30. April 2018 / 12:21 Uhr

Das große Zittern: Verspielt RB Leipzig nun auch die Europa League?

Das große Zittern: Verspielt RB Leipzig nun auch die Europa League?

Anne Grimm
Es läuft nicht bei RB Leipzig.
Es läuft nicht bei RB Leipzig. © GEPA Pictures
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RB Leipzig durchlebt die schwierigste Phase seiner jungen Bundesligageschichte. Die Mannschaft fällt hinten nun schon gegen Abstiegskandidaten auseinander. Die Europa League ist in Gefahr. Eine Kurzschlussreaktion in der Trainerfrage wird es nicht geben – doch die Vertragsgespräche im Sommer stehen unter keinem guten Stern.

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Leipzig. Ralph Hasenhüttl gratulierte rasch seinem Kollegen Sandro Schwarz zum 3:0-Sieg – dem höchsten der Mainzer in dieser Saison. Dann verschwand der 50-Jährige nach seinem 100. Bundesligaspiel als Trainer frustriert in den Katakomben des Stadions und ließ die obligatorische Ansprache an sein Team auf dem Rasen sausen. Zum vierten Mal innerhalb von drei Wochen war RB Leipzig nach dem ersten Rückschlag so leicht auseinandergefallen, wie ein Kartenhaus bei einem lauen Lüftchen.

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Torhüter Peter Gulacsi, der in den vergangenen fünf Spielen 18mal hinter sich greifen musste, stellte klar: „Es liegt nicht am Trainer, sondern an uns Spielern, wir müssen Verantwortung übernehmen und unsere Aufgaben erfüllen.“ Kapitän Willi Orban meinte: „Er hat uns sehr gut eingestellt auf das Spiel. Das hat man in der ersten Hälfte gesehen. Er war mit Sicherheit enttäuscht.“

RB Leipzig durchlebt die schwierigste Phase in der noch jungen Bundesligageschichte. Am Ende seines zweiten Jahres im Fußball-Oberhaus droht das Hasenhüttl-Team nach der vierten sieglosen Partie, alles zu verspielen. Wer in der zweiten Halbzeit beim abstiegsbedrohten FSV Mainz 05 keine echte Chance zustande bekommt, muss zwangsweise um das internationale Geschäft zittern. Am Ende standen 18:6 Torschüsse für den Gastgeber auf dem Statistikzettel.

Fehlendes Selbstbewusstsein

Die Mannschaft stellte sich anschließend den 800 eigenen Anhängern vor dem Gästeblock. Allen voran Stefan Ilsanker und Diego Demme. Der deutsche Nationalspieler sagte: „Es ist klar, dass es für die Fans auch frustrierend ist, wenn sie mitreisen und wir hier wieder drei Dinger kriegen.“ Fehlende Mentalität wollte der Trainer seinem Team aber nicht vorwerfen: „Ich glaube nicht, dass es an der Einstellung liegt, sondern daran, dass wir kopflos agieren, uns nicht mehr so nach vorne orientieren, wie wir es können. Wir gehen in Einzelaktionen, reiben uns daran auf. Jeder will es selbst entscheiden. Das funktioniert aber nicht. Es funktioniert nur gemeinsam.“

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Das fehlende Selbstbewusstsein drückte sich bei den Leipzigern in Mainz trotz überlegener erster halber Stunde zunächst in der Unfähigkeit aus, eigene Großchancen zu nutzen. Es folgten drei Entscheidungen des Schiedsrichters Bastian Dankert, die Trainer Hasenhüttl und Sportdirektor Rangnick aufregten. Zuerst: Der Elfmeter für Mainz, der zum 1:0 führte: „Wo ein leichter Kontakt außerhalb des 16ers stattgefunden hat. Danach keiner mehr. Das war ganz klar zu sehen“, kritisierte der RB-Coach.

Zweitens: Ein Ellbogencheck gegen Yussuf Poulsen Anfang der zweiten Halbzeit im 16er. „Das ist ganz klar ersichtlich Elfer und ein Foul von Bell, der in der ersten Halbzeit Gelb bekommt. Er hat es sich angeguckt und gewusst, wenn ich das jetzt entscheide, ist es Elfmeter und Gelb-Rot. Das wäre schon ein starker Eingriff gewesen und hat er sich in dem Moment nicht zugetraut“, so Hasenhüttl.

Drittens: Gelb-Rot für Naby Keita in der Nachspielzeit. „Muss man das machen, wenn man vorher nicht die Eier hat, in so einer Situation Elfmeter zu geben?“, fragte Rangnick. Nicht nur der Guineer, sondern auch der nach seiner fünften Gelben Karte gesperrte Kapitän Orban fehlt nächsten Samstag gegen Wolfsburg – neben den sowieso schon verletzten und gesperrten Leistungsträgern Sabitzer, Forsberg, Halstenberg und Laimer.

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Saisonverlauf entscheidet sich in zwei Wochen

War der Kader für die erste internationale Saison zu schmal, wenn man sieht, wie dünn die Personaldecke nun ist? Sportdirektor Rangnick erklärt: „Überhaupt nicht. Es kann mir keiner erzählen, dass wir an Personalmangel leiden.“ Doch so wie sich die Mannschaft seit Anfang April präsentiert, so wenig Wechselmöglichkeiten wie der Trainer in den letzten zwei Spielen hat, fällt es schwer daran zu glauben, dass noch Siege möglich sind. Die Konkurrenz rückt dem Tabellensechsten immer näher. Der Abstand: Frankfurt ein Punkt, Aufsteiger Stuttgart zwei Punkte, Gladbach drei Punkte.

In den letzten zwei Spielen wird es trotz Ergebniskrise keine Kurzschlussreaktion des Vereins geben. „Es geht einfach darum, dass wir aus dieser Saison die anstrengend war, viele Ups und Downs hatte, noch die bestmögliche machen. Das ist unser Job und aller Auftrag. In den nächsten zwei Wochen entscheidet sich der gesamte Saisonverlauf“, sagte der Sportdirektor. Welche Schlüsse Hasenhüttl selbst sowie die Vereinsverantwortlichen aus der ersten internationalen Saison ziehen, wird sich nach dem letzten Spiel in Berlin am 12. Mai zeigen.

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