Eutin 08 jubelte in dieser Saison fast immer: Entweder der Regionalliga-Aufsteiger um Florian Stahl (r.), die zweite Mannschaft (oben) und die Dritte. Eutin jubelte in dieser Saison fast immer: Entweder der Regionalliga-Aufsteiger um Florian Stahl, die zweite Mannschaft (oben) und die Dritte. © imago
Eutin 08 jubelte in dieser Saison fast immer: Entweder der Regionalliga-Aufsteiger um Florian Stahl (r.), die zweite Mannschaft (oben) und die Dritte.

Der erfolgreichste Klub Deutschlands? Die unglaublich perfekte Saison von Eutin 08

Die Ligamannschaft von Eutin 08? Wird überlegen Schleswig-Holsteins Meister und steigt in die Regionalliga Nord auf. Doch nicht nur für das Aushängeschild der Ostholsteiner lief 2016/2017 in jeder Hinsicht märchenhaft.

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Drei Mannschaften, drei Aufstiege: Jede Menge Grund zur Freude haben die Fußballer von Eutin 08. Der Titelhattrick der Holsteiner dürfte bundesweit nahezu einmalig sein. Besonders stolz sind die Rosenstädter über die Rückkehr der Ligamannschaft in die Regionalliga Nord – nach 27 Jahren.

„Wir haben nicht so viel falsch gemacht“, glaubt Eutins Sportlicher Leiter Peter Schubert (50), Inhaber der Fußball-Lehrer-Lizenz und früher beim VfB Lübeck und Alemannia Aachen als Chefcoach angestellt. Was macht den sportlichen Erfolg der Kicker aus Ostholsteins Kreisstadt im Osten des nördlichsten Bundeslandes aus? Der SPORTBUZZER hörte sich um in der als „Rosenstadt“ bekannten Ortschaft in der malerischen Holsteinischen Schweiz. Egal, mit wem wir sprachen, recht schnell fiel beim Dreifach-Meisteraufsteiger ein Wort: Teamgeist.

„Ganz einfach, wir haben es geschafft, alle drei Mannschaften unter einen Hut zu bekommen“, sagt „Mecki“ Brunner. Der 56-Jährige ist ein Urgestein des Vereins, spielte früher selbst für die 08er und war siebenmal Torschützenkönig der Schleswig-Holstein-Liga. Brunner ist Vater des sportlichen Erfolgs des Ligateams, führte den Klub aus der Kreis- in die Regionalliga – und ist über die Grenzen Holsteins hinaus als Toptrainer anerkannt. „Früher war das bei uns anders. Da hat jeder eher für sich herumgewurstelt.“ Mit dem SV Eichede war der erfahrene Coach schon einmal knapp am Regionalliga-Aufstieg gescheitert – jetzt aber hat es geklappt.

Die Bierdusche für Eutins Meister-Trainer Mecki Brunner darf nicht fehlen!

Der Zusammenhalt? Ungewöhnlich groß

Gutes Beispiel war das vorletzte Regionalliga-Aufstiegsspiel im 180 Kilometer entfernten Drochtersen bei Stade gegen den Bremer SV, das 08 mit 2:0 gewann. Während die A-Junioren als Ordner ganz nah am Geschehen waren, feierten die komplette dritte Mannschaft und Teile der zweiten auf der Tribüne mit. Einer, der den Teamgeist im Klub ganz besonders fördert, ist Brunners Sohn Tim. War der 26-Jährige bis zur Saison 2015/2016 noch Stimmungskanone der ersten Mannschaft und maßgeblich für die gute Laune verantwortlich, rückte er im vergangenen Sommer freiwillig als spielender Co-Trainer in die Reserve und baute dort gemeinsam mit Coach Lars Callsen ein komplett neues Team auf.

Geholt wurden in erster Linie Spieler, die früher schon einmal bei den Rot-Blauen gespielt haben. „Wir versuchen mit Gemeinschaft, Bereitschaft und Freundschaft zu gewinnen“, erzählt Tim, „uns ist es extrem wichtig, dass die Jungs Lust auf das Ganze haben. Der Zusammenhalt untereinander ist ungemein ausgeprägt.“ So wurde das Team in der Kreisliga ebenfalls souverän Meister und kickt als Unterbau der ersten Elf ab sofort in der neuen Verbandsliga.

Kevin Hübner ist für seinen akrobatischen Torjubel bekannt. © Felix König

Das positive Miteinander ist jederzeit spürbar – auch beim ganz normalen Training unter der Woche. „Es läuft sich jeder über den Weg und begrüßt den anderen. Das war früher anders“, sagt „Mecki“ Brunner. So sind sich die erste und zweite nicht zu schade, bei der unterklassigen dritten Mannschaft vorbeizuschauen. „Die Kabinen liegen dicht nebeneinander. Da hört man sich schnell mal zu den Ergebnissen der jeweils anderen Teams um“, betont Sohn Tim.

Der tolle Spirit der Rosenstädter zeigte sich in den letzten Jahren vor allem beim SHFV-Lotto-Hallenmasters in Kiel. Im Januar sorgten erstmals über 1000 Eutiner Fans für einen wahren Fanansturm in der ausverkauften Sparkassen-Arena. „Jeder Spieler schaut auf den anderen, man kann sich gegenseitig in die Augen schauen, mit dem Klub identifizieren und gönnt jedem den Erfolg“, so der Co-Trainer der 08-Reserve. Die gegenseitigen Erfolge spornen an, die Euphorie ist groß.

Zwei Eutiner holten alle drei Meistertitel

Zwei Eutiner Spieler stehen exemplarisch für den ausgeprägten Teamgeist: Jannik Niebergall und Lukas Schultz, Sohn des langjährigen U19-Trainers „Eddy“ Schultz, kamen in der abgelaufenen Saison in allen drei Mannschaften zum Einsatz und wurden somit auch Meister mit der dritten in der Kreisklasse C (Süd). „Da steckt ganz viel Freundschaft dahinter“, glaubt Tim Brunner. Dass Hand in Hand gearbeitet wird, zeigen die Neuzugänge im Sommer. Während drei eigene U19-Talente in die erste aufrücken, spielen gleich acht Youngster zukünftig in der zweiten. Drei Abgänge aus der zweiten verstärken wiederum die dritte – alles bleibt in der Familie.

Der Jubel des Machers: 08-Mäzen Arend Knoop brüllt seine Freude über den Regionalliga-Aufstieg hinaus. Der Jubel des Machers: 08-Mäzen Arend Knoop brüllt seine Freude über den Regionalliga-Aufstieg hinaus. © jpw

„Wir haben noch viel Arbeit vor uns“

Die jüngsten sportlichen Erfolge wären ohne Mäzen Arend Knoop nicht möglich. Der 70-Jährige ist Autohaus-Besitzer und fühlt sich der Stadt Eutin eng verbunden. Er engagiert sich vielseitig, unter anderem als Technischer Leiter der bekannten Eutiner Festspiele, bezeichnet sich selbst als fußballverrückt und will mit seinem Engagement dafür sorgen, dass Eutin über die Kreisgrenzen hinaus bekannt wird. So will Knoop sich dafür einsetzen, dass der Neuling kein Kanonenfutter in der Regionalliga wird.

„Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, glaubt Peter Schubert, „wobei auch die künftigen Aufgaben gemeinschaftlich angepackt werden.“ Getreu dem Motto, das bei Eutin 08 über allem steht: Teamgeist ist Trumpf.

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