Bastian Fuhrken (l.) Tammo Renken SV Atlas Atlas-Mitbegründer Bastian Fuhrken (l.) und Tammo Renken. © Ingo Möllers
Bastian Fuhrken (l.) Tammo Renken SV Atlas

Delmenhorst - eine Stadt im Fußball-Fieber

Bastian Fuhrken und Tammo Renken sorgen für Begeisterung mit dem neuen SV Atlas Delmenhorst

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Zwei Jahrzehnte lang darbte der Leistungs-Fußball in Delmenhorst vor sich hin. In einer Stadt mit 80.000 Einwohnern und einem Stadion auf Drittliga-Niveau gelang es den hiesigen Vereinen nicht, ein fußballerisches Aushängeschild auf die Beine zu stellen. Bis in die Bezirksliga, seltener in die Landesliga gelangten der ein oder andere Verein. Halten konnte sie sich zumindest in Letzterer nicht. Seit den letzten glorreichen Atlas Delmenhorst-Zeiten Mitte/Ende der 90er Jahre – das Team spielte in der drittklassigen Regionalliga unter anderem gegen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 mit dem späteren Nationalspieler Gerald Asamoah – suchen Delmenhorster Fußball-Fans eine gemeinsame Anlaufstelle. Nun gibt es wieder eine. Und wieder heißt sie: SV Atlas Delmenhorst. Einen großen Anteil daran haben Bastian Fuhrken (32) und Tammo Renken (33), die 2012 zu den sieben Neugründern des Vereins zählten und von denen die Idee stammt. "Wir wurden ausgelacht und Sätze wie 'In zwei Jahren ist das Projekt wieder tot' haben wir oft gehört", erinnert sich Fuhrken. In der kommenden Saison spielt der SV Atlas in der Oberliga Niedersachsen. Nun lacht keiner mehr über Fuhrken, Renken oder den SV Atlas.Vielmehr freuen sich viele Einwohner. Gefühlt die ganze Stadt. Zumindest fast alle Sportinteressierten. Atlas ist ständig Thema. In Kneipen, bei jeglichen Veranstaltungen, am Frühstückstisch. Atlas stillt die Sehnsucht der Fußballverliebten an der Delme. Und sie pilgern ins Stadion. Damit ist eines der drei großen Ziele erfüllt, die sich die beiden Mitgründer vor gut fünf Jahren setzten: "Wir wollten einen Ort schaffen, an dem fußballerisch was los ist. Wo die Leute hingehen können und wollen", sagt Renken. Das Stadion an der Düsternortstraße. Das zweite große Ziel lautete, die Nummer Eins im Fußball in der Delmestadt zu werden. "Sonst wäre Atlas wieder versickert", ist sich Fuhrken sicher. Erlebt hatten Renken und er das bereits häufiger. Beispielsweise bei Eintracht Delmenhorst, dem Nachfolgeverein, nachdem Atlas 2002 aufgelöst wurde. Die Truppe spielte Anfang der 2000er-Jahre vor 300 bis 400 Zuschauern in der Kreisliga. "Ich war damals 18 Jahre alt und es war schon toll, vor so vielen Leuten zu spielen. In der Kneipe nach den Spielen wurden die alten Geschichten erzählt. Da hat man den Wert der Tradition schon mitbekommen", erinnert sich Renken. Bereits damals hatten er, Fuhrken und weitere Freunde den Plan, die besten Spieler Delmenhorst bei einem Verein zu versammeln. Das Eintracht-Projekt scheiterte jedoch wie auch weitere Anläufe, beispielsweise bei Borussia Delmenhorst.2009 sollte es wieder Eintracht sein, damals gab es dort keine Fußballabteilung, Fuhrken, Renken und weitere Fußballer riefen diese ins Leben. Eintracht sollte ein Zwischenschritt sein, der Verein später in SV Atlas Delmenhorst umbenannt werden. Doch dieser Plan funktionierte nicht. Auf der Mitgliederversammlung gab letztlich eine Stimme den Ausschlag. "Ich weiß es noch wie heute. Eine Dame sagte 'Ihr glaubt doch wohl nicht, dass mehr Zuschauer kommen oder der Verein mehr Mitglieder bekommt, nur weil sich der Name ändert'", berichtet Fuhrken. Zwei Jahre dauerte es noch, bis der SVA wieder existierte: Am 4.4.2012 wurde der SV Atlas Delmenhorst in der Kneipe Jan Harpstedt aus der Taufe gehoben. "Weil wir sieben Leute brauchten, haben wir noch einen von der Theke geholt", erinnert sich Renken. Die Fußballabteilung von Eintracht wurde in den neuen Verein ausgegliedert und Atlas begann seinen Siegeszug, der die Blau-Gelben in fünf Jahren bis in die Oberliga brachte. Die anfänglich große Skepsis der Konkurrenzteams in Delmenhorst ist großenteils gewichen. "Als ich beim Auswärtsspiel in Lohne durch unseren Fanblock gegangen bin, habe ich Leute vom DTB, von Jahn oder von Tur Abdin gesehen", berichtet Renken. Atlas brachte in der Landesliga mehr Auswärtsfans mit, als die meisten Oberliga-Teams im Schnitt zu Hause empfangen. Den Meister aus Jeddeloh sahen durchschnittlich 430 Zuschauer, den größten Andrang ligaweit gab es mit 710 bei einem Spiel von Eintracht Nordhorn. Ins Delmenhorster Stadion kamen eine Liga tiefer im Schnitt mehr als 900 Zuschauer, gegen Kickers Emden waren es 2200.Schon beim ersten Spiel nach Neugründung, einem Freundschaftsspiel gegen VfB Oldenburg, schauten 1200 Menschen zu. "Eine halbe Stunde vor Anpfiff ging die Welt unter, es schüttete aus Eimern", erinnert sich Fuhrken. Trotzdem kamen so viele Zuschauer. Die Begeisterung für den SV Atlas war nun unzweifelhaft. Sie wuchs und trug die Blau-Gelben von Liga zu Liga, um das dritte große Ziel zu erreichen. "Wir wollten nach fünf Jahren in der Landesliga sein", sagt Fuhrken. Übererfüllt. Doch Schluss soll nicht sein: "Mittelfristig wollen wir noch eine Liga rauf", gibt Fuhrken vor.
Region/Bremen Bezirk Weser-Ems Oberliga Niedersachsen (Herren) SV Atlas Delmenhorst (Herren)

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