14. Dezember 2017 / 15:42 Uhr

Chemie Leipzig: Holztribüne wird saniert – Leistungszentrum in Planung

Chemie Leipzig: Holztribüne wird saniert – Leistungszentrum in Planung

Matthias Puppe, LVZ.de
Die Holztribüne im Kunze-Sportpark hat schon viele Jahre auf dem Buckel.
Die Holztribüne im Kunze-Sportpark hat schon viele Jahre auf dem Buckel. © BSG Chemie Leipzig
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Die historische Holztribüne im Alfred-Kunze-Sportpark hat bereits mehr als 70 Jahre auf dem Buckel. Nun wird sie saniert. Die Baumaßnahmen sind dabei nur der Anfang von notwendigen Erneuerungen im Leutzscher Holz.

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Leipzig. Fußball-Regionalligist Chemie Leipzig treibt in der Winterpause die Sanierung des heimischen Alfred-Kunze-Sportparks voran. Wie Vereinsvorstand Dirk Skoruppa am Donnerstag erklärte, werde in den kommenden drei Monaten die denkmalgeschützte Holztribüne auf Vordermann gebracht. Unter anderem soll die Statik des Bauwerks ertüchtigt, die Dachkonstruktion erneuert und der Holzbelag komplett ausgetauscht werden. Nach Abschluss der Arbeiten könnten dann wieder bis zu 1000 Chemie-Fans auf der 70 Jahre alten Konstruktion Platz finden, hieß es.

„Die Tribüne ist für uns natürlich ein sehr markantes Bauwerk, jeder der uns im AKS besucht, der schaut auf die Tribüne. Es gibt sonst auch keinen anderen Bereich im Stadion, wo man im Trockenen sitzen kann. Uns ist die Tribüne auch deshalb so wichtig“, so Skoruppa. Um die Arbeiten durchführen zu können, seien Fördermittel von der Stadtverwaltung eingeworben worden. Zusammen mit den Eigenmitteln des Vereins liegt die Investitionssumme „im ordentlichen fünfstelligen Bereich“.

Trainingshalle bereits erneuert – Flutlicht und Kunstrasen sollen folgen

Bereits abgeschlossen sind dagegen die Arbeiten in der Trainingshalle der Leutzscher. Dort wurden Kunstrasen, Banden, Tore und Netze erneuert, eine energiesparende LED-Beleuchtung installiert und vor allem die beschädigten Fenster und Türen repariert. „Es war wichtig, dass wir das noch vor der Winterpause schaffen, damit unsere Mannschaften dort guten Gewissens auch in der kalten Jahreszeit trainieren können“, so der verantwortliche Chemie-Vorstand weiter. Die Außenfassade der Halle soll im kommenden Jahr aufpoliert werden. Hierbei hofft der Verein unter anderem wieder auf die Unterstützung seiner Fans – die zuletzt bereits bei der Erneuerung des „Fuchsbau“ genannten kleinen Sanitärtraktes im Stadion geholfen haben. Auch beim Familienblock, dem ersten im Leipziger Fußball, hat sich in den vergangenen Monaten noch Einiges getan. „Bei Chemie gibt es kein Familienfußball oder Traditionsfußball. Bei Chemie ist beides wichtig“, sagte Vereinssprecher Jörg Augsburg am Donnerstag.

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Sind die Arbeiten an der Tribüne dann im Frühjahr abgeschlossen, soll der malade Kunstrasenplatz unter freiem Himmel dran kommen. Aktuell stehen entsprechende Bauplanungen an, werden Fördermittel beantragt, sagte Skoruppa. Im Januar sollen zudem die Planungen der neuen Flutlichtmasten im Stadion konkreter werden, Chemie will dafür eine Arbeitsgruppe aus Vereinsoffiziellen, Experten und Fans bilden. Für die mutmaßlich notwendigen 300.000 bis 500.000 Euro werden weiterhin Sponsoren und Spender gesucht – seit Sommer 2017 haben die Fans der Grün-Weißen bereits 37.000 Euro gesammelt. Andererseits sollen weitere Benefizspiele der Regionalliga-Elf Geld für das Flutlicht generieren, am 13. Januar geht es beispielsweise mit dem Leutzscher Sonderzeug zum TSV 1860 München.

Vom „traurigen Bild“ zum „Leistungszentrum AKS 2030“

Parallel zum Tatendrang im Stadion sind auch die Verhandlungen mit der Kommune über eine langfristige Nutzung des Sportparks auf der Zielgeraden. Ein entsprechender Pachtvertrag sei vorbereitet, noch in diesem Jahr soll dieser unterzeichnet werden, hieß es am Donnerstag. Das wäre für die weitere Erneuerung des Stadions notwendige Grundlage, so Skoruppa. Denn auch wenn die bereits angelaufenen Sanierungsarbeiten vielversprechend klingen, können diese nur der Anfang sein. „Es gab in den letzten Monaten mit verschiedenen Beauftragten des Amts für Sport Begehungen und Bestandsaufnahmen im Stadion, die ein sehr trauriges Bild ergeben haben. Die meisten Dinge davon sind gar nicht sichtbar, das betrifft vor allem die gesamte Medienstruktur, die sich im Boden befindet“, so der BSG-Vorstand weiter. Diverse Wasserrohrbrüche hätten die Arbeit des Vereins in den vergangenen Monaten vor Probleme gestellt. Eine grundhafte Sanierung dessen könne die BSG Chemie allerdings nicht allein stemmen.

Projektskizze: So könnte das Leistungszentrum AKS 2030 im Alfred-Kunze-Sportpark aussehen.
Projektskizze: So könnte das "Leistungszentrum AKS 2030" im Alfred-Kunze-Sportpark aussehen. © BSG Chemie Leipzig

Basis für entsprechende Ertüchtigungen mit Mitteln aus der Stadtkasse sei auch die langfristige Perspektive des grün-weißen Fußballs im Stadion. Diesen wollen die Chemiker unter anderem mit ihrem neuen „Leistungszentrum AKS 2030“ geben. Die Vision sieht unter anderem vor, alle Rasenplätze für einen optimalen Wettkampfbetrieb aufzuwerten, einen neuen Versorgungstrakt am Hauptplatz zu bauen, ein neues Vereinsgebäude samt Sozialtrakt anstelle des heutigen „Fuchsbaus“ zu errichten und nicht zuletzt auch die historische Holztribüne im Inneren auszubauen. „Wir planen bis 2030 die Zukunft des Vereins, Chemie ist ein Fußballverein, das ist unsere DNA“, sagte Augsburg. Bevor die Planungen dafür allerdings konkreter werden, sollen die Mitglieder der BSG Chemie Leipzig auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über das Konzept abstimmen können.

Klassenerhalt im Fokus – Training wird aufgestockt

Keine Zukunftsvision ist dagegen die sportliche Situation bei den Leutzschern. Nach einem denkwürdigen Jahr mit Höhepunkten am Fließband, mit einem sensationellen Durchmarsch bis in die Regionalliga, mehreren Derbys und erfolgreichen Pokalschlachten steht die BSG aktuell nur auf dem vorletzten Tabellenplatz. „Wir haben die vierte Liga erst etwas unterschätzt, das hat man in den ersten Spielen klar gesehen“, sagte Cheftrainer Dietmar Demuth am Donnerstag und fügt an: „Wir hatten in diesem Jahr auch fast nur Highlights, da ist auch klar, dass bei manchem am Ende einfach der Stöpsel gezogen ist.“ Dennoch ist sich der 62-Jährige sicher: „Mit neuen Kräften werden wir in der Rückrunde auch die notwendigen Punkte holen und ich hoffe, dass wir im Mai dann den Klassenerhalt feiern können.“

Laut Sportchef Frank Kühne sollen dafür in der Winterpause auch noch einige Dinge bewegt werden. Zum einen soll mit Leistungsträgern verlängert werden, zum anderen zusätzliche Kräfte ins Leutzscher Holz geholt werden. Mit Branden Stelmak hat bereits ein neuer Stürmer den Weg dorthin gefunden. „Wir sind auch noch an weiteren Verpflichtungen interessiert“, so Kühne. Nicht zuletzt werde das Training aufgestockt. „Ich glaube man konnte sehen, dass andere Teams uns körperlich noch Einiges voraus haben“, so Cheftrainer Demuth. Künftig soll es neben den abendlichen Trainingseinheiten auch Übungen am Vormittag geben – für jene Spieler, die das neben ihrer beruflichen Tätigkeiten einrichten können. „Wir haben ja einige Studenten und Spieler, die bei Sponsoren angestellt sind“, so der Chefcoach optimistisch.

Aktuelle Zahlen zur BSG Chemie Leipzig:

Mitgliederzahl: 1300 (+ 450 seit Sommer 2017)

Dauerkarten Saison 2017/18: 950 (+650 gegenüber der Vorsaison)

Zahl der aktiven Mannschaften: 15 mit etwa 200 Spielern

Anzahl der lizensierten Übungsleiter: 35

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