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Chaoten provozieren Spielabbruch

Zuschauer bedrohen Spieler

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Das Delmenhorster Stadtderby zwischen dem SV Atlas und dem KSV Hicretspor hat am Nachmittag ein unrühmliches Ende gefunden. Beim Stand von 5:0 für den SV Atlas brach Schiedsrichter Ingo Stephan die Partie in der 89. Minute ab, nachdem die Hicretspor-Spieler geschlossen den Platz verlassen hatten. Kurz zuvor waren Akteure beider Lager auf dem Feld von zwei Zuschauern bedroht worden. Die Männer hatten in der Schlussphase während einer Spielunterbrechung den Platz betreten und sollen dort auch rassistische Beleidigungen geäußert haben.

Rein sportlich betrachtet war zwischen dem SV Atlas Delmenhorst und dem KSV Hicretspor längst alles geklärt. Es lief die 87. Minute und die Blau-Gelben führten uneinholbar mit 5:0. Kurz: Eine durchschnittliche Partie plätscherte ihrem Abpfiff entgegen. Darauf, dass das Stadtderby nur wenige Augenblicke später abgebrochen werden sollte, deutete in diesem Moment noch rein gar nichts hin.

Schiedsrichter Ingo Stephan (Delmenhorster BV) hatte die Partie gerade noch einmal kurz unterbrochen und Hicretspors Ümit Yildiz wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gezeigt, als plötzlich zwei Zuschauer von der Tribüne kommend den Platz betraten und Spieler beider Lager beschimpften und bedrohten. Die Akteure des KSV Hicretspor gingen auf Anweisung ihres Spielertrainers Timur Cakmak daraufhin geschlossen vom Platz. Als nach einigen Diskussionen feststand, dass die Gäste nicht weiterspielen würden, brach Stephan die Partie in der 89. Minute ab. Die beiden Unruhestifter waren inzwischen von mehreren herbeigeeilten Helfern vom Platz bugsiert worden, ehe sie das Weite suchten.

„Ich lasse meine Spieler doch nicht bedrohen“, wetterte Cakmak, der selbst bis zu seiner Auswechslung in der 73. Minute auf dem Feld gestanden hatte. Hicretspor-Spieler Murat Aruk gab an, von einem der Männer rassistisch beleidigt worden zu sein: „Er ist mit einem Bier in der Hand auf mich zugekommen und hat gesagt: ,Verpiss’ dich, du scheiß Türke.’ Da ist es doch klar, dass man sich bedroht fühlt.“ Die Pöbeleien der beiden Männer richteten sich dabei auch gegen Akteure des SV Atlas. „Die haben alle beleidigt und angemacht“, erklärte SVA-Spieler Kevin Kalinowski.

Auch die Verantwortlichen des SV Atlas zeigten sich betroffen ob der unschönen Szenen. „So etwas ist wirklich traurig. Die Leute, die auf den Platz gelaufen sind, haben rein gar nichts mit unserem Verein zu tun“, stellte der Vorsitzende Jörg Borkus klar. Team-Manager Thomas Hebgen betonte: „Das sind irgendwelche Schwachmaten, die hier noch nie jemand gesehen hat.“ Beim Versuch, die Situation zu schlichten, sei er von den Männern ebenfalls bedrängt worden. Bastian Fuhrken, der beim SV Atlas zum Vorstand zählt und während des Spiels auf der Tribüne saß, gab an, in der Schlussphase von einigen Fans aus dem Block H auf die Unruhestifter aufmerksam gemacht worden zu sein. „Unsere Fans sind auf mich zugekommen und haben mir gesagt, dass drei fremde Typen im Block gleich Ärger machen wollen.“ Fuhrken telefonierte daraufhin mit dem Vorsitzenden Borkus, der wiederum die Polizei rief. Kurz nach dem Spielabbruch waren die Beamten bereits vor Ort und nahmen die Personalien einer Person auf. Laut Aussagen mehrerer Anwesender soll es sich dabei aber um keinen der beiden Männer gehandelt haben, die auf den Platz gelaufen sind. „Insgesamt waren die zu dritt. Die anderen beiden sind über den Zaun getürmt, und einer ist nicht drüber gekommen. Den hat die Polizei geschnappt“, sagte Hebgen. Hauptkommissar Frank Gravel bestätigte auf Nachfrage, dass es „ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung“ gibt.

Kreissportgericht muss entscheiden

Darüber, was aus der Wertung des Spiels wird, muss nun das Kreissportgericht entscheiden. Schiedsrichter Ingo Stephan schreibt alles, was er beobachtet hat, in seinen Bericht, der dann direkt an Staffelleiter Manfred Nolte geht. Entscheidend ist vor allem die Frage, wer die Schuld am Abbruch der Partie trägt. Der KSV Hicretspor, weil er geschlossen vorzeitig den Platz verlassen hat? Oder der SV Atlas, weil er nicht genügend Ordner vor der Tribüne postiert hatte, die die ganze Situation hätten verhindern können? „Ich wäre vermutlich auch vom Platz gegangen, wenn so wenig Ordner für die Sicherheit sorgen. Da stand ja nur ein Mann vor dem Block, der dann auch nicht mehr viel machen konnte. Der gastgebende Verein muss solche Szenen verhindern. Egal wie“, sagte Nolte und kündigte an, den Bericht nach Erhalt ans Sportgericht weiterzuleiten.

Die Verantwortlichen des SV Atlas beurteilen die ganze Situation hingegen etwas anders. Team-Manager Hebgen hob hervor: „Wir hatten die Lage doch schnell wieder im Griff. Keiner ist zu Schaden gekommen, und die Chaoten waren weg. Das Spiel hätte nach einer kurzen Unterbrechung also ohne Probleme regulär beendet werden können.“ Auch Atlas-Trainer Jürgen Hahn monierte: „Die Entscheidung von Hicretspor, nicht mehr weiterspielen zu wollen, kam für mich etwas zu schnell.“

VfL Wildeshausen U 23-VfR Wardenburg (21/10/2016 21:30) Kreisliga Kreis Oldenburg-L./Delmenhorst IV Oldenburg-Land/Delmenhorst/WES (Herren) Region/Bremen SV Atlas Delmenhorst (Herren) KSV Hicretspor Delmenhorst (Herren) ugccontent

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