17. August 2018 / 11:27 Uhr

Chemies Pokalhistorie: Fünfmal dabei – dreimal ging’s ins Elfmeterschießen

Chemies Pokalhistorie: Fünfmal dabei – dreimal ging’s ins Elfmeterschießen

Redaktion Sportbuzzer
DFB-Pokal 2005: Die BSG Chemie Leipzig unterliegt dem 1. FC Dynamo Dresden mit 3:5 nach Elfmeterschießen. Die Leutzscher Torwartlegende Rene Twardzik wird von Dynamo Dresdens Ignjac Kresic getröstet. 
DFB-Pokal 2005: Die BSG Chemie Leipzig unterliegt dem 1. FC Dynamo Dresden mit 3:5 nach Elfmeterschießen. Die Leutzscher Torwartlegende Rene Twardzik wird von Dynamo Dresdens Ignjac Kresic getröstet. 
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Der Leutzscher Fußball hat eine lange Pokal-Historie und viele Stories. Am Sonntag kommt nun Jahn Regensburg zu Chemie Leipzig, um ein weiteres Kapitel der Geschichte zu schreiben.

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Leipzig. Pokal-Atmosphäre in Leutzsch! Wenn Zweitligist Jahn Regensburg am Sonntag (15.30 Uhr) bei der BSG Chemie Leipzig antritt, kann alles passieren. Bekanntlich gilt das Sprichwort, dass in diesem Wettbewerb alles möglich ist.

Chemie und der Pokal – in der fast 120-jährigen Vereinsgeschichte gab es manche „Schlacht“ mit überraschendem Ausgang. Und es war alles dabei: unglaubliche Blamagen, sensationelle Siege. Die Pokal-Historie begann 1935, als in der Zwischenrunde des Tschammer-Pokals der Leutzscher Vorgänger-Verein TuRa bei Olympia 1896 1:3 verlor. 4000 Zuschauer waren dabei, als Herbert Schmidt den Ehrentreffer erzielte.

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Der unvergessene Höhepunkt der Leutzscher DDR-Pokalgeschichte datiert vom 30. April 1966, als sich die BSG Chemie den FDGB-Pokal an der Bautzner Müllerwiese gegen Lok Stendal holte. Bäckermeister Hans-Bert Matoul erzielte den einzigen Treffer. Das Viertelfinale in Aue war wesentlich spektakulärer. Die Wismut führte vor 3000 Zuschauern schon 2:0, ehe Medizinstudent Bernd Bauchspieß zum Hattrick ansetzte. Horst Scherbarth musste in der 57. Minute mit einer Zerrung vom Feld. Gewechselt werden durfte damals nicht, also mussten die Leutzscher zu zehnt weitermachen.

Nach dem Oberliga-Abstieg kam 1980 beim Bezirksliga-Vertreter Limbach-Oberfrohna nach Elfmeterschießen das blamable Aus. In der Tristesse der 80er-Jahre waren es die Spiele 1981 in Karl-Marx-Stadt (1:2) und 1982 in Jena (0:3), die der grün-weißen Fangemeinde Trost und Abenteuer spendeten. Mit fast 2000 Fans reiste der Zweitligist zu den Oberliga-Vetretern und behielt zumindest auf den Rängen stimmungsmäßig die Oberhand. Für Furore sorgte Chemie 1986, als man Carl-Zeiss Jena im Achtelfinale 2:1 schlug. Der heutige Torwarttrainer Harald Bellot stand im Tor, der spätere FC-Sachsen-Coach Jürgen Raab traf zum Anschlusstor. Das folgende Spiel verlor man bei Hansa Rostock auf einem Nebenplatz mit 1:3. Chemie war durch den „Melker“ Frank Turnier in Führung gegangen. Er hatte eine landwirtschaftliche Ausbildung gemacht und ist heute noch als Fan auf dem Dammsitz dabei.

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Die Nachwende-Pokalgeschichte lief zunächst erfreulich, denn der FC Sachsen holte sich den Sachsenpokal dreimal in Folge (92/93 Dresdner SC 2:0, 93/94 Plauen 2:1, 94/95 Dynamo Dresden 2:0). Die Belohnung in Form der Teilnahme am DFB-Pokal endete jeweils dramatisch und tragisch. Gegen den FC St. Pauli wurde ein 2:2 errungen, im Elfmeterschießen unterlag Sachsen 5:6. Ein Jahr darauf das gleiche Schicksal gegen 1860 München: 0:0 nach 90 Minuten, 3:4 im Elfmeterduell.

Im August 1995 wurde der Fluch gebrochen, als die Leutzscher den Zweitligisten Bochum 2:1 rauswarfen. Im Kader der Westdeutschen damals Chemie-Urgestein Matthias Jack, der für zwei Jahre im Ruhrpott spielte. Der Karlsruher SC stoppte die Sachsen, als „Icke“ Häßler und Manni Bender im Dauerregen zweimal für die Badener trafen.

Zwei Niederlagen gegen RB Leipzig

Erst zehn Jahre später setzte der FC Sachsen wieder ein Ausrufezeichen, als er erneut ein Finale erreichte und den Chemnitzer FC mit 2:1 im Zentralstadion besiegte. Im Kader der Grün-Weißen war Rückkehrer Matthias Jack, der zwischenzeitlich Karriere in der Bundesliga und in Schottland gemacht hatte. Trainer der Chemnitzer damals: Dietmar Demuth. Im DFB-Pokal wurde Dynamo Dresden zugelost, das mit 12 .000 Fans ins Zentralstadion reiste. 30 450 Zuschauer insgesamt sorgten für eine tolle Atmosphäre – sie erlebten ebenfalls einen Elfmeterkrimi. Der unglückliche Kevin Kittler scheiterte an Dynamos Ignjac Kresic – und an seinen Nerven.

In der Endphase seines Bestehens unterlag der FC Sachsen im Landespokalfinale dem Chemnitzer FC 0:1. Zweimal wurde dem FCS der neue Stadtrivale RB zugelost, die Bullen setzten sich 3:1 und 2:0 durch.

Die BSG Chemie startete 2008 erstmals wieder unter dem alten Namen. Gegen wen? Klar, gegen Olympia. Wie 73 Jahre zuvor verlor man 0:1. Zehn Jahre später holten die Bury & Co. nun gegen Neugersdorf den Landespokal (1:0). Und nun? Kommt mit Jahn Regensburg ein ganz neuer Gegner, mit dem man zuvor noch nie die Klinge gekreuzt hat. Vielleicht kommt es ja ganz traditionell – der erste Sieg im Elfmeterschießen wartet!

Jens Fuge

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