29. November 2018 / 06:47 Uhr

"Ein Matchwinner, ein Verrückter": Darko Brguljan ist Waspos gefürchteter, aber höflicher Haudegen

"Ein Matchwinner, ein Verrückter": Darko Brguljan ist Waspos gefürchteter, aber höflicher Haudegen

Stefan Dinse
Er mag einschüchternd wirken, ist jedoch höflich und zurückhaltend: Darko Brguljan - hier mit vollem Einsatz im Becken.
Er mag einschüchternd wirken, ist jedoch höflich und zurückhaltend: Darko Brguljan - hier mit vollem Einsatz im Becken. © Florian Petrow
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Er wirkt wie Pirat Schwarzbart, doch der Vergleich hinkt. Darko Brguljan, Angreifer von Waspo 98, ist kein Freibeuter, sondern ein zurückhaltender Künstler - sagt Clubchef Bernd Seidensticker. Die Waffen des Montenegriners sind seine exzellente Technik und Wurfgewalt. Bleibt er in Hannover?

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Darko Brgujlan wirkt oft mürrisch und ist eher wortkarg. Der Wasserballer von Meister und Pokalsieger Waspo 98 Hannover gilt als unberechenbar und extrem torgefährlich. Einen dunklen Bart trägt er obendrein, da liegt der Vergleich mit dem einst berüchtigten Piraten Schwarzbart nahe.

Bei Spandau 04 will Brguljan mit Waspo die nächsten beiden Bundesliga-Punkte erbeuten, am Sonnabend (16 Uhr) steht in Berlin das Topspiel an.

Die Bilder vom Supercup-Gewinn der Wasserballer von Waspo 98 Hannover gegen die Wasserfreunde Spandau

Eindrücke vom Supercup-Gewinn der Wasserballer von Waspo 98 Hannover gegen Spandau. Zur Galerie
Eindrücke vom Supercup-Gewinn der Wasserballer von Waspo 98 Hannover gegen Spandau. ©
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Der Montenegriner ist eu­ropaweit ein gefürchteter Angreifer. Dazu braucht er sich weder Messer und Pistolen umzuhängen noch brennende Lunten an seinen Bart zu binden, wie der legendäre Freibeuter. Das hätte ja im Wasser ohnehin wenig Sinn. Brguljans Waffen sind seine exzellente Technik und Wurfgewalt. Er ist der Mann für die wichtigen Tore und hat immer noch eine Patrone übrig, wenn im Team gar nichts mehr klappen will.

"Er ist ein großer Spieler, ein Matchwinner, ein Verrückter"

So versenkte der 28-Jährige auch den entscheidenden Ball beim 7:5-Finalsieg gegen Spandau um die deutsche Meisterschaft. „Er ist ein großer Spieler, ein Matchwinner, ein Verrückter“, lobt der Waspo-Vorsitzende Bernd Seidensticker, „und er macht Tore, die gar nicht möglich sind.“

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Neun Tore in drei Bundesligapartien hat Brguljan ge­worfen, in der Champions League sind es sechs. Zuletzt gegen BPM Sportmanagement aus Mailand wurde Brguljan vom Italiener Jacopo Alesiani in einen Zweikampf gezwungen, der mit Fäusten ausgetragen wurde. Die Duellanten sahen Rot. Waspos Star kam kopfschüttelnd, aber ohne größere Blessuren aus dem Becken. „Darko hat nicht angefangen“, betont Seidensticker.

In Split muss Brguljan zuschauen

Es drängte sich vielmehr der Verdacht auf, dass die Gäste Waspos Star durch eine gezielte Provokation außer Gefecht setzen wollten. Für die nächste Champions-Partie bei Jadran Split am Dienstag (20.30 Uhr) ist Brguljan jedenfalls gesperrt. „Klar tut uns das weh, kein Trainer der Welt würde auf Darko gern verzichten“, sagt Trainer Karsten Seehafer.

Das sind die Bilder zur Champions-League-Begegnung zwischen Waspo 98 Hannover und BPM Sportmanagement Mailand:

Spielszene aus der Champions-League-Partie zwischen Waspo 98 und BPM Sportmanagement Mailand. Zur Galerie
Spielszene aus der Champions-League-Partie zwischen Waspo 98 und BPM Sportmanagement Mailand. ©

Montenegros Nationalcoach Vladimir Gojkovic freilich muss das. Er war mit dem Mann aus dem Olympia-Allstar-Team von 2018 aneinandergeraten. Eine Rückkehr schloss Waspos Haudegen in einem Interview aus, in dem er Gojkovic mangelnden Respekt vorwarf. „Solange dieser Trainer da ist, werde ich nicht mehr in der Nationalmannschaft spielen“, sagt Brguljan, der 2013 WM- und 2016 EM-Silber gewann. Sein Cousin Drasko ist Kapitän Montenegros, auch Waspos Aleksandar Radovic zählt dazu.

"So einen starken Individualisten hat die Bundesliga noch nicht gesehen"

„Darko hat den Ruf, schwer trainierbar zu sein. Das ist Unfug, einem Künstler und Weltklassemann wie ihm muss man Luft lassen“, so Seidensticker. Bei Waspo verhalte sich der Star stets vorbildlich. „Wir würden ihn gern noch zwei Jahre an uns binden, so einen starken Individualisten hat die Bundesliga noch nicht gesehen“, bekräftigt der Waspo-Chef.

Bilder vom fünften Spiel um die Deutsche Wasserballmeisterschaft zwischen Waspo 98 und Spandau 04 (Juni 2018)

Die Waspo-Spieler feiern mit Sekt und Pokal. Zur Galerie
Die Waspo-Spieler feiern mit Sekt und Pokal. ©

In Hannover weiter vor Anker zu bleiben, das kann sich Brguljan vorstellen. Sein Vertrag läuft bis zum Saisonende. „Wir fühlen uns wohl hier, haben Freunde in der Nordstadt“, sagt der werdende Vater. Mit Ehefrau Sanela erwartet er zum Jahreswechsel einen Sohn, entschieden haben sich die Brguljans je­doch noch nicht.

Brguljan mag einschüchternd wirken, aber ...

Klar ist: Er mag einschüchternd wirken, doch ist höflich und zurückhaltend. Und keineswegs auf leichte Beute aus. So verfolgte er in der Nordstadt mal eine Da­me mit deren Handtasche – sie hatte diese vergessen. „Er ist ein feiner Kerl und sehr höflich“, so Seidensticker. Der Vergleich mit Schwarzbart, der übrigens kein Holzbein hatte, er hinkt also.

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