Patrick Drewes Der Delmenhorster Patrick Drewes empfängt mit den Würburger Kickers am Sonnabend Werder Bremen im DFB-Pokal. © FR
Patrick Drewes

Das Warten auf den einen Moment

Patrick Drewes aus Delmenhorst ist Torhüter bei Werders Pokalgegner Würzburg - am Sonnabend schaut er aber wohl nur zu

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Wenn Werder am Sonnabend im DFB-Pokal auf die Würzburger Kickers trifft, dann hat Patrick Drewes eine ziemlich gute Sicht auf die Dinge. Der Delmenhorster sitzt nämlich auf der Bank des Außenseiters und ist somit ganz nah dran am Geschehen. Es ginge aber noch näher – Drewes ist neuerdings Torhüter bei den Franken, momentan jedoch nur Ersatz. Für den Keeper ist es zweifelsfrei eine besondere Partie. Nicht nur, weil er quasi um die Ecke von Bremen aufgewachsen ist, sondern weil er Werder als Fan auch immer im Herzen trug. Beinahe wäre er sogar selbst bei den Grün-Weißen gelandet. "Es gab in der Jugend immer wieder Anfragen von Werder", erinnert sich Drewes, dem allerdings auch Angebote aus Mönchengladbach oder Wolfsburg vorlagen. "Ich habe schlussendlich abgewogen, was sportlich und schulisch die beste Entscheidung ist."

Gerade einmal 15 Jahre alt war Patrick Drewes damals und spielte beim kleinen TuS Heidkrug. Der nächste Schritt sollte folgen, bevorzugt in einem Internat eines Nachwuchsleistungszentrums. Die Bremer bieten so etwas, allerdings nicht für Talente, die ohnehin in unmittelbarer Nähe wohnen. "Es war letztlich keine Entscheidung gegen Werder, sondern für Wolfsburg – und es war keine schlechte", sagt er heute.

Verständlich, denn in der Autostadt kletterte Drewes eifrig die Karriereleiter empor. Es war im Mai 2012, seinem vierten Jahr in Wolfsburg, als der damalige VfL-Trainer Felix Magath den Jungkeeper zur Seite nahm und ihm einen Profivertrag anbot. Als Nummer drei hinter Diego Benaglio und Marwin Hitz sollte er in die Saison gehen, Spielpraxis bei der Reserve sammeln. Patrick Drewes musste nicht lange überlegen und unterschrieb. Mit der U23 wurde er 2013/2014 Meister der Regionalliga Nord, ein Jahr später triumphierte der VfL in Berlin – weshalb sich Drewes auch ohne Einsatz DFB-Pokalsieger nennen darf.

In der Folgesaison wurde Drewes verliehen, beim Schweizer Zweitligisten FC Wil avancierte er zur festen Größe. Wiederum ein Jahr später ging es zu Preußen Münster, wo er jedoch nur dreimal spielte. Und nun also für zwei Jahre zum Zweitliga-Absteiger nach Würzburg. "Ich wusste, worauf ich mich einlasse", sagt er mit Blick auf seine Reservistenrolle hinter Wolfgang Hesl (31). "Als es zu der Einigung kam, waren bereits zwei Wochen der Vorbereitung rum. Diesen Rückstand habe ich jetzt aber aufgeholt."

Dennoch bleibt erst einmal nur der Platz auf der Bank – wohl auch gegen Werder. Keine allzu schöne Sache, wenn es eigentlich noch weiter nach oben gehen soll. Im Idealfall in die
Bundesliga. "Nur weil ich jetzt in der 3. Liga gelandet bin, ist der Traum nicht ausgeträumt", gibt sich Drewes kämpferisch. Er sagt aber auch: "Ich brauche jetzt keine Schlösser zu bauen, sondern muss realistisch bleiben." Heißt: Erst einmal überhaupt wieder spielen, dann schauen, was kommt. "Ich muss im Training Gas geben, dann wird man gesehen."

Es ist das Los eines Torhüters, dass er auf eine Position fixiert ist, auf der zudem eher selten gewechselt wird. " Das kennen Feldspieler nicht, diesen langen Weg zurück ins Tor", sagt Patrick Drewes. "Ich muss eben warten. Das bringt aber auch Erfahrung." Hinzu kommen die Eindrücke, die er früher im Profi-Training beim VfL sammelte und auch jetzt in Würzburg von den Einheiten mit seinem routinierteren Kontrahenten mitnimmt. Und selbst wenn Patrick Drewes nicht spielt, die Vorfreude auf das Pokal-Duell ist groß. Aber es gibt auch einen Dämpfer: dieser verflixte Umzug nach Offenbach. Weil sich in Würzburg einige Anwohner vom abendlichen Lärm im Stadion am Dallenberg gestört fühlten, reichten sie bereits vor einem Jahr eine Beschwerde ein – seither müssen alle Spiele bis 22 Uhr beendet sein. Die Partie gegen Werder beginnt jedoch erst um 20.45 Uhr, einer Vorverlegung stimmte der DFB nicht zu. "Da hast du eigentlich ein Heimspiel, einen tollen Gegner und darfst nicht hier spielen", sagt Drewes. "Man kann es leider nicht ändern, aber es hätte natürlich besser sein können."

Wesentlich besser hätte auch der Saisonstart der Kickers verlaufen können. Vier Spieltage sind in der 3. Liga absolviert worden, noch immer gab es keinen Sieg. Unter anderem steht ein 1:1 gegen Werders U23 zu Buche. Mit solch einem Resultat gegen die Bremer Profis könnten die Würzburger freilich gut leben – um dann in der Verlängerung oder gar dem Elfmeterschießen die Überraschung zu schaffen. Vielleicht mit Patrick Drewes in der Hauptrolle. Aber zumindest als Zuschauer in der allerersten Reihe.

Region/Bremen Bezirk Weser-Ems

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