02. Dezember 2018 / 20:15 Uhr

Das war zu wenig, SV Atlas!

Das war zu wenig, SV Atlas!

Michael Kerzel
Daniel von Seggern unterlag in seinem letzten Spiel als Interimscoach.
Daniel von Seggern unterlag in seinem letzten Spiel als Interimscoach. © INGO MOELLERS
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Der Oberligist verliert das letzte Spiel des Jahres mit 0:2 beim VFV Borussia 06 Hildesheim

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Das war zu wenig. Nach sechs ungeschlagenen Partien in Folge hat es den SV Atlas Delmenhorst im abschließenden Spiel des Jahres in der Fußball-Oberliga doch noch einmal erwischt. Beim VFV Borussia 06 Hildesheim setzte es nach einer eher dürftigen Vorstellung eine 0:2 (0:1)-Niederlage. „Wir haben die Aggressivität vermissen lassen und verdient verloren. Jetzt fahren wir 160 Kilometer ohne Punkte nach Hause, das wollten wir unbedingt vermeiden“, sagte der Sportliche Leiter, Bastian Fuhrken.

Interimstrainer Daniel von Seggern hatte bei der Wahl der Startaufstellung wenig Spielraum. Neben dem gelbgesperrten Marlo Siech fielen außerdem Karlis Plendiskis und Patrick Degen (beide krank) aus. Zudem saßen der ebenfalls gesundheitlich angeschlagene Marvin Osei und Marco Priessner, der nur eine Trainingseinheit absolvierte, zunächst auf der Bank. Mark Spohler erhielt nach langer Zeit mal wieder einen Startelfeinsatz und bildete gemeinsam mit Stefan Bruns die Innenverteidigung der Delmenhorster. Auf den Außen verteidigten Jannik Vollmer und Nick Köster. Während Dennis Mooy und Leon Lingerski im defensiven Mittelfeld agierten, versuchten Musa Karli, Thade Hein, Oliver Rauh und Tom Schmidt offensiv für Akzente zu sorgen. Dies funktionierte in der Anfangsphase auch sehr gut.

Viele Stammspieler fehlen

Die Delmenhorster traten mit breiter Brust auf und ließen die verunsichert wirkenden Gastgeber zumeist nur hinterher laufen. Die erste gute Möglichkeit hatte Musa Karli, aber dessen Kopfball flog nach einem scharf getretenen Freistoß von Mooy knapp am langen Pfosten vorbei (5.). Eine von zwei Schlüsselszenen ereignete sich vier Minuten später, als Thade Hein nach einem tollen Angriff über Lingerski und Vollmer das Leder aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbrachte. „Da müssen wir in Führung gehen, aber er hat ihn leider nur mit dem Schienbein getroffen“, infomierte Interimstrainer Daniel von Seggern. Präsident Manfred Engelbart ergänzte: „Wir müssen nach kurzer Zeit 2:0 führen. Wenn du diese Chancen nicht nutzt, trifft der Gegner eben. Und danach war irgendwie die Luft raus und die Kräfte haben auf dem schweren Boden gefehlt“.

Ab Mitte der ersten Halbzeit kam Hildesheim besser ins Spiel und die Blau-Gelben ließen mehr und mehr nach. Nach einem groben Fehlpass im Spielaufbau des sonst ordentlich spielenden Spohler hatte Abdulmalik Abdul die erste Chance für die Borussia, doch aus spitzem Winkel parierte Florian Urbainski problemlos (24.). Fünf Minuten danach vertändelte Bruns im Dribbling die Kugel, sodass Adem Avci aus rund 15 Metern abziehen konnte, aber schließlich an Urbainski scheiterte.

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Die zweite Schlüsselszene der Partie beobachteten die 360 Zuschauer (davon rund 80 aus Delmenhorst) dann in der 31. Minute, als Jannik Vollmer kurz vor der Strafraumgrenze einen Hildesheimer Akteur zu Boden beförderte. Zur Verwunderung aller Beteiligten entschied Schiedsrichter Felix Bahr (Ahlerstedt) nicht etwa auf Freistoß, sondern zeigte auf den Punkt. Nach Befragung weiterer Augenzeugen war das eine katastrophale Entscheidung des jungen Unparteiischen. „Wir waren zu weit weg, um es beurteilen zu können. Ich habe aber gehört, dass sie auf der Tribüne gelacht haben sollen“, sagte Fuhrken. Den Witz-Elfmeter verwandelte Benedict Plaschke souverän zum 1:0.

Hildesheim nutzt Fehlentscheidung

Dieses Gegentor verdauten die Delmenhorster nie wirklich und hatten Glück, dass ein starkes Dribbling von Hady El Saleh nur durch eine gute Parade von Urbainski nicht mit dem 2:0 belohnt wurde (54.). „Wir haben in der Pause umgestellt und versucht, höher anzugreifen, doch wir haben keinen Zugriff mehr auf das Spiel bekommen“, ärgerte sich Fuhrken.

Nach einer guten Stunde war von Seggern zum ersten Spielertausch gezwungen, denn Karli musste angeschlagen das Feld verlassen und wurde durch Osei ersetzt. Kurz danach brachte er auch noch Prießner für Hein. Aber all das brachte nichts mehr ein.

Im Gegenteil: Rund 20 Minuten vor dem Ende machte El Saleh den Deckel drauf. Nachdem Köster einen harmlosen Ball per Kopf in die Mitte klärte, fasste sich Plaschke ein Herz. Sein abgefälschter Schuss traf die Latte und rollte von dort aus vor die Füße von El Saleh, der das Spielgerät nur noch ins leere Tor einschieben musste – 2:0 (68.). Von Seggern kritisierte: „Wir waren in den Zweikämpfen nicht griffig genug“. Atlas war geschlagen.

Bis auf einen verzweifelten Weitschuss von Dennis Mooy kam nichts mehr, sodass Hildesheim schließlich einen ungefährdeten Sieg einfuhr und damit ihrem stark in die Kritik geratenen Trainer Thomas Siegel wohl den Job gerettet hat: „Ich freue mich für die Mannschaft, denn auf sie ist in den vergangenen Wochen einiges eingeprasselt“, jubelte Siegel.

Der SVA überwintert nun mit 27 Punkten aus 18 Partien auf dem vierten Tabellenplatz – hat durch die Siege von Northeim und HSC Hannover aber schon sieben Punkte Rückstand nach oben.

Der Abstand nach unten beträgt sechs Zähler. Die Vorbereitung auf die Rückrunde nimmt Atlas am 21. Januar auf – dann mit einem neuen Trainer. „Wir führen weiterhin Gespräche und werden bis zum Auftakt der Vorbereitung jemanden präsentieren“, betonte Engelbart. Das erste Spiel in 2019 bestreiten die Blau-Gelben dann direkt beim Tabellenführer in Northeim.

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