28. Juni 2018 / 12:35 Uhr

Chemie Leipzig empfängt SK Bar Kochba: Fußballbegegnungsfest erinnert an jüdischen Sportklub 

Chemie Leipzig empfängt SK Bar Kochba: Fußballbegegnungsfest erinnert an jüdischen Sportklub 

Thomas Fritz
2017 kam es beim Freundschaftskick im Rahmen des Fußballbegegnungsfestes zum Duell zwischen Benjamin Schmidt (hinten) und Khvicha Shubitidze.
2017 kam es beim Freundschaftskick im Rahmen des Fußballbegegnungsfestes zum Duell zwischen Benjamin Schmidt (hinten) und Khvicha Shubitidze. © Christian Modla
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Vorträge, ein internationaler Jugendaustausch, ein C-Jugend-Turnier sowie ein Freundschaftsspiel sollen das Gedenken an den 1939 von den Nationalsozialisten aufgelösten Club wach halten.

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Leipzig. 1939 lösten die Nationalsozialisten den jüdischen Fußballclub SK Bar Kochba Leipzig auf. Seine Mitglieder wurden entrechtet und angefeindet, manche verließen ihre Heimat für immer, von anderen verloren sich die Spuren. Wie viele dem NS-Terror zum Opfer fielen, ist unbekannt. Seit 2015 wird mit dem „Internationalen, interkulturellen Fußballbegegnungsfest“ die Erinnerung an die Vereinsmitglieder wach gehalten. Teil des Festes sind Vorträge, ein internationaler Jugendaustausch, ein C-Jugend-Turnier sowie ein Freundschaftsspiel zwischen der BSG Chemie und dem SK Bar Kochba. „Das Anliegen der Organisatoren ist uns sehr sympathisch“ sagt Chemie-Sprecher Jörg Augsburg. „Zumal wir selbst immer wieder antisemitischen Beschimpfungen ausgesetzt sind.“

SK Bar Kochba kickt beim 4. Internationalen Fußballbegegnungsfest

Wenn die BSG Chemie am Samstag (15.30) im Alfred-Kunze-Sportpark zum Freundschaftsspiel antritt, steht der sportliche Aspekt im Hintergrund. Dennoch könnte es auch zum Einsatz von Testspielern kommen, so Augsburg. Der Regionalliga-Absteiger hat seine Kaderplanungen noch nicht abgeschlossen und testet am Freitag (18.30 Uhr) auf heimischen Rasen gegen den Bischofswerdaer FV sowie am Sonntag (14 Uhr) bei der TuS Pegau.

Am Sonnabend sind unter anderem der frühere St. Pauli-Kicker Markus Aerdken, Ex-Chemie-Trainer Steffen Hammermüller sowie vier Spieler aus den höchsten israelischen Ligen dabei. Das Leibchen des jüdischen Klubs wollte auch Kulttorhüter Tomislav Piplica überstreifen - allerdings trägt sein Regionalliga-Verein Wacker Nordhausen zur gleichen Zeit ein Testspiel aus, weshalb der 49-Jährige absagen musste. Insgesamt werden an den drei Tagen rund 4.000 Teilnehmer und Zuschauer erwartet, teilte der Veranstalter „Tüpfelhausen – Das Familienportal e.V.“ mit.

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Weiteres Highlight ist das Jugendturnier, bei dem 20 C-Juniorenmannschaften aus Israel, Tschechien und dem gesamten Bundesgebiet am Sonntag in der Sportschule des Sächsischen Fußball-Verbandes um den Max und Leo Bartfeld-Pokal wetteifern. Darunter Teams der BSG Chemie, des 1. FC Lok und von Tennis Borussia Berlin, dem aktuellen deutschen C-Junioren-Meister im Futsal. Die Pokale übergeben Zsolt Balla, Rabbiner der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig, und Schirmherr Dr. Thomas Feist. Einige der Sportler nehmen auch an einer fünftägigen Begegnung von Jugendlichen aus Deutschland, Tschechien und Israel teil. Sie wollen mit dem Gedenken an die Vergangenheit Brücken in die Zukunft bauen und für ein tolerantes Miteinander werben.

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