USER-BEITRAG Leutzscher Euphorie nach dem geglückten Aufstieg in die Oberliga. © Christian Modla

Chemie Leipzig darf doch im Pokal ran – Gericht verbietet Fahnen und Choreo

Steffen Tänzer, Vorsitzender des nächsthöheren Verbandsgerichts, bemängelte in seiner 24-seitigen (!) Begründung fehlende Verhältnismäßigkeit beim vorherigen Urteil.

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Leipzig. Fußball-Oberligist Chemie Leipzig darf in dieser Saison doch im Landespokal antreten. Ein anderslautendes Sportgerichtsurteil des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV) wegen Abbrennens von Pyrotechnik beim Aufstieg in die Oberliga wurde nun in zweiter Instanz gekippt. Steffen Tänzer, Vorsitzender des nächsthöheren Verbandsgerichts, bemängelte in seiner 24-seitigen (!) Begründung fehlende Verhältnismäßigkeit beim vorherigen Urteil. Ein gänzlicher Ausschluss aus Wettbewerben sei „ultima ratio“ – somit nur als absolut härteste Bestrafung anzuwenden.

Ganz ohne Verurteilung kommt Chemie allerdings trotzdem nicht davon. Ganz im Gegenteil. Die zahlreichen Fans der BSG müssen laut neuer Maßgabe beim nun anstehenden Pokalauftritt am kommenden Samstag gegen die SG Handwerk Rabenstein (Landesklasse West) auf jegliche Zaunfahnen, Banner und Choreografien verzichten. Zudem muss der Verein 4.000 Euro Strafe sowie einen Großteil der Gerichtskosten zahlen und künftig bei Pokal-Auswärtspartien immer vier Ordner im Schlepptau haben, die eigene Supporter kontrollieren sollen.

**Gericht verbannt Fankultur aus dem AKS

**Während die hohe Geldstrafe dem Oberligisten erheblich aufs Kontor drückt, sorgt der Ausschluss von Fanutensilien in der Chemie-Fanszene für Unverständnis und Kritik. Diese Reaktion hat das Gericht offenbar einkalkuliert. So heißt es im Urteil, dass gerade bei den Fangruppen der BSG Chemie „die Durchführung von Choreografien sowie die Verwendung und das Zeigen von Block-und Zaunfahnen sowie Banner und Flaggen, Plakate sowie sämtlicher vergleichbarer Elemente traditionell eine hohe Bedeutung zukommt und das Verbot der Präsentationen eine nicht unerhebliche Einschränkung der Fankultur bedeutet.“

Mit dem Ausschluss von Fanutensilien soll nun angeblich ein Umdenken angestoßen werden. „Die Gefahr einer Solidarisierung sämtlicher Zuschauer und von Zuwiderhandlungen gegen dieses Verbot ist weniger wahrscheinlich als die Aussicht, eine Bewusstseinsbildung zu erreichen, die fairen couragierten Anhängern auf den Rängen für die Mithilfe gegen Pyroaktionen zu gewinnen und bei den Leutzscher Zuschauern den dringend erforderlichen Selbstregulierungsprozess zu fördern“, schreibt der Vorsitzende Richter Steffen Tänzer in seiner Begründung weiter.

Die vergleichsweise hohe Geldstrafe von 4.000 Euro setzt sich laut Auflistung aus der Strafe für die vor allem nach dem Führungstreffer  und der aufkommenden Aufstiegseuphorie der Leutzscher abgebrannten Pyrotechnik sowie aus dem angeblichen Mangel an Sicherheitskräften zusammen. Die BSG hatte für ihr letztes Sechstliga-Spiel 24 Ordner im Dienst – gefordert wären laut SFV aber 38 gewesen. Zudem hätten die Sicherheitskräfte die eigenen Anhänger angeblich zu lasch kontrolliert und so die Pyrotechnik im Stadion erst ermöglicht.

BSG Chemie Leipzig VfL Pirna-Copitz 07-Kicker 94 Markkleeberg (18/06/2017 17:00) Oberliga Region Nordostdeutschland NOFV-Oberliga Süd (Herren) Region/Leipzig BSG Chemie Leipzig (Herren) ugccontent

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