Florian Corsmann treibt den Ball nach vorne © Bovender SV

C-Junioren der JSG Plesse sind Futsalmeister: Denkmal auf dem Kreiselrondell?

Thomas Rusch und die C-Junioren feiern Hallenkreismeisterschaft!

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Der schönste Flecken zwischen Weende und Angerstein wird im Volksmund gerne auch als „Kreisel-City“ bezeichnet, da wir in Bovenden neben guten Fußballern, einer frisch renovierten Eisdiele und funktionierenden Straßenreinigungsmaschinen auch über diverse Kreisel verfügen, die den Autoverkehr weitgehend ampelfrei regeln. Dafür gebührt dem R+R Team, seines Zeichens auch Sponsor der Fußballabteilung, großen Dank. Womit wir den „Kreisel“ (haha) zur C-Jugendmannschaft geschlossen hätten, die am gestrigen Samstag nämlich überraschend, aber nicht unverdient, den Futsal-Hallenkreismeisterschaftstitel nach B-Town holte.

Leser aus Lenglern – ebenfalls ein schönes Dorf – und Harste – geht auch voll klar – mögen an dieser Stelle jetzt aufbegehren: „Bovenden? Das Team heißt JSG Plesse!“ Diesem Einwand sei stattgegeben, denn auch die SG Lenglern und RW Harste sind seit vergangenem Sommer in dieser Altersklasse beteiligt und verliehen dem eingespielten Team um das Trainerduo Rusch / Hogreve den letzten Schliff. Der Autor gesteht seinen Faux-Pas ein, betont jedoch, dass dieses Malheur der Wunschvorstellung geschuldet war, der Bovender SV solle doch bitte alle verfügbaren Titel der Region in Eigenverantwortlichkeit einheimsen.  Für dieses Schuldeingeständnis erwarte ich allergrößten Respekt, Hochachtung vor meiner Menschlichkeit, der Lebensleistung und werde aus Achtung vor allen Kritikern selbstverständlich die in Bälde verhängte Strafe akzeptieren.

Oh, falsches Thema. Bleiben wir beim Fußball und beim dramatischen Auftakt der Endrunde, in der sich gestern die besten 6 Futsal-Teams des Kreises auf hohem Niveau bekämpften. Wobei „Kampf“ aus den offiziellen Futsal-Regeln eigentlich eliminiert wurde, denn diese besagen, dass nach 5 Mannschaftsfouls jedes weitere Vergehen direkt mit einem Strafstoß geahndet würde. Auch weitere Unterschiede, wie der verbotenen Einbeziehung des Torwarts in den Spielaufbau sowie die „4 Sekunden-Regel“, nach der das Spielgerät binnen dieser Zeitspanne wieder ins Spiel gebracht werden muss, trugen zu einem temporeichen Schlagabtausch bei. Dennoch fanden einige Zuschauer keinen Gefallen an der neuen Sportart und stellten fest, dass sich nicht unbedingt ein technisch feines Spiel entwickelte. Denn in ihrer Panik, nicht zum Torwart zurückspielen zu dürfen, schlugen einige Mannschaften den Ball recht planlos nach vorne, bzw. animierten den eigenen Keeper, lange Abwürfe über die Mittellinie zu praktizieren. Pro und Contra der Hallenspielreform halten sich demnach die Waage und es bleibt abzuwarten, inwieweit sich der Futsal als zivilisierte Variante des brutalen Fußballsports durchzusetzen vermag.

Die JSG Plesse kam mit den Bedingungen und den Regeln allerdings von Beginn an gut zurecht. Im ersten Spiel gegen die JSG Werratal wurden viele Torchancen herausgespielt, aber mindestens genauso viele hektisch vergeben, so dass ein Tor ca. 20 Sekunden vor der Schlusssirene für große Erleichterung sorgte. Die Lautstärke des dröhnenden auditiven Hallen-HiFi-Equipments wurde dabei locker von den mitgereisten Plesse-Eltern übertönt, bei denen einige Vertreter so heftig jubelten, dass man meinen konnte, sie hätten den Auftrag, von der Burg Plesse hinab das ganze Leinetal über den aktuellen Turnierverlauf zu unterrichten.

Gute Unterstützung ist mehr als nur die halbe Miete und so wurde auch die SVG sowie die 2. Vertretung des RSV 05 souverän bezwungen. Gegen den RSV 05 I, als Favorit in die Endrunde gestartet, lieferte das Team zum richtigen Zeitpunkt seine beste Saisonleistung ab, obsiegte mit 2:1 und konnte sich nach entsprechend günstigen Ergebnissen der Konkurrenz bereits vor dem letzten Spiel gegen Sparta Göttingen (0:4) als neuer Meister feiern lassen.

Zum fünften Mal in seiner noch jungen Trainerkarriere führte Thomas Rusch damit eine Mannschaft in die Endrunde der Hallenkreismeisterschaft. Es ist an der Zeit, sich seitens der geschätzten Bürgermeisterin Heidrun Becker Gedanken über eine optische Verschönerung der Kreisel-Infrastruktur zu machen. Auf den Innenflächen der Rondelle wäre ausreichend Platz für gusseiserne Rusch-Statuen vorhanden, gerne ergänzt um Werbebanden unserer Sponsoren, wie die Fahrschule Toby Hillmann, dessen Inhaber vor zwei Jahren einen schicken Trikotsatz der Weltmarke „Stanno“ sponserte. Auf jeden Fall hat die Kreisel-City Bovenden seit gestern ein weiteres Identifikationsmerkmal erschaffen und nennt die herausragende Neu-Möbilierung des Eiscafé Venezias künftig in einem Atemzug mit den Futsal-Kickern der C-Jugend:

Tim Tautermann, Arne Nickel, Jan Rümenapp, Tugay Beyazit, Florian Corsmann, Jannik Lösekrug, Jetlir Alijai, Max Lenk und Justus Tinnappel. Herzlichen Glückwunsch!

Bovender SV Region/Göttingen-Eichsfeld

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