07. Februar 2018 / 12:25 Uhr

BVB: Watzke will Kaderumbruch im Sommer - Verlängerung mit Reus als Schlüssel

BVB: Watzke will Kaderumbruch im Sommer - Verlängerung mit Reus als Schlüssel

Leon Schaefer
Hans-Joachim Watzke will den BVB-Umbruch - mit Marco Reus als Herzstück?
Hans-Joachim Watzke will den BVB-Umbruch - mit Marco Reus als Herzstück? © Montage / dpa
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Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke fordert für den Sommer einen massiven Kaderumbruch beim BVB. Eine Schlüsselrolle dabei kommt Topstar Marco Reus zu.

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Es hört nicht auf mit den Dortmunder Unruhen, bekommt man derzeit den Eindruck. Erst die sportliche Krise mit dem Austausch des Cheftrainers, dann das ewige Riesen-Theater um Ex-Topstürmer Aubameyang. Insbesondere konnte man in dieser Saison des öfteren sehen, dass die sportliche Entwicklung der Westfalen stagniert ist und dass ihnen die einstigen erfolgbringenden Tugenden - Kampfgeist, Demut, Akribie - vermehrt abhanden kommen.

Nun scheinen die Verantwortlichen ihre Konsequenzen aus der unbefriedigenden Lage ziehen zu wollen - jeder Spieler von Borussia Dortmund steht dabei auf dem Prüfstand - denn: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kündigt einen massiven Kaderumbruch an. Watzke im Interview mit der FAZ: "Wir benötigen im Sommer eine Kader-Justierung, je nach Verlauf der Rückrunde auch eine deutlichere. Michael Zorc, der dafür die Federführung hat, kennt dazu meine Meinung und Erwartungshaltung"

Einige Wackelkandidaten

Gleich eine Reihe von Spielern dürften sich von Watzkes Aussagen besonders alarmiert fühlen, weil ihre bisherigen Saisonleistungen viel Raum für - eventuell personelle - Verbesserungen bietet. In diese Kategorie fällt unter anderem Keeper Roman Bürki, der sich zwar zuletzt stabilisiert hat, an der besonders schlechten Saisonphase der Dortmunder, in der sie vom 8. bis zum 15. Spieltag sieglos blieben, hatte er mit zahlreichen dicken Patzern allerdings auch erheblichen Anteil. Auch andere Vereinsgrößen dürfen sich ihrer Stellung im Kader keinesfalls mehr sicher sein. Kapitän Marcel Schmelzer ist längst nicht mehr unumstritten, zudem in jüngerer Zeit oft verletzungsgeplagt. Shinji Kagawa konnte die Chancen durch die zahlreichen Verletztungsausfälle nicht nutzen, André Schürrle ebenso wenig. Auch die Verteidigung bot über viele Spiele desaströse Leistungen.

Dortmund hat zwar weiterhin vielversprechende Talente wie Christian Pulisic, Dan-Axel Zagadou oder Julian Weigl - es fehlt ihnen aber momentan an erfahreneren Spielern, die vorangehen und den Jungen den Weg zeigen. Das Gefüge aus den erfolgreicheren Saisons unter Jürgen Klopp, aus erfahrenen Führungsspielern und jungen Wilden, ist durcheinander geraten - und soll mit dem Kaderumbruch repariert werden.

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Reus soll wieder Gesicht des BVB werden - wenn er denn bleibt

Zum Dreh- und Angelpunkt des neuen Kaders soll dabei wieder Marco Reus aufsteigen. Der 28-Jährige steht bei den Dortmundern kurz vor seinem Comeback nach dem Kreuzbandriss, den er vergangenen Juni im DFB-Pokalfinale erlitten hatte und ist als einer der wenigen erfahrenen Spieler von der Kritik auszuklammern. Er blickt nämlich zurück auf eine lange Odyssee von Verletzungen zurück: Schon letzte Saison hatte Reus wegen einer Schambeinentzündung lange gefehlt, nur die Hälfte der Bundesligaspiele mitbestreiten können. Unvergessen bleibt auch sein großes Verletzungspech vor den wichtigen Turnieren mit der Nationalmannschaft: Den WM-Titel 2014 verpasste er verletzt ebenso wie die Europameisterschaft 2016. Dieses Jahr will er bei der Weltmeisterschaft endlich auch mit der Nationalmannschaft angreifen.

Nach dem Turnier soll der ewig Treue dann beim BVB zum Mittelpunkt des neuen Kaders werden. Sportdirektor Zorc dazu gegenüber Bild: "An unserer Haltung hat sich nichts geändert. Unser Ziel ist es nach wie vor, dass Marco Reus langfristig bei uns bleiben wird!"

Wenn Reus gespielt hat, hat er den BVB bisher immer weitergebracht, das Offensivspiel der Borussen deutlich belebt. Von seinem jetzigen Comeback erhoffen sich die Verantwortlichen genau das - und wenn es nach ihnen geht auch in einem erneuerten Kader. Die Freude über seine Genesung wäre allerdings von kurzer Dauer, wenn sich Watzke und Zorc nicht intensiv um ihr Aushängeschild bemühen: Reus´ Vertrag läuft nämlich nach der nächsten Saison aus. Mit seinen dann 29 Jahren dürfte der folgende Vertrag dann auch sein letzter sein und so stellt sich die Frage, ob es ihn weiterhin beim BVB hält, oder ob er doch noch einmal den ewigen Lockrufen der internationalen Spitzenklubs nachgeht, die vielleicht doch noch mehr Titelambitionen haben dürfen als die Dortmunder. Viel wird letzten Endes davon abhängen, ob es die Vereinsspitze schafft, einen Kader aufzubauen, der wieder um Titel mitspielt und nicht nur um den zweiten Platz.

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