14. Februar 2019 / 07:55 Uhr

Carsten Linke und Karsten Surmann: Übernehmen die 96-Legenden Führungsrollen?

Carsten Linke und Karsten Surmann: Übernehmen die 96-Legenden Führungsrollen?

Andreas Willeke
Carsten Linke und Karsten Surmann (eingeklinkt) spielen wichtige Rollen in den Überlegungen, wie der Verein künftig geführt werden soll.
Carsten Linke und Karsten Surmann (eingeklinkt) spielen wichtige Rollen in den Überlegungen, wie der Verein künftig geführt werden soll. © Maike Lobback
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Ihre Namen sind allen Fans von Hannover 96 ein Begriff. Jetzt sind "Fußballgott" Carsten Linke und Pokalheld Karsten Surmann bei den Roten im Gespräch für eine Führungsrolle im Aufsichtsrat. Als Nachfolger von Präsident Martin Kind sehen sich beide 96-Legenden nicht.

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Fußballprofis, die lange bei einem Verein gespielt haben und in der Region verankert sind, haben auch nach der Karriere in kurzen Hosen noch Schlag bei den Fans. Sie kommen auch immer häufiger ins Spiel, wenn in ihren Ex-Clubs Ämter zu vergeben sind. Beim Hamburger SV haben die Mitglieder zum Beispiel eben erst den Ex-Profi Marcell Jansen zum Präsidenten gewählt.

Zwei bekannte Namen

Auch bei 96 spielen mit Karsten Surmann und Carsten Linke zwei ehemalige Profis wichtige Rollen in den Überlegungen, wie der Verein künftig geführt werden soll. Sie haben ihre Ambitionen noch nicht öffentlich gemacht – doch das ändert sich jetzt. 96 wird sich ja verändern – wie stark, das zeigt sich auf der Mitgliederversammlung am 23. März. Martin Kind tritt dann als Präsident des eingetragenen Vereins zurück – und mit ihm die drei Aufsichtsräte Valentin Schmidt, Michael Beck und Veronika von Lintel.

Choreos, Spruchbänder, Schweigen: Die Proteste bei Hannover 96 in Bildern.

Protestbanner beim Heimspiel am 15. Dezember 2018 gegen Bayern München. Zur Galerie
Protestbanner beim Heimspiel am 15. Dezember 2018 gegen Bayern München. ©
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Es kam zwar nicht zu der von der Opposition nach der Sammlung von mehr als 1000 Unterschriften beantragten Außerordentlichen Mitgliederversammlung. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben – nun wird der Showdown um 50+1 bei 96 halt Ende März ausgetragen. Erwartet wird ein knappes Ergebnis, beide Seite versuchen, ihre Anhänger zu mobilisieren. Als Zugpferde fungieren dabei auch lokale Helden – und Ex-Stars wie eben Carsten Linke und Karsten Surmann.

Von beiden Seiten kontaktiert

„Ich bin von beiden Seiten angesprochen worden“, bestätigt etwa Linke. „Ich hatte auch ein Gespräch mit Herrn Timäus.“ Klaus Timäus, lange Jahre in der Verwaltungsspitze der Stadt, bereitet als Mitarbeiter von Kind die Mitgliederversammlung vor. Vor dem 96-Spiel gegen Nürnberg hat Timäus im Pressekonferenzraum ein Treffen organisiert.

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Auch die Opposition braucht vorzeigbare Kandidaten – Linke könnte einer sein. „Wenn ich antrete, dann für 96 und nicht für eine Seite“, sagt jedoch Linke. „Ich denke, das ist bei Karsten genauso.“ Surmann reist aber auf dem Ticket der Kind-Freunde und soll für den Aufsichtsrat kandidieren. „Wir sind in Gesprächen“, bestätigt der 59-Jährige. „Wir treffen uns aber noch einmal.“

Surmann in den Aufsichtsrat?

Surmann hat zwischen 1980 und 1992 in Hannover gespielt, Höhe- und Schlusspunkt seiner 96-Zeit war der Pokaltriumph in Berlin, den er als Kapitän erlebte. Er soll in den 96-Fünfer-Vorschlag für den Aufsichtsrat einrücken. Dafür müsste jedoch einer der bereits benannten Kandidaten Eike Onnen, Tina Voß, Sandra Wallenhorst, Michael Dette und Matthias Herter ausscheiden. Möglicherweise, weil er oder sie für den Vorstandsvorsitz vorgesehen sein könnten.

Bilder der Karriere von Karsten Surmann, 1992 Kapitän der Pokalmannschaft von Hannover 96



So jubeln Pokal-Helden. Am 23.05.1992 gewann im Berliner Olympia-Stadion mit Hannover 96 (nach Elfmeterschießen gegen Borussia Mönchengladbach) erstmals ein Zweitligist das Deutsche Fußball-Pokalfinale. Natürlich mit Kapitän Karsten Surmann. Zur Galerie
So jubeln Pokal-Helden. Am 23.05.1992 gewann im Berliner Olympia-Stadion mit Hannover 96 (nach Elfmeterschießen gegen Borussia Mönchengladbach) erstmals ein Zweitligist das Deutsche Fußball-Pokalfinale. Natürlich mit Kapitän Karsten Surmann. ©

Pläne, Surmann zum Kind-Nachfolger zu machen, lehnt der Ex-Profi ab. „Für den Vorstandsposten stehe ich nicht zur Verfügung.“ Auch Linke sieht sich nicht in der Chefposition, sondern eher im Aufsichtsrat: „Präsident muss jemand aus dem hannoverschen Wirtschaftsleben werden, der Kontakte hat, um Sponsoren werben zu können.“

Linke einst bei 96 und Jena

Dabei hat Linke nach seiner aktiven Zeit bereits als Manager-Assistent und Sportmanager bei 96 (von 2003 bis 2007) sowie bei Carl Zeiss Jena gearbeitet (2008 bis 2009). Der 53-Jährige ist jetzt als Sporttherapeut im Klinikum Wahrendorff angestellt, wo der Kind-kritische 96-Gesellschafter Matthias Wilkening Geschäftsführer ist.

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