Auch das Hallenmasters in Kiel wird ab 2016 ein Futsalturnier. © Kugel

Definitiv: Ab 2016 wird überall Futsal gespielt - auch beim Hallenmasters

SHFV-Präsident Meyer bestätigt: Von Jugend bis Altherren - alle müssen umstellen.

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Die Ankündigung des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, ab 2016 statt Hallenfußball nur noch Futsal spielen zu lassen, löst im Sportbuzzer-Gebiet gemischte Reaktionen aus. Während die technischen Vorzüge des Futsals gelobt werden, haben vor allem die Ausrichter der traditionellen Hallenturniere Bedenken - und Ängste. Doch der Landesverband bleibt hart.

SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer erklärte: "Ab 2016 werden alle Hallenturniere Futsal-Turniere sein. Die Junioren spielen ja schon zum großen Teil ihre Kreismeisterschaften nach Futsal-Regeln. Auf dem DFB-Bundestag wurde das so beschlossen, worüber ich sehr froh bin. Ich bin ein Fan des Futsals."

Gerüchte, wonach der SHFV das Hallenmasters auch ab 2016 als Hallenfußballturnier spielen will, dementierte Hans-Ludwig Meyer umgehend: "Auch das SHFV-Hallenmasters wird ab 2016 definitiv ein Futsal-Turnier sein."

Ferner erklärte der Chef des Landesverbandes: "Aber auch die Altherrenmannschaften werden sich auf die neuen Regeln einstellen müssen. Wer nach Bestätigung für unsere Linie sucht, muss sich nur mal die Hallenfußballturniere angucken: Das ist ein Gewrangel, Gebuffe und Geschrote an den Banden. Futsal ist doch die richtige Hallensportart. Mir gefällt das Augenmerk auf Technik und Schnelligkeit."

Auch Lübecks KFV-Schiedsrichterobmann Boris Hoffmann, der das Martin-Redetzki-Gedächtnisturnier (ehemals Masita-Cup) ausrichtet, mag Futsal. Doch der 41-Jährige ist trotzdem verunsichert: "Warum muss man den Hallenfußball gleich abschaffen? Ich weiß nicht, wie das besonders hier in Lübeck vonstatten gehen soll. Viele gehen doch nur in die Halle, um den Winter zu überbrücken. Die wollen einfach nur ein bisschen rumbolzen. Aber für Futsal brauchste ja fast schon Abitur."

Gleichwohl ist der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses mit seinem Verband umtriebig: "Wir haben zwei Futsal-Beauftragte, die unsere Schiedsrichter schulen. Unser 25-köpfiger Perspektivkader wurde vergangene Woche speziell auf die Futsal-Regeln vorbereitet. Wir sind bereit." Der 41-Jährige mahnt: "Ich weiß noch nicht, wie das finanziert werden soll. Man braucht pro Futsal-Spiel mindestens drei Referees. Während eines Turniers muss man zwei Gespanne berechnen. Der Aufwand ist im Vergleich zum Hallenfußball einfach enorm, das wird sehr kompliziert."

Um die zahlreichen Probleme weiß auch Meyer: Und es geht nicht nur um die Schiedsrichter. "Wir haben teilweise auch zu kleine Hallen, gerade auf den Dörfern. Deshalb werden wir uns da im Januar zusammensetzen. Eins ist jedoch klar: Wir haben, was den Futsal betrifft, Nachholbedarf. Deshalb müssen wir umso härter arbeiten."

Viele Traditionsturniere sehen der angekündigten Umstellung von Hallenfußball zu Futsal mit Skepsis entgegen. Doch der SHFV-Boss bleibt gelassen: "Wir werden das aufarbeiten. Aber ab 2016 gibt's definitiv keine vom SHFV oder von den Kreisverbänden genehmigten Hallenfußballturniere mehr."

Wie halten es die Leute vor Ort? Der Confima-Cup wird ab 2016 eingestellt. Der Seat-Cup in Eutin wird wohl auf Futsal-Regeln umgestellt, wie Organisator Martin Balsam (Eutin 08) erklärt: "Futsal ist ja im Prinzip das Gleiche wie Hallenfußball - nur mit anderen Regeln. Wir haben noch nicht darüber gesprochen. Aber ich gehe davon aus, dass wir auf Futsal-Regeln umstellen."

Dennis Keske von Rot-Weiß Moisling richtet federführend den Intersport-Profimarkt-Wintercup in der Hansehalle aus. "Ich finde, dass sowohl Hallenfußball als auch Futsal eine Existenzberechtigung haben sollten. Aufgrund des Beschlusses vom DFB muss man aber überlegen, wie man in Zukunft den Hallenfußball gestalten wird. Aber bis 2016 haben wir ja noch ein wenig Zeit."

Das Schicksal seines Turniers treibt auch Helmut Steffen um, Mitveranstalter des mittlerweile 18. Honda-Cups vom TSV Bornhöved. "Wir werden auf keinen Fall auf Futsal-Regeln umstellen. Denn unsere Halle ist zu klein. Es wäre ein Hammer, wenn komplett auf Futsal umgestellt wird (also gar kein Hallenfußball mehr erlaubt ist, Anm. d. Red.). Wir sind schockiert und werden versuchen, uns dagegen zu wehren. Damit wird der Hallenfußball kaputt gemacht - Futsal will doch keiner sehen."

Hans-Ludwig Meyer sieht das anders: "Die Leute haben doch viel mehr Lust auf Futsal!" Er hofft, dass auch die Vereine das bald einsehen.

Wer sich für Hallenfußball interessiert: In der Freitags-Ausgabe der Lübecker Nachrichten findet ihr einen umfassenden Kalender aller Hallenfußball- und Futsalturniere im Verbreitungsgebiet.

Region/Lübeck

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