei, drei Jahre und will meinem Nachfolger eine volle Kasse übergeben. Dann können sie mit dem Geld machen, was sie wollen“, sagte er. Auch über einen Nachfolger macht er sich Gedanken: „Es sollte jemand sein, der eine menschliche Seite hat. Und einer, der aus dem Fußball kommt. Wenn ich wüsste, der oder der kann das, würde ich nächstes Jahr aufhören.“

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Noch ist der 66-Jährige jedoch die Stimme des FC Bayern neben Karl-Heinz Rummenigge (63), dem nicht ganz so extrovertierten Vorstandsboss, der sich nach der Veröffentlichung der Gedankenspiele um eine europäische Super League als Unwissender präsentierte. Im Vergleich zu den zuletzt souveränen BVB-Bossen gab man ein schlechtes Bild ab in der Münchner Führungsetage. Vor allem, als man die Medien einlud, um sie zu attackieren. Mit auf dem Podium: Sportdirektor Hasan Salihamidzic (41). Für ihn, so Bayern-Kenner Ottmar Hitzfeld „wäre es besser gewesen, wenn er bei der Pressekonferenz nicht dabei gewesen wäre“. Rummenigge fuhr seinem Sportdirektor, der – so Hitzfeld – „Verbindungsglied zwischen Mannschaft und Führung“ ist, bei einer Frage über den Mund. Ein nach außen getragener Blick ins Binnenleben der Chefebene.

Watzke ist starker Mann beim BVB

Beim BVB füllt Ex-Profi Sebastian Kehl (38) die Rolle aus, die Salihamidzic im Grunde bekleidet. Er arbeitet seit Saisonbeginn als Teammanager, kümmert sich um organisatorische Dinge abseits des Platzes und entlastet so Manager Michael Zorc (56), seit 2005 im Amt.

Der starke Mann in Dortmund ist Geschäftsführer Hans-Joachim „Aki“ Watzke (59), ebenfalls seit 13 Jahren in der Vereinsführung. Ihm gelang es, Matthias Sammer (51), von 2012 an drei Jahre Sportdirektor mit klarer Meinung und starker Stimme bei den Bayern, als externen Berater zu verpflichten. Laut Watzke stehe Sammer für „ungeschminkte Analysen und eine unbequeme, aber von Vertrauen geprägte Diskussionskultur“.

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Hitzfeld lobt: "Sammer tut dem BVB gut"

Hitzfeld, erst skeptisch über Sammers Mitmischen, findet nun: „Dortmund ist erfolgreich, also muss man sagen: Sammer tut ihnen gut!“ Es sind die Vielfalt an Meinungen sowie die Mischung aus Erfahrung und Tatendrang, die der BVB dem Bayern-Tandem Rummenigge/Hoeneß voraushat. Innovative Kräfte wie Philipp Lahm oder Max Eberl hatten in den Gesprächen um den Posten des Sportdirektors abgesagt, nachdem ihnen das eingeschränkte Aufgabenprofil klar wurde.

Hoeneß gab noch eine weitere Kostprobe seiner Welt, wie sie ihm gefällt – siehe diesen Dialog mit Journalisten: „Herr Hoeneß, sehen Sie Platz drei in der Liga nicht kritisch?“ „Meines Wissens sind wir Zweiter.“ „Nein. Gladbach ist Zweiter.“ „Aber die sind doch nicht vor uns punktemäßig. Oder haben die mehr Punkte als wir?“ „Nein.“ „Sehen Sie? Das Torverhältnis interessiert mich nicht.“ Willkommen im Hoeneß-Kosmos.

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