Fanblock der BSG Chemie Leipzig Fanblock der BSG Chemie Leipzig © Sportbuzzer-Archiv
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Chemie Leipzig kritisiert NOFV und bittet DFB um Hilfe

Die Leutzscher wehren sich gegen eine Kollektivstrafe und hoffen auf Gehör beim Dachverband.

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Leipzig. In der vergangenen Regionalliga-Saison hat Chemie Leipzig nicht nur sportlich einiges Lehrgeld bezahlen müssen. Abseits des Platzes sammelten die Leutzscher auch mit den Gremien des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) Erfahrungen – und nicht nur positive. Chemie hat sich deshalb nun in einem offenen Brief direkt an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) gewandt, darin den NOFV scharf kritisiert und um die Einhaltung von DFB-Standards auch in unteren Ligen gebeten.

Anlass für das Schreiben an den DFB ist offenbar der Ausgang eines Sportgerichtsverfahrens gegen Chemie. Für gezündete Pyrotechnik im Chemie-Fanblock beim Leipziger Derby am 22. November im Bruno-Plache-Stadion sowie für eine Unsportlichkeit beim Heimspiel gegen Altglienicke wurde der Verein nicht nur zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro, sondern auch zu einem Zuschauerausschluss auf Bewährung verurteilt. Ein Einspruch der Leutzscher gegen die Unverhältnismäßigkeit des Urteils wurde letztlich ebenfalls abgeschmettert. Die mit kleinem Budget, ohne Mäzen und ohne Verschuldung arbeitenden Leutzscher empfinden die Strafe nicht nur als existenzgefährdend, sondern auch als diametral zu den Regeln des DFB stehend.

DFB gegen Kollektivstrafen

Denn der Dachverband aller 26 Regionalverbände in Deutschland hat sogenannte Kollektivstrafen für Vereine explizit ausgesetzt. Im August 2017 erklärte DFB-Präsident Reinhard Grindel, „keine Sanktionen wie die Verhängung von Blocksperren, Teilausschlüssen oder Geisterspielen“ mehr zu wollen und empfahl den Gremien, entsprechend auch keine Strafen mehr zu verhängen, die Wirkung auf unbeteiligte Fußballfans haben könnten. Das Urteil des NOFV gegen Chemie trifft allerdings auch Unbeteiligte, argumentiert Chemie nun. Zudem werde sich die ohnehin vergleichsweise hohe Geldstrafe von 10.000 Euro bei einem Zuschauerausschluss angesichts der Einnahmenausfälle auch noch mindestens verdreifachen.

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Wie Chemie weiter ausführt, arbeite das Sportgericht des NOFV „intransparent in Sachen Strafmaßdimension, agiert weltfremd, vorurteilsbeladen und ohne objektive Betrachtung der Ereignisse“. Man wolle die Unabhängigkeit der Sportgerichte in der Region nicht in Frage stellen. „Diese setzen wir – auch wenn es uns manchmal schwerfällt – voraus. […] Ein wenig mehr Input von außen täte den – von öffentlichen Diskursen augenscheinlich weitgehend abgeschotteten – Gremien des NOFV sicher gut“, schreibt der Vorstand der BSG Chemie weiter an den DFB.

Abschließend haben die Leutzscher in ihrem Brief einen Maßnahmenkatalog formuliert. Darin bitten sie den DFB, auf die Durchsetzung der eigenen Richtlinien zu beharren und nachvollziehbare Strafmaße für alle Regionalverbände zu erarbeiten. Zudem sollen die Funktionäre in den Regionen besser hinsichtlich gesellschaftlicher Entwicklungen geschult werden – insbesondere in Bezug auf das Erkennen von Rassismus und Antisemitismus im Stadion. Und nicht zuletzt hofft Chemie auf die Einrichtung eine unabhängigen Schlichtungsstelle für alle Vereine, die Diskrepanzen mit ihren Regionalverbänden haben.

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