02. Juni 2018 / 15:19 Uhr

Chris Löwe: Von Wacker Plauen in die Premier League

Chris Löwe: Von Wacker Plauen in die Premier League

LVZ
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Chris Löwe (Huddersfield Town): Spielt nicht mehr eine ganz so große Rolle wie zu Saisonbeginn. Ist nur noch selten im Aufgebot und überzeugt seinen Trainer David Wagner kaum. Ganz raus ist der Profi aus Plauen aber nicht - aktuell hat Scott Malone die Nase vorn. NOTE: 4
Chris Löwe (Huddersfield Town) © Archiv
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Fußballprofi Chris Löwe hatte als Siebenjähriger bei Wacker Plauen mit dem Fußballspielen begonnen, steht aktuell bei Huddersfield Town unter Vertrag und stattete jetzt seinem Heimatverein einen Besuch ab.

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Plauen. In der Vereinsgaststätte des 1. FC Wacker Plauen ist kaum ein Platz frei. Fußballprofi Chris Löwe vom englischen Premier-League-Club Huddersfield Town stattete seinem Heimatverein einen Besuch ab. Alle sind stolz auf ihr Eigengewächs. 100 Fans, darunter viele Nachwuchskicker, waren erschienen, um mit Löwe ins Gespräch zu kommen, ein Autogramm ihres Idols mit nach Hause zu nehmen oder ein Foto mit ihm zu machen. Sich die Zeit zu nehmen, war für den 29-Jährigen eine Selbstverständlichkeit. „Heimat ist mir sehr wichtig, meine Familie lebt immer noch in Plauen. Ich habe dem Verein viel zu verdanken und wollte den Leuten mit meinem Besuch auch etwas zurückgeben“, sagt Löwe, der 1996 als Siebenjähriger mit dem Fußballspielen bei Wacker Plauen begonnen hatte.

Allerdings nicht ohne Hindernisse. „Wir haben Chris nach den ersten Trainingseinheiten wieder nach Hause schicken müssen. Es gab Zweifel an seiner Tauglichkeit als Fußballer“, erinnert sich Vorstandsmitglied Karsten Repert, damals Jugendleiter bei Wacker.

Doch Löwe blieb am Ball, übte im heimischen Garten und kehrte einige Monate später auf den Trainingsplatz zurück. „Sein damaliger Trainer Dirk Stupning hatte dann schnell erkannt, dass aus Chris tatsächlich ein richtig guter Kicker werden könnte. Trotzdem ist er uns bis zu seinem Wechsel 2002 aufs Internat des Chemnitzer FC treu geblieben. Inzwischen ist er der erfolgreichste Fußballer des Vogtlands“, erzählt Repert.

Bilderbuchkarriere mit Bodenhaftung

Löwe legte in der Tat eine Bilderbuchkarriere hin, ohne jemals die Bodenhaftung zu verlieren. „Ich hatte vielleicht zehn Prozent Talent, der Rest war harte Arbeit und hartes Training. So läuft es auch heute noch. Ich muss mich nicht in den sozialen Netzwerken präsentieren, ich konzentriere mich lieber aufs Wesentliche“, betont Löwe.

Unter Gerd Schädlich gelang ihm beim CFC der Sprung in den Männer- und Profibereich. 2011 folgte der Außenverteidiger dem Lockruf von Borussia Dortmund. Für den BVB absolvierte Löwe unter anderem sieben Einsätze in der ersten Bundesliga. Nach drei Jahren beim 1. FC Kaiserslautern wechselte Löwe 2016 nach England zu Huddersfield Town. Dort fand die Erfolgsgeschichte des Sachsen mit dem Aufstieg 2017 in die Premier League ihre Fortsetzung.

„Was in den letzten zwei Jahren passiert ist, ist schon sehr speziell. Ich werde das wahrscheinlich alles erst richtig kapieren, wenn ich meine Karriere beendet habe. Niemand hatte uns den Aufstieg zugetraut. Dass wir dieses Jahr die Klasse halten konnten, ist die noch viel größere Sensation“, sagt Löwe vor allem angesichts der Tatsache, dass Huddersfield mit rund 30 Millionen Euro über den kleinsten Etat aller Vereine der Premier League verfügte. „Wir haben bewiesen, dass nicht immer nur das Geld über Erfolg entscheidet. Wir haben einen klaren Plan und verfügen über einen unglaublichen Zusammenhalt innerhalb des Teams und des Vereins. Außerdem ist unsere Spielweise für viele Gegner sehr unangenehm“, meint Löwe, der mit 23 Saisoneinsätzen auch seinen Anteil am Klassenerhalt der Mannschaft um den deutschen Trainer David Wagner hat.

„Uns trennen keine Zäune oder Polizei“

Egal, ob im heimischen John Smith’s Stadium, in Wembley oder an der Stamford Bridge, wo der FC Chelsea spielt – Löwe genießt jede Minute im englischen Oberhaus. „Für mich ist die Premier League die beste Liga der Welt. Die Leistungsdichte ist enorm. Hinzu kommt die fantastische Stimmung. Es gibt, anders als in Deutschland, keine vier Meter hohen Zäune oder Hundertschaften von Polizei um die Arenen. Bei uns in Huddersfield trennt eine Reihe Ordner den Heim- vom Gästeblock. Alle wissen, dass dort nichts passiert“, erzählt Löwe, dessen Vertrag in Huddersfield noch bis 2020 gültig ist.

„Die nächsten zwei Jahre werde ich weiter in England spielen. Aktuell ist geplant, dass ich anschließend mit meiner Frau und meinem Sohn nach Deutschland zurückkehre. Aber das Fußballgeschäft ist schnelllebig. Man weiß nie, was alles passieren kann“, unterstreicht Löwe, der den Abend bei seinem Heimatverein sichtlich genossen hat.

Sebastian Wutzler

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Gepostet von Huddersfield Town am Mittwoch, 29. November 2017
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