08. Dezember 2017 / 17:40 Uhr

Darts-WM 2018: Michael van Gerwen im Porträt – der jüngste Weltmeister der Geschichte

Darts-WM 2018: Michael van Gerwen im Porträt – der jüngste Weltmeister der Geschichte

Markus Beims
Michael van Gerwen ist bei der Darts-WM 2018 der klare Favorit.
Michael van Gerwen ist bei der Darts-WM 2018 der klare Favorit. © imago
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Er ist der große Favorit auf den WM-Titel: Michael van Gerwen ist nicht nur der jüngste Weltmeister der Darts-Geschichte, sondern der derzeit wohl beste Profi im Geschäft. „Mighty Mike“ im SPORTBUZZER-Porträt.

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Jüngster Weltmeister der Geschichte: Bei der WM 2014 schreibt Michael „Mighty Mike“ van Gerwen Sportgeschichte und krönt sich mit seinem Sieg im Finale gegen Peter Wright zum jüngsten Weltmeister der Dartshistorie und zur neuen Nummer eins der Weltrangliste. „Das ist der größte Tag meines Lebens“, jubelt der neue Champion, der im Finale einen Schnitt von 100,10 wirft und 16-mal die 180. „Seit meinem zwölften Lebensjahr habe ich vom Gewinn der WM geträumt. Es ist so weit. Ich bin überwältigt“, erklärt er stolz.

Seit 2014 ist der Niederländer Michael van Gerwen nunmehr Erster der PDC-Darts-Weltrangliste, dem „Order of Merit“. Seine Laufbahn beginnt „Mighty Mike“ allerdings im Jahr 2003 beim Konkurrenzdachverband BDO (British Darts Organisation). Im Alter von nur 17 Jahren und 174 Tagen gewinnt der Niederländer gegen die damalige Nummer eins der BDO, Martin Adams, als jüngster Spieler überhaupt ein Major-Turnier und avanciert zudem zum jüngsten Spieler, dem jemals in einem offiziellen Spiel ein 9-Darter gelingt. Darüber hinaus kann er senerzeit bereits Dartsgrößen wie Raymond van Barneveld und Phil Taylor besiegen.

Großer Druck vor WM 2017

Im Jahr 2007 schließlich wechselt auch van Gerwen zur PDC (Professional Darts Corporation), kommt in den ersten Jahren bei großen Turnieren indes nie über das Viertelfinale hinaus. Bei der U21-WM 2011 erreicht „Shrek“, wie van Gerwen aufgrund seines giftgrünen Hemdes und seiner Statur zuweilen auch genannt wird, immerhin das Finale. Er wird daraufhin zum PDC-Nachwuchsspieler des Jahres gekürt. In der Weltspitze etabliert sich der Niederländer dann mit dem Einzg ins PDC-Finale 2013 gegen keinen Geringeren als Phil „The Power“ Taylor. 4:2 führt van Gerwen bereits, um dann doch unglücklich mit 4:7 zu unterliegen. Diese Niederlage macht ihn jedoch noch stärker.

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Nach seinem Sieg beim Grand Slam of Darts 2015 ist Michael van Gerwen ab November 2015 erst der zweite Spieler, der jedes Major-Turnier der PDC mindestens einmal gewinnen konnte. Bei den Weltmeisterschaften 2015 und 2016 allerdings bleibt er ohne Fortune. „Ich würde alle Titel des gesamten Jahres gegen den WM-Sieg tauschen“, meint er seinerzeit enttäuscht, obgleich er weiterhin Weltranglistenerster bleibt.

Vorm WM-Turnier 2017 setzt sich „MvG“ selbst mächtig unter Druck: „Trotz all der Siege wäre das Jahr ein Desaster, wenn ich es nicht als Weltmeister beenden würde.“ Im Halbfinale untermauert der Niederländer seine Ambitionen, als er mit einem 3-Dart-Average von 114,05 Punkten den WM-Rekord von Phil Taylor (111,21) pulverisiert. Tatsächlich gewinnt van Gerwen bei seiner zehnten Teilnahme an der PDC-WM nach einem überraschend deutlichen 7:3-Sieg im hochklassigen Finale gegen Titelverteidiger Gary Anderson den zweiten WM-Titel seiner Karriere.

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In der Schule wird van Gerwen oft gemobbt

„Mighty Mike“ gilt aufgrund seines stakkatoartigen Wurfstils als einer der schnellsten Spieler der Welt und kann dadurch, obwohl er nach eigenen Angaben nur wenig trainiert, den Rhythmus eines Spiels vorgeben. Seine Hände muss van Gerwen auch vor seiner Darts-Profikarriere schon sorgsam einsetzen. Der Sohn eines Lkw-Fahrers arbeitet zunächst als Fliesenleger. Heutzutage bewohnt der Niederländer mit Frau und Tochter ein 400 Quadratmeter großes Haus plus Tennisplatz. Darts im Fernsehen findet van Gerwen allerdings langweilig und schaut lieber Fußball. Lieblingsklub ist der PSV Eindhoven.

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Dass van Gerwen überhaupt beim Dartssport gelandet ist, darf als glückliche Fügung bezeichnet werden. In der Schule wird der junge Niederländer von den Mitschülern häufig gemobbt. „Weil ich dick war. Das hat an meinem Selbstbewusstsein genagt“, erinnert sich „Mighty Mike“. Häufig weiß er sich dann nicht anders zu helfen, als zuzuschlagen. Doch die ungeliebte Schule ist es schließlich, die ihm eine Einladung zu einem Dartsturnier überreicht. Van Gerwen ist zwölf, nimmt die Einladung an – und ist eine der positiven Überraschungen des Turniers. „Ich habe ordentlich abgeschnitten und am Ende einen Pokal nach Hause gebracht. Ein neues Gefühl für mich. Zum ersten Mal bekam ich so etwas wie Anerkennung im Sport – die beste Motivation. Mir wurde klar, dass Darts möglicherweise mein Sport ist.“ Fortan verbringt der junge Niederländer jeden Sonnabend in der Kneipe De Buur und spielt Darts. Damals ahnt niemand, dass dieser Junge einmal der jüngste Dartsweltmeister der Geschichte werden wird.

Sogar das niederländische Königspaar empfängt van Gerwen nach dem WM-Triumph. „Ich trug Anzug und Krawatte, ungewöhnlich für mich. Ich habe mein Hemd durchgeschwitzt, so nervös war ich. Aber es war eine tolle Begegnung. Meine Eltern waren stolz. Dass ich von unserem Königspaar empfangen wurde, hat ihnen mehr bedeutet als meine WM-Trophäe“, erzählt er abschließend zufrieden.

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