Yussuf Poulsen Yussuf Poulsen bei seiner Vorstellung in leipzig im Juli 2013. © Gepa
Yussuf Poulsen

Der erste Königstransfer am Hofe Rangnick

Yussuf Pulsen und RB feiern Vierjähriges und sind glücklich geworden.

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Leipzig/Kopenhagen. RB-Ass Yussuf Poulsen feierte seinen 23. Geburtstag in Kopenhagen, kommt in seiner Heimat nicht mehr ohne Selfies und Autogramme von A nach B. Im Nebenfach kümmert er sich rührend um seinen Ex-Kollegen Benjamin Bellot (neu bei Bröndby), der eine Drei-Raum-Wohnung mit Fahrradständer sucht. Karriere läuft, Cafe Social läuft, Freundin happy. „Alles gut!“, sagt Yussuf. Der Dänenblitz ist eine historische RB-Figur, war im Juni 2013 erster Königstransfer von Sportdirektor Ralf Rangnick. Eines fernen Tages werden sich die Rasenballer eine Poulsen-Büste in den Garten stellen. Als Mahnmal fürs Anforderungsprofil: Jung. Wild. Dynamisch. Lernwillig. Bezahlbar.

133 Pflichtspiele in vier Jahren. Drei Aufstiege. Champions League. Ja, Poulsen und RB sind miteinander glücklich geworden. Aller Anfang war schwer.

Juni 2013, Tirol, RB macht sich am Walchsee fit für die dritte Liga. Das Wetter ist bescheiden, Alexander Zorniger nähert sich oben rum Catweazle. Der Aufstiegs-Coach rasiert sich erst wieder, wenn sein Kader komplett ist. Zorniger will Joshua Kimmich (Stuttgart) und einen Ersatz für Stefan Kutschke (Wolfsburg).

Bevor sich Zorniger auf den Bart tritt, macht Rangnick den Leihvertrag mit dem VfB klar und chauffiert Kimmich ins Camp. Fünf Stunden im Auto mit einem 18-Jährigen, der wahrscheinlich Kopfhörer trägt und am Handy spielt. Keine guten Aussichten für den Fußball-Philosophen. Doch Kimmich ist kein normaler 18-Jähriger, stellt Fragen, will Antworten. Bei der Ankunft ist Rangnick ausgelutscht, aber sicher: Jo wird uns viel Freude bereiten.

Rangnick hat heiße Neuigkeit im Gepäck

Rangnick hat Jo und eine heiße Neuigkeit für Zorniger im Gepäck. Kutschke II kommt! Die Leipziger Volkszeitung ist in der Spur, hat wunderbare Informationen. Der Königstransfer ist Däne, hat einen Teint wie Ruud Gullit, wurde in Leipzig gesichtet. In der Thomaskirche und beim Sauerbraten in Auerbachs Keller. Die Entourage ist erlesen besetzt und soll dem Umgarnten ein gutes Gefühl geben: Heine Jensen, dänischer Trainer der deutschen Handball-Frauen, Kay-Sven Hähner, Manager von Jensens Ex-Club HC Leipzig. Rangnick, RB-Nachwuchschef Frieder Schrof, Geschäftsführer Ulrich Wolter. Die Eltern des Stürmers und beide Geschwister essen ebenfalls Sauerbraten. Anruf bei Jensen: „Ich darf nix sagen.“ Gilt auch für Hähner, Schrof und Wolter. Einen Mini-Hinweis gibt es: Zweite Liga, Dänemark.

33 teure Anrufe später ist klar, wer kommt: Yussuf Poulsen, 19 Jahre, Lyngby BK. Kurz bevor der LVZ-Text online geht und als Breaking News geadelt wird, meldet eine dänische Internet-Zeitung Vollzug. Künstlerpech.

Mainz-Manager Christian Heidel war ebenfalls interessiert und bei einem Kick auf einem dänischen Rübenacker dabei. Poulsen stoppte den Ball weiter als ihn der frührere Bezirksligaspieler von Fontana Finthen schießen konnte. Heidel winkte ab, weil Mainz nicht mal eben so 600 000 Euro raus tun konnte für einen 19-Jährigen. Bei Rohdiamanten stellt sich in Mainz am Rhein die Frage, ob nach dem Schleifen überhaupt noch was übrig ist.

Rangnick und Zorniger mutiger als die Mainzer

Rangnick/Zorniger wagen diesen Versuch. Erster Eindruck beim Üben am Cottaweg: Poulsen stoppt den Ball auch weiter als ihn der ehemalige Drittligaspieler Rangnick schießen konnte. Zweiter Eindruck: Poulsen gibt den Ball nur im Notfall her, entspringt offenbar einer Einzelsportart. Dritter Eindruck: Poulsen springt höher als Hessenstute Halla, ist doppelt so schnell wie die gerade ausgemusterten Timo Rost und Adrian Mrowiec. Das stimmt hoffnungsfroh.

Viertens macht Rangnick/Zorniger glücklich: Poulsen lernt schnell. Deutsch, Ballan- und Mitnahme. Auch Kochen, Bettenmachen und Rücksichtnahme auf den Mitbewohner. Poulsen bezieht auf Anregung Rangnicks eine WG mit Jo Kimmich.

Nur einmal funzt es nicht in der WG. Vorm Spiel in Chemnitz überhört Poulsen den Wecker und verpennt das Nachmittagstraining. Zorniger suspendiert den Dänen und RB verliert 1:3 beim CFC. Seit Kimmich ausgezogen ist, wohnt Poulsen alleine auf vielen Quadratmetern. Irgendwas ist immer.

Alexander Zorniger hat sich übrigens nie mehr glatt rasiert. Weil ihn seine neue Liebe, eine Leipziger Journalisten, mit Bart verwegen findet. Und, nein, lieber Herr Zorniger. Sie kriegen Dominik Kaiser nicht. Der spielt in Leipzig Champions League und ist vor seinem 40. Geburtstag nicht zu haben.

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