RB-Leipzig-Vorstandschef Oliver Mintzlaff (links) hört Mäzen Dietrich Mateschitz zu. © dpa

Chef-Ermittler wollte RB Leipzig nicht zur Champions League zulassen

Die Teilnahme in der Königsklasse hing für RB Leipzig am seidenen Faden. Ein aktueller Bericht der UEFA zeigt nun interessante Details über die Lizenzerteilung und das Bangen des Vizemeisters bis zum Schluss. 

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Leipzig. Die Verantwortlichen von RB Leipzig zeigten sich in den vergangenen Monaten stets entspannt, wenn es um die Zulassung zur Champions League ging. Wie ein neu veröffentlichter und ausführlicher Bericht der UEFA verdeutlicht, war die Teilnahme des Vizemeisters an der Königsklasse aber akut gefährdet. Der Chef-Ermittler der UEFA gab im Mai zunächst die Empfehlung, die Leipziger nicht gemeinsam mit Red Bull Salzburg starten zu lassen.

Dabei ging es der UEFA vor allem um den Artikel 5 der Regularien, der die Integrität des Wettbewerbs betrifft. Demnach dürfen zwei Vereine nicht maßgeblich von „einer Person/Unternehmen“ abhängig sein. In dem Bericht verwies der Chef-Ermittler der UEFA auf einen „direkten Einfluss“ der Red Bull GmbH auf beide Vereine sowie eine enge Verbindung zwischen Red Bull Salzburg und RB Leipzig.

Konkret belegte er das in Salzburg an der Kontrolle der Mitgliederauswahl durch die GmbH des Getränkekonzerns. Zudem verdeutlichte er die hohe Sponsoringbeteiligung von Red Bull, verwies auf die Nutzung des Stadions und die Vermietung von Büroräumen an eine Tochtergesellschaft des Unternehmens.

RB Leipzig bangt bis zuletzt um Teilnahme in der Königsklasse

In Leipzig verwies der Chef-Ermittler der UEFA auf die Mehrheit der Stimmrechte von Red Bull, ein enormes Sponsoring und das beachtliche Darlehen des Konzerns zu günstigen Konditionen an den Verein. Zudem beanstandete er auch die ungewöhnlich häufigen Transfers zwischen Salzburg und Leipzig, die Beteiligung bestimmter Personen an beiden Vereinen sowie die visuelle Ähnlichkeit.

Am 26. Mai übergab der Chef-Ermittler seine Empfehlung, RB Leipzig nicht in der Champions League starten zu lassen, der Finanzkontrollkammer der UEFA. Diese eröffnete ein Verfahren und gab beiden Vereinen die Chance, sich zu äußern.

Nur vier Tage vor der Bekanntgabe des Urteils an die Öffentlichkeit, also am 16. Juni, gab es in Nyon (Schweiz) eine mündliche Anhörung. Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff und drei Anwälte sowie Salzburgs Geschäftsführer Stephan Reiter und ein weiterer Anwalt trugen ihre Argumente vor drei UEFA-Mitgliedern vor.

Beide Klubs beriefen sich bei ihrer Verteidigung auf die Formulierung „entscheidender Einfluss“ und verwiesen darauf, dass ein Einfluss zwar nicht zu leugnen ist, aber er keineswegs bei beiden Vereinen „entscheidend“ sei. RB Leipzig musste bis zuletzt bangen. Der Verein erfuhr erst am 20. Juni, also an dem Tag, an dem die UEFA ihre Entscheidung veröffentlichte, dass der Beschluss positiv ausgefallen war.

RB Salzburg hat Personen entlassen, die mit dem Konzern verbunden waren

In der Begründung der UEFA hieß es damals: „Nach gründlicher Prüfung des Sachverhalts und nachdem die beiden Vereine bedeutende Management- und strukturelle Änderungen (hinsichtlich Unternehmensfragen, Finanzen, Personal, Sponsoring usw.) vorgenommen haben, ist die UEFA-Finanzkontrollkammer für Klubs zu der Auffassung gelangt, dass keine natürliche oder juristische Person mehr entscheidenden Einfluss auf mehr als einen an einem UEFA-Klubwettbewerb teilnehmenden Verein hat.“

Vor allem Salzburg hatte in den vergangenen Monaten zahlreiche Veränderungen vorgenommen, um unabhängiger von Red Bull zu sein. Unter anderem hatte der Verein Personen entlassen, die offensichtlich mit dem Getränkekonzern verbunden waren. Zudem wurden Darlehensverträge zwischen dem Klub und Red Bull beendet. Das schien am Ende den Ausschlag gegeben zu haben.

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