04. März 2018 / 14:33 Uhr

Christian Streich und die Frage: Passt dieser Mann zum FC Bayern?

Christian Streich und die Frage: Passt dieser Mann zum FC Bayern?

Patrick Strasser
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Medien: Freiburg-Trainer Streich zum FC Bayern?
Medien: Freiburg-Trainer Streich zum FC Bayern?
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Der Rekordmeister ist bei seiner Trainersuche offenbar auf Freiburgs Christian Streich aufmerksam geworden. Aber passt das zusammen? Eine Analyse von Bayern-Korrespondent Patrick Strasser.

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Christian Streich zum FC Bayern München – das klingt wie: Robert Lewandowski zum SC Freiburg. Putzig, diese am Freitag aufgepoppte Nachricht. Fake News sicher, oder doch nicht? Das Gerücht ist jedenfalls in der Welt: Streich, seit Januar 2012 Cheftrainer in Freiburg, soll laut Bild ein Kandidat für die Nachfolge von Jupp Heynckes bei den Bayern sein. Man habe im Februar „lockeren Kontakt“ mit dem 52-Jährigen aufgenommen, bereits im Sommer schon einmal vorgefühlt. Eine Nebelkerze?


Sofort hat man Bilder im Kopf: Man denkt sich Streich in den Kosmos Säbener Straße. Irgendwie witzig, amüsant. Seine Sprüche, seine Direktheit, sein alemannischer Dialekt, seine daher oft drollige Art zu sprechen – und das alles während der Analyse eines Champions-League-Spiels bei Real Madrid im Estadio Santiago Bernabéu? Im Klubanzug! Hätte was! Aber hat es auch nur eine Spur von Realismus?

Ein Transfer des Toptorjägers Lewandowski in den Breisgau ist tatsächlich abwegig, denn da geht es ums Geld und Freiburg hat wenig Geld. Bei Streich dagegen geht es um Knowhow und Erfahrung, von beidem hat der aktuell dienstälteste Bundesliga-Trainer reichlich.

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Es muss menschlich passen bei den Bayern

Doch allein Kompetenz und eine trophäenlastige Vergangenheit garantieren keine Erfolge wie man in München am Beispiel des Italieners Carlo Ancelotti gesehen hat. Es muss menschlich passen, die Chemie muss stimmen. Nicht immer erreicht man beinahe 100-prozentige Übereinstimmung wie bei Jupp Heynckes und Bayern. Der 72-Jährige wird wohl im Sommer seine Karriere beenden, auch wenn er das nicht klipp und klar sagt. Im Hinterkopf steht eine Hintertür offen. Plan A, mit Heynckes noch ein Jahr weiterzumachen, dieser Herzenswunsch von Bayern-Präsident Uli Hoeneß, droht zu platzen. Also muss Plan B greifen.

Thomas Tuchel, der gerade eine Saison pausiert, galt lange Zeit als Favorit. Doch für den ehemaligen Trainer von Borussia Dortmund findet man bei den Bayern-Chefs keine GroKo. Julian Nagelsmann (1899 Hoffenheim) oder Niko Kovac (Eintracht Frankfurt) sind unerfahren. Drei andere Top-Trainer sind im Sommer 2018 nicht zu haben: Bundestrainer Joachim Löw, Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig) und Jürgen Klopp (FC Liverpool).

Heynckes lobt Streich

Also Streich? „Er arbeitet seit 23 Jahren beim SC Freiburg. Wenn man jedes Jahr die besten Spieler abgibt und trotzdem ein Team zusammenstellt, das den Klassenerhalt sichert, ist das überragend“, sagt Heynckes. Der Bayern-Trainer lobte vor dem Duell der beiden Mannschaften am Sonntag (15.30 Uhr/SPORTBUZZER-Ticker) seinen Kollegen: „Mir gefällt das, wie er mit seinen Jungs arbeitet. Da ist viel Empathie dabei. Er ist ein außergewöhnlicher Trainer.“ Aber einer für Bayern?

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Ausgerechnet Streich, dieser kauzige Typ, nachdenklich, meinungsstark, direkt. Er hat Germanistik, Geschichte und Sport auf Lehramt studiert, aber nie unterrichtet. Er ist fußballbesessen bis an die Schmerzgrenze. War das nicht auch Pep Guardiola? Streich hat ein Händchen für Talente, kann gut mit jungen Spielern, ist ein Menschenfänger. Wieder eine Übereinstimmung, hier mit Louis van Gaal, dem Super-Super-Kauz.

Es wäre ein Husarenstreich

Man sieht: Die Bayern-Bosse haben neben Rückholaktionen mit Heynckes und Ottmar Hitzfeld immer wieder auf Kauze gesetzt, Experimente gewagt, siehe Jürgen Klinsmann. Doch Streich hat nie mit Superstars gearbeitet, nie einen so mit Egos gespickten Weltauswahlkader wie Bayern trainiert. Streich wagte sich nie aus seinem Freiburger Biotop heraus. 2013 gab er dem Werben des FC Schalke einen Korb. Streich bei Bayern? Nicht denkbar. Und wenn doch? Es wäre ein Husarenstreich. Wie argumentiert Hoeneß stolz, wenn seine Bayern alle überrascht haben? „Do the unexpected!“

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