13. Juni 2018 / 09:24 Uhr

Der Anton-Zwilling von Hannover 96? Timo Hübers im XXL-Interview (Teil 2)

Der Anton-Zwilling von Hannover 96? Timo Hübers im XXL-Interview (Teil 2)

Dirk Tietenberg
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Gut gelaunt: 96-Profi Timo Hübers.
Gut gelaunt: 96-Profi Timo Hübers. © Florian Petrow
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Timo Hübers studiert Wirtschaft und ist Profi bei Hannover 96. Der Sportbuzzer traf sich mit ihm im Eiscafé Massimo. In Teil 2 des Interviews erklärt er seine Gemeinsamkeiten mit Waldemar Anton und die "Handschrift des Trainers". 

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Warum studieren Sie eigentlich Wirtschaft?

Wirtschaft und Mathe, die Fächer haben mir in der Schule schon viel Spaß gemacht. Der Vorteil ist, dass ich viel von zu Hause nacharbeiten und mir selbst beibringen kann. Das klappt gut. Aber es gehört Disziplin dazu. Das plane ich in mein Zeitmanagement ein, auch mal das Handy zwei Stunden wegzulegen und mich aufs Lernen zu konzentrieren.

Wird man als Student im Fußball heute immer noch aufgezogen?

Nein. Ich gelte in der Mannschaft zwar schon als der Student. Aber einige haben sich ja auch auf Fern-Unis eingeschrieben, aber Präsenz-Uni, das macht halt nicht jeder. Ich weiß schon genau, dass meine Priorität dem Fußball gilt. Die Chance, im Profifußball anzukommen, ist einfach riesengroß. Nach fünf Spielen sehe ich mich da noch nicht. Fünf Bundesligaspiele haben viele gemacht.

Waldemar Anton und Sie verbindet schon die Zeit in der Jugend. Sie verteidigen vergleichbar. Ist das der Stendel-Stil?

Daniel Stendel hat viel Wert darauf gelegt, dass wir den Schritt eher nach vorne machen als zurück. Uns kommt dabei entgegen, dass wir nicht die langsamsten Innenverteidiger sind. Wäre ich der Langsamste, würde ich vielleicht einen Schritt zurückweichen, um den Spieler abzulaufen.

Möchten Sie wieder an Antons Seite in der nächsten Saison spielen?

Ich verstehe mich super mit Waldi. Das ist doch logisch. Aber das ist Trainersache. Das ist vielleicht eher eine Story für die Zeitungen. Waldi und ich sind ja im selben Jahr zu 96 gekommen und sind am selben Tag geboren.

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Hier lesen: Teil 1 des Interviews mit Timo Hübers

Eben: Hannovers Abwehr-Zwillinge. Wie klingt das?

Wir spielen vielleicht etwas ähnlich. Aber ich kann das für mich kaum beurteilen. Letztlich ist das doch, wie man so schön sagt, Sache des Trainers, wo Waldi am meisten gebraucht wird, auf der Sechs oder in der Abwehr.

Wie beobachten Sie Antons Weg?

Der Europameistertitel mit der U 21 hat ihm viel Erfahrung gebracht, auch wenn er nicht gespielt hat, er hat das alles aufgesaugt. Waldi hatte eine gute erste Saison, in der zweiten Saison hat zurecht immer gespielt. Ein bescheidender Junge, der nie satt ist. Waldi ist ein Mentalitätsspieler.

Er sagte mal, er will irgendwann nach Barcelona. Wo wollen Sie hin?

Hannover gefällt mir schon ganz gut. Als Junge war ich mal Bayern-Fan, weil die Bayern die meisten Sterne in meinem Panini-Album hatten. Aber als ich nach Hannover kam, wurde ich schnell auch 96-Fan.

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Was macht 96 ohne Salif Sané in der nächsten Saison?

Er war derjenige, neben dem ich gespielt habe, mein Partner. Er ist für mich einer der Top-Fünf-Verteidiger der Bundesliga. Nicht nur auf dem Platz. Er hat nie einen auf Star gemacht oder gesagt: Hey, ich bin Salif Sané, mich feiern hier alle. Er war kollegial, hat für gute Laune und schräge Musik gesorgt. Eins-zu-Eins ist er nicht zu ersetzen. Er hat eine unheimliche Kopfball-Quote, da komme auch ich nicht ran. Aber das müssen wir dann eben auf mehrere Köpfe verteilen. Kevin Wimmer ist ja auch kopfballstark und Waldi auch.

Sie sollen bei 96 die Dinge auch spielerisch lösen. Ist es nicht einfacher, den Ball einfach hinten rauszukloppen?

Nein. Ich will Fußball richtig spielen. Dafür macht man das doch das Ganze. Wir haben nicht ein einzigen Mal trainiert, den Ball nach vorne zu Niclas Füllkrug zu kloppen und zu hoffen, dass er den Ball irgendwie verarbeitet. Den Gegner auseinanderzuspielen, macht einfach viel mehr Spaß.

Ist der Anspruch nicht zu hoch?

Das ist ein Risiko, klar. Aber das ist auch eine Riesenchance, herausgespielte Tore aus Positionsspielen zu erzielen, das kann den Unterschied ausmachen zu anderen Mannschaften. Das war ja schon in dieser Saison die Handschrift des Trainers. Das können wir noch verbessern und verfeinern.

Keine Angst vor Abspielfehlern?

Nein. Wenn wir Angst vor Fehlern gehabt hätten, hätten wir nicht diese gute Saison gespielt. Ich hatte eher immer das Gefühl, dass wir vorne zwei schießen, wenn wir eins hinten verbocken.

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Wovor haben Sie eigentlich Angst?

Bei allem, was mit Fußball zu tun hat, habe ich keine Angst. Das ist eine Zugabe fürs Leben. Wenn ich sehe, was andere Menschen für Schicksale erleiden und aushalten, dann jagt mir im Profifußball nichts mehr Angst ein. Es ist ein Privileg, vor vielen Menschen Fußball zu spielen und damit Geld zu verdienen. Angst habe ich eher vor dem Unberechenbaren, dass etwas mit meiner Familie oder meinem direkten Umfeld passiert.

Was macht Ihnen Mut?

Meine Familie natürlich und meine Freunde. Mir macht auch Mut, dass ich nicht nur gegen die Stürmer aus der Regionalliga bestehen kann, sondern auch gegen Stürmer aus der Bundesliga.

Aber nur Stürmer auszuschalten, das genügt Ihnen nicht, oder?

So krass würde ich es nicht formulieren. Die Hauptaufgabe ist immer noch das Verteidigen. Wenn es mit dem Spielaufbau klappt oder mal mit einem Tor, wäre das umso schöner. Ich habe es ja erlebt. Die Torvorlage gab mir so einen starken Adrenalinstoß, der wird nach einem Tor bestimmt noch stärker.

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