08. Dezember 2017 / 17:12 Uhr

Darts-WM 2018: Phil Taylor im Porträt – so wurde er zu „The Power“

Darts-WM 2018: Phil Taylor im Porträt – so wurde er zu „The Power“

Markus Beims
Phil Taylor ist einer der bekanntesten Darts-Spieler der Welt. Sein Leben im großen Porträt.
Phil Taylor ist einer der bekanntesten Darts-Spieler der Welt. Sein Leben im großen Porträt. © imago
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Wer ist Phil Taylor? Kein Fernseher, kein Auto – aber jede Menge Darts-Talent. Ohne Frage: Phil Taylor ist eine lebende Legende im Darts-Sport. Der 16-fache Weltmeister tritt bei der Darts-WM das letzte Mal in seiner langen Karriere an. „The Power“ im SPORTBUZZER-Porträt.

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Darts-Legende und Rekordweltmeister: Kein Superlativ vermag die Erfolge von Phil Taylor treffend zu beschreiben, um dem 57-jährigen Briten und dessen Bedeutung für den Dartssport gerecht zu werden. Der Brite sei „für den Dartssport mehr als Michael Schumacher, Pelé oder Roger Federer für ihre Sportarten je waren“, schrieb die Stuttgarter Zeitung dem mittlerweile 16-fachen Weltmeister einst ins Stammbuch.

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Nach der WM 2018 beendet der langjährige Weltranglistenerste seine Profikarriere, die mit dem ersten Weltmeistertitel 1990 mächtig Fahrt aufnimmt. Im Finale bezwingt Taylor als ungesetzter Außenseiter mit einer Wettquote von 1:125 seinerzeit ausgerechnet seinen Förderer Eric Bristow. In dessen Kneipe beginnt wenige Jahre zuvor die Dartskarriere Taylors, der zuvor als Bodybuilder aktiv gewesen ist. Ehefrau Yvonne schenkt ihm zum Geburtstag einen Satz Pfeile und ermutigt ihn, Darts zu spielen, denn da „käme man nämlich unter Leute“.

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Taylor: „Die Darts sind Mittel zum Zweck“

Nach der Abspaltung vieler Dartsspieler vom Dachverband BDO (British Darts Organisation) und der Gründung der Professional Darts Corporation (PDC), bei der Taylor federführend ist, findet 1994 das erste WM-Finale neuer Zeitrechnung statt. Taylor unterliegt, doch ab 1995 gewinnt er den Weltmeistertitel achtmal in Serie und avanciert damit zum erfolgreichsten Dartsspieler der Geschichte. Bis einschließlich 2007 steht „The Power“ in jedem WM-Finale, also 14-mal in Serie. Seinen 16. und bis dato letzten WM-Titel erringt er 2013.

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Zu seinem Sportgerät pflegt Taylor allerdings eine eher emotionslose Beziehung: „Die Darts sind für mich Mittel zum Zweck des sportlichen Erfolgs, mehr nicht. Ich hänge nicht an ihnen, ich nehme sie auch nicht mit ins Bett. Ich gebe ihnen keine Namen. Ich brauche eine Distanz zu ihnen, damit ich ganz nüchtern mit ihnen arbeiten und im Zweifel auch Verbesserungen vornehmen kann“, erklärte der viermalige Sieger des World Cup of Darts, des Teamwettbewerbs der PDC.

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So investiert der Multimillionär sein Geld

Taylor ist gern gesehener Stargast vieler englischer TV-Sendungen, wenngleich er mit seinen Tätowierungen und dem Bauch alle Klischees erfüllt, die es über Dartsspieler gibt. Doch hinter diesen Oberflächlichkeiten verbirgt sich ein Feinmotoriker: „Ausgestattet mit einer brillanten Psyche und einzigartiger Auge-Hand-Koordination jagt der Multimillionär mit chirurgischer Präzision seine 26 Gramm schweren Pfeile in die Felder. Dahinter steckt Talent und tägliches, mehrstündiges Training“, heißt es in einer Eloge der Stuttgarter Zeitung über ihn. Zu seinen Freunden zählt Taylor auch Poplegende Robbie Williams, überdies engagiert er sich bei seinem heimischen Fußballklub Port Vale. Sein Vermögen investiert Taylor in Immobilien und vermietet diese zu fairen Preisen: „Ich will, dass die Leute noch Geld fürs Leben haben.“

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Multimillionär Taylor weiß, wovon er spricht. Vor seiner Profikarriere ist er schließlich selbst ein armer Malocher, arbeitet als Metallschlosser und Klempner, repariert Klospülungen und muss mehrere Jobs ausüben, um über die Runden zu kommen. Seine Familie stammt aus einfachen Verhältnissen, wohnt bescheiden in einem Arbeiterviertel in Stoke-on-Trent. „Wir waren arm, wir hatten keinen Fernseher, also spielten wir Darts“, erinnert sich Taylor an seine Anfänge.

Taylor wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf

Der Umstand mit dem fehlenden TV-Gerät soll sich eines Tages ändern, dennoch beschreibt sie eindrucksvoll die Verhältnisse, aus denen Taylor stammt. „Anfangs hatten wir in unserem Haus nicht mal einen Stromanschluss. Ich erinnere mich noch an den Tag, an dem mein Vater unseren ersten Fernseher gekauft hat. Die Monteure wussten nicht, wo sie das Gerät anschließen sollten. Wir hatten ja keine Steckdosen. Also hat mein Vater das Kabel aus dem Fenster heraus und in die Nachbarwohnung gelegt und dort angeschlossen“, sagt Taylor nachdenklich.

Alles ändert sich mit dem 13. Januar 1990. „Das war der Wendepunkt in meinem Leben. Ich hatte noch 49 Rest und drei Pfeile: Single-9, Single-20, Doppel-10, das war’s. Unfassbar. Ich habe an diesem Tag 24.000 Pfund verdient. So viel Geld hatte ich noch nie zuvor besessen. Ich habe meinem Vater ein Auto gekauft. Das erste in seinem Leben. Einen Austin Maestro“, erinnert sich Taylor an seinen ersten WM-Titel vor nunmehr knapp 28 Jahren. Was dann folgt, ist Sportgeschichte.

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Phil Taylor im Steckbrief:

Geboren: 13.8.1960 in Burslem/Stoke-on-Trent

Wurfhand: Rechtshänder

Darts: 26 g Target 9 Five GEN 4

Einlaufmusik: „I’ve got the Power“ (Snap)

Familie: vier Kinder, geschieden

Größte Erfolge: 16× Weltmeister, 4× Vizeweltmeister

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