07. März 2018 / 19:42 Uhr

Chemie gegen Meuselwitz auf der Kippe, Lok-Spiel abgesagt

Chemie gegen Meuselwitz auf der Kippe, Lok-Spiel abgesagt

Redaktion Sportbuzzer
Schnee im Alfred-Kunze-Sportpark
Kann der Ball am Wochenende im Alfred-Kunze-Sportpark rollen? © Andreas Doering
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Nach der arktischen Frostzeit, in der die Plätze über Wochen mehrere Zentimeter tief in den Boden gefroren waren, kommt jetzt das tückische Tauwetter.

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Leipzig. Da blickten die Amateurkicker aller Ligen einem sonnigen Wochenende voller Vorfreude entgegen, doch aus dem Nichts war Leipzig gestern weiß. Schneeweiß. Für viele ein schöner Anblick und Anlass zur Freude, die Platzwarte der lokalen Fußballvereine bekommen bei solchem Wetter jedoch das Grauen.

Die aktuelle Situation ist für die Greenkeeper eine wahre Härteprobe. Nach der arktischen Frostzeit, in der die Plätze über Wochen mehrere Zentimeter tief in den Boden gefroren waren, kommt jetzt das tückische Tauwetter. Und solch ein Schneefall wie in den vergangenen zwei Tagen trägt nicht zur Verbesserung bei. Ganz im Gegenteil: Der auftauende Schnee lässt die Rasen richtig feucht und schlammig werden. Ein Problem, das besonders den Vereinen im und um Auwald sowie an Gewässern zu schaffen macht. Hier trocknet der Untergrund besonders langsam. Entsprechend rechnet der Fußballverband der Stadt Leipzig (FVSL) mit vielen Spielabsagen an diesem Wochenende.

Ob Partien stattfinden oder nicht, kann zum einen der Verband entscheiden. Auch die Vereine haben ein Mitspracherecht, indem sie die Platzkommission einschalten, die wiederum die Spiele wegen des schlechten Geläufs absagen darf. Zuletzt wurden wegen zweistelliger Minusgrade alle Spiele der E- und F-Jugend verlegt. In der Geschäftsstelle des FVSL herrscht hinsichtlich des Spielbetriebs am Wochenende Skepsis. „Wir müssen die Platzsituationen erst einmal prüfen, doch bleibt das Wetter so wie in den letzten Tagen, ist eine zentrale Spielabsage für den Kreis Leipzig bis Freitag Mittag nicht auszuschließen“, schätzt Geschäftsführer Uwe Schlieder die Lage ein.

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Noch besteht Hoffnung: Bis Samstag soll es einen starken Temperaturanstieg geben, viel Sonne und Wind können den Unterschied ausmachen. Niemand muss also den Kopf in den Schnee stecken. Uwe Schlieder meint: „Dieses Jahr ist der Winter voll im Rahmen gewesen. Da gab es weitaus schlimmere in der Vergangenheit. März und April sind aber jedes Jahr unberechenbar, da kann es immer zum Wetterchaos kommen.“ Generalabsagen versucht der Verband zu vermeiden. „Denn einige Vereine haben Kunstrasen und können fast immer spielen. Doch davon gibt es in Leipzig leider zu wenige.“

Im Gegensatz zu fast allen Regionalliga-Kontrahenten musste Chemie Leipzig in dieser Saison bislang kein einziges Heimspiel im Alfred-Kunze-Sportpark absagen. Ein Vorteil für die Chemiker? „Definitiv“, sagt BSG-Pressesprecher Jörg Augsburg. Nicht nur, weil das nicht optimale Geläuf ein Nachteil für die Gegner sein könnte. „Wir kennen unseren Platz, kommen damit zurecht. Andere sind das nicht gewohnt.“

Chemie blieb bislang weitgehend im Spielrhythmus – ein entscheidender Faktor. „Wir sind immer froh, wenn regulär gespielt wird“, so Augsburg. Kräftezehrende englische Wochen und Rechenspielchen durch „verzerrte Tabellen“ will Chemie vermeiden. Die BSG-Spieler beschweren sich jedenfalls nicht über die Rasensituation. „Die Bedingungen sind sekundär. So lange es nicht abnormal stürmt, wollen die Jungs spielen.“

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Am Samstag soll der ZFC Meuselwitz empfangen werden, doch der plötzliche Schnee lässt diesmal auch in Leutzsch „die Zuversicht drastisch sinken“. Augsburg: „Stand jetzt prüfen wir, ob das Spiel auf Sonntag verschoben werden kann. Das würde dem Rasen gut tun.“ Eine Absage ist dennoch nicht auszuschließen.

Definitiv ausfallen wird das Spiel von Lok Leipzig beim FC Oberlausitz Neugersdorf, wo 20 Zentimeter Schnee liegen. Ein Ausweichen auf den Kunstrasen ist nicht möglich. Oberlausitz-Coach Weidner begründet dies: „Die Partie gegen Lok ist ein Sicherheitsspiel. Wir haben um unseren Kunstrasen keinen Gästeblock, keine Barrieren. Da dürfen wir dann nicht spielen.“ Übrigens: Ab der dritten Liga ist laut den Lizenzbestimmungen des DFB eine Rasenheizung Pflicht. Doch auch dies ist kein Allheilmittel, wie das abgesagte Drittligaspiel am Dienstag in Jena zeigt.

Anton Kämpf

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