weil magdeburg So wie hier gegen Preußen Münster verwandelte Magdeburgs Abwehrchef Richard Weil (re., mit Michel Niemeyer) auch vier Tage später bei Werder Bremen II einen Elfmeter in der Schlussphase zum 1:0-Sieg. © imago
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Der Aufstieg ist kein Thema

Der 1. FC Magdeburg hadert mit der Erwartungshaltung, die ein Tabellenzweiter weckt

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Die Nervosität steigt. In der Dritten Fußball-Liga sind drei Viertel der Saison gespielt, und abgesehen von Spitzenreiter MSV Duisburg ist allenfalls eine vage Tendenz erkennbar, wer im Endspurt 2016/17 um den Aufstieg mitspielen könnte. Immerhin als Tabellenzweiter kann der 1. FC Magdeburg auf die Konkurrenz hinab blicken. Doch eine Gelassenheit, die dem Wissen um die eigene Stärke entspringt, mag sich bei den Sachsen-Anhaltern nicht einstellen. Zwei mögliche Ursachen: das Gipfeltreffen am Sonnabend (14 Uhr) beim Ranglisten-Vierten Holstein Kiel sowie Unruhe im FCM-Umfeld.

Eigentlich könnte an der Elbe alles in Butter sein. Trainer Jens Härtel hat seinen Vertrag bis Juni 2018 verlängert, das Team hat aus der Englischen Woche mit sieben von neun möglichen Punkten beinahe die optimale Ausbeute geholt. Doch der Teufel steckt wie so oft im Detail. Die Verhandlungen über den neuen Kontrakt des Trainers zogen sich über quälend lange vier Wochen hin. Nicht nur die Medien fragten: Warum dauert das so lange? Und auch sportlich lief es zuletzt trotz der guten Resultate nicht rund und zügig: viel Aufwand, wenig Torchancen. Die beiden 1:0-Siege gegen Münster und in Bremen stellte Abwehrchef Richard Weil jeweils per Elfmeter erst in der Schlussphase sicher. Den Strafstoß-Hattrick vergab der 29-Jährige bei Wehen Wiesbaden in der 87. Minute – es blieb beim 0:0.

Jens Härtel will die Ereignisse nicht zu hoch hängen. „Im Alltagsgeschäft gibt es viel zu tun. Da kann man sich nicht ständig mit einer Vertragsverlängerung befassen“, begründete der 47-Jährige die Hängepartie um sein neues Arbeitspapier. „Und die Mannschaft hat’s in den vergangenen drei Spielen eigentlich ganz gut gemacht. Aber gegen defensive Teams fällt es auch uns schwer, spielerische Lösungen zu finden.“ Immerhin konstatiert der gebürtige Rochlitzer, dass das offizielle Saisonziel Klassenerhalt nunmehr „geschafft“ sei. „Wir denken von Spiel zu Spiel und sind damit gut gefahren. In dieser Liga kann es für jeden Klub jederzeit in jede Richtung gehen.“Eine Koketterie um Bescheidenheit, die nicht überall in Magdeburg gut angekommen ist.

Der Europapokal-Champion von 1974 (Pokalsieger) schloss die vergangene Saison als Aufsteiger auf Rang vier ab – das hat Erwartungen geweckt. Zwar starteten die Blau-Weißen nach einer 0:3-Heimpleite gegen Fortuna Köln auf dem 19. Rang in die laufende Spielzeit, doch seit dem 1:1 gegen Rostock am 14. Spieltag ging’s nur noch aufwärts. Seit dem 10. Dezember (3:0 über Aalen) steht der SCM auf Tabellenplatz zwei oder drei.Die darob entstandene Zuversicht in der Öffentlichkeit behagt Härtel gar nicht. „Im Moment stimmen die Ergebnisse, aber wir bekamen zu Recht Kritik für unsere Leistungen. Deshalb habe ich kein Verständnis dafür, dass alles so hochgejubelt wird“, zitierte die „Fußball Bild“ Härtel. „Da bin ich missverständlich wiedergegeben worden. Mit der Kritik meinte ich konkret die Medien“, ergänzte der Coach am Dienstag gegenüber dem KN Sportbuzzer.

Störfeuer kommen auch aus anderer Richtung. So beklagte die Magdeburger Torjäger-Legende Joachim Streich die Ausbeute von Mittelstürmer Christian Beck, der in der Hinrunde zehn Treffer erzielt hatte, in den neun Spielen der Rückserie aber nur einmal traf – aufgrund einer vermeintlich falschen Taktik. „Er kommt ja gar nicht zum Abschluss, weil er auf der Außenbahn unterwegs ist“, so der 65-Jährige DDR-Rekordschütze. Kein Grund für Holstein, Beck auf die leichte Schulter zu nehmen, egal ob sich Außen- oder Innenverteidiger um den 29-Jährigen kümmern müssen.

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