14. Mai 2018 / 16:13 Uhr

Das bedeutet der Abstieg von Eintracht Braunschweig für die Bezirksliga Hannover

Das bedeutet der Abstieg von Eintracht Braunschweig für die Bezirksliga Hannover

Sascha Priesemann
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Die Braunschweiger trauern - die Bemeroder müssen damit ihre Hoffnungen auf eine Relegation begraben.
Die Braunschweiger trauern - die Bemeroder müssen damit ihre Hoffnungen auf eine Relegation begraben. © dpa/Just
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Der Abstieg von Eintracht Braunschweig aus der zweiten Bundesliga hat Auswirkungen bis in die Bezirksliga. Durch den Löwen-Sturz in die dritte Liga gibt es möglicherweise keine Landesliga-Relegation. Das betrifft derzeit insbesondere den FC Eldagsen, TuS Davenstedt und den TSV Bemerode.

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Der Braunschweiger Abstieg aus der zweiten Bundesliga ist bedeutungslos für Hannovers Amateurfußball? Mitnichten! Weil die Löwen in die Drittklassigkeit abstürzen, müssen einige Mannschaften in der siebten Liga - also der Bezirksliga Hannover - ihre Aufstiegshoffnungen möglicherweise begraben. Denn eine Aufstiegsrelegation in die Landesliga wird es aufgrund des Braunschweiger Abstiegs wohl nicht mehr geben. Dieser setzt eine Kettenreaktion in Gang, die sich bis auf die Bezirksliga auswirkt.

​In Kurzform

  • ​Der Abstieg von Eintracht Braunschweig aus der zweiten Liga setzt eine Kettenreaktion in Gang, weil die zweite Mannschaft der Löwen aus der Regionalliga Nord damit ebenfalls absteigen muss.
  • Dies führt dazu, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit zwei niedersächsische Mannschaften aus der Regionalliga Nord absteigen.
  • Dies macht den TuS Sulingen in der Oberliga zu einem so gut wie sicheren Absteiger in die Landesliga Hannover.
  • In der Landesliga Hannover wird damit nach Auf- und Abstieg die Sollstärke von 16 Teams erreicht. Es gibt keine Relegation mehr für die Bezirksliga-Zweiten und den Landesliga-13.
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Zwei Absteiger aus Niedersachsen

Und jetzt nochmal der Reihe nach - wie kann es überhaupt sein, dass ein Abstieg im Profifußball Auswirkungen auf Aufstiege im Amateurfußball haben kann? Weil Eintracht Braunschweig in die dritte Liga absteigt, muss auch die zweite Mannschaft aus der Regionalliga Nord absteigen. Denn es ist laut DFB-Statuten nicht erlaubt, dass ein Drittligist eine Reserve in der Regionalliga hat. Das dürfen nur sogenannte Lizenzvereine, also Vereine, deren erste Mannschaft einer der beiden von der DFL organisierten Ligen (1. und 2. Bundesliga) angehört.

Weil die U23 der Löwen runtergeht, steigt damit ein zusätzliches Team aus Niedersachsen in die Oberliga ab. Vermutlich wird es daher insgesamt zwei Absteiger in die Oberliga Niedersachsen geben. Der VfV Borussia Hildesheim steht aktuell auf dem ersten Abstiegsplatz, hält aber die Liga, wenn der Regionalliga-Nord-Meister über die Relegation aufsteigt. Den hannoverschen Bezirksligisten brächte es aber nur etwas, wenn nach Braunschweig kein zweites Team aus Niedersachsen absteigt.

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Der erste Platz liegt nordöstlich von Hannover und beheimatet ein Team, das im vergangenen Jahr beinahe den Aufstieg geschafft hätte. Südlich der Anlage befindet sich eine Burg. Zur Galerie
Der erste Platz liegt nordöstlich von Hannover und beheimatet ein Team, das im vergangenen Jahr beinahe den Aufstieg geschafft hätte. Südlich der Anlage befindet sich eine Burg. ©
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Landesliga erreicht Sollstärke

Diese Konstellation führt dazu, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit vier Absteiger aus der Oberliga geben wird - und damit einen Absteiger in die Landesliga Hannover. Einen Spieltag vor dem Saisonende steht der TuS Sulingen im Oberliga-Keller. Die Sulinger konnten sich bis zum Wochenende noch Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen - indem sie am letzten Spieltag den punktgleichen SSV Vorsfelde überholen und als Viertletzter doch noch in der Liga verbleiben. 

Dies ist aber nur dann möglich, wenn es weniger als zwei Niedersachsen-Absteiger aus der Regionalliga Nord gibt und gleichzeitig der Meister und der Oberliga-Zweite über die Aufstiegsrelegation in die vierte Liga aufsteigen. Durch den Braunschweiger Abstieg ist der Sulinger Klassenerhalt nun aber sehr unwahrscheinlich geworden.

Für den Aufstieg in die Landesliga kann es nun eine Relegation geben, aber nur dann wenn in dieser die Sollstärke nicht erreicht wird (also nach Auf- und Abstieg weniger als 16 Teams in der Liga sind). Da Sulingen aller Voraussicht nach in die Landesliga des Bezirks Hannover absteigt, ist die Sollstärke in der sechsten Liga erfüllt - es sei denn ein Verein würde seine Mannschaft zurückziehen. Somit können bei vier Absteigern aus der Landesliga nur die vier Staffelmeister der Bezirksliga aufsteigen. Die Bezirksliga-Zweiten könnten damit nicht über eine Relegation einen zusätzlichen Aufsteiger ausspielen.

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Das Spiel war manchmal zum Hände-über-den-Kopf-schlagen oder nicht mit anzusehen. ©

Das betrifft momentan die U23 des TuS Sulingen, TuS Davenstedt und TSV Bemerode (in der Bezirksliga 4 ist die Konstellation nochmal besonders, da Spitzenreiter Newroz Hildesheim nicht aufsteigen darf, der Zweite MTV Almstedt den direkten Aufstiegsplatz erhält und der Dritte nicht in eine eventuelle Relegation nachrücken dürfte). Und auch der Dreizehnte der Landesliga, aktuell der FC Eldagsen, könnte den Klassenerhalt dann nicht noch über die Saisonverlängerung in der Relegation schaffen. Die Eldagser waren übrigens die bislang letzte Mannschaft, die über eine solche Relegation in die Landesliga aufgestiegen ist - das war vor drei Jahren.

​Unter diesen Bedingungen gibt es noch eine Relegation:

  • Der Meister der Regionalliga Nord über die Relegation aufsteigt.

  • TuS Sulingen in der Oberliga Niedersachsen am letzten Spieltag noch den SSV Vorsfelde überholt und Viertletzter wird.

  • Der Oberliga-Zweite über die Relegation in die Regionalliga Nord aufsteigt.

Interessant wird es, wenn sich die Braunschweiger dazu entschließen sollten, ihre zweite Mannschaft abzumelden. Dann wäre wiederum ein zusätzlicher Platz in der Oberliga frei. Bislang gibt es dafür aber noch keine Hinweise.

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