Naby Keita Naby Keita © AP Photo/Jens Meyer
Naby Keita

Der Fall Naby Keita – wie das LKA die Führerschein-Fälschung des Stars von RB Leipzig entlarvte

415.000 Euro Strafe soll Naby Keita zahlen, weil er statt einem Führerschein eine „Totalfälschung“ bei Leipziger Behörden einreichte. Der Sportbuzzer erklärt, wie das LKA Keita entlarvte und wie die Höhe der Strafe zustande kam.

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Leipzig. Zweimal legte Naby Keita seinen guineischen Führerschein bei der Fahrerlaubnisbehörde in Leipzig vor, zweimal soll es sich um eine sogenannte „Totalfälschung“ gehandelt haben. Der Mittelfeldstar von RB Leipzig erhielt deshalb einen Strafbefehl über 415.000 Euro. Was der Vorwurf konkret bedeutet, erklärt Tom Bernhardt vom sächsischen Landeskriminalamt (LKA), das Keitas Dokumente analysiert hat.

Anders als bei einem manipulierten Ausweis auf Original-Dokumentpapier – welcher als Teilfälschung gilt – seien bei einer Totalfälschung sowohl das Basis-Dokument als auch die darauf enthaltenen Angaben manipuliert, so Bernhardt gegenüber der LVZ. Entlarvt wurden die Fälschungen durch Experten des Kriminaltechnischen Instituts beim LKA. Dieses beschäftigt spezielle Fachleute für Urkunden und Schriften. „Wir erbringen hier Expertisen zur Unterstützung der ermittelnden Kollegen“, erläutert LKA-Sprecher Bernhardt. Im Fall Keita hat die Staatsanwaltschaft Leipzig das Gutachten angefordert. Sie ermittelt wegen Urkundenfälschung.

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Keita droht Prozess am Amtsgericht

Ihren Anfang hatte die Geschichte bereits vor knapp einem Jahr genommen: Keita soll am 2. Dezember 2016 bei der Fahrerlaubnisbehörde einen Führerschein der Republik Guinea vorgelegt und damit eine deutsche Fahrerlaubnis beantragt haben. Am 19. Januar 2017 soll er dann einen weiteren Führerschein aus seiner Heimat eingereicht haben. Beide wurden als Fälschung identifiziert.

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Den Strafbefehl wegen Urkundenfälschung erließt das Amtsgericht Leipzig am 5. Oktober 2017 – nach einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft, so Gerichtssprecher Stefan Blaschke gegenüber der LVZ. Blaschke bestätigt, dass es um „eine sechsstellige Summe“ geht. Laut Bild-Zeitung soll Keita 50 Tagessätze à 8300 Euro zahlen. Gegen den Strafbefehl legte der Anwalt Keitas am 2. November Einspruch ein. Damit droht dem 22-Jährigen ein öffentlicher Prozess. „Es ist aber noch kein Termin einer Hauptverhandlung bestimmt“, so Blaschke.

So kamen die 415.000 Euro zustande

Beim Strafmaß gilt: Die Anzahl der Tagessätze richtet sich nach der persönlichen Schuld des Betroffenen, die Tagessatzhöhe wiederum nach der Höhe des Einkommens. Bei Keita legten Staatsanwaltschaft und Gericht offenbar ein Nettogehalt von rund drei Millionen Euro im Jahr zugrunde. Die Behörden können das Einkommen laut Paragraf 40 des Strafgesetzbuches – sollte der Betroffene keine Angaben machen – auch schätzen.

Fotos: Naby Keita bei RB Leipzig

Bei einem Prozess kann das Gericht bei der Höhe der Sanktion sowohl nach oben als auch nach unten abweichen. Als Grundsatz jedoch gilt, so ein Staatsanwalt: Beim zugrunde gelegten Einkommen ist der Zeitpunkt der Hauptverhandlung entscheidend. Sollte Keita dann bereits beim FC Liverpool spielen und sein Einkommen um mehrere Millionen Euro gestiegen sein, könnte es – falls seine Schuld nachgewiesen wird – also noch viel teurer werden.

Zum Vergleich: Der 2014 wegen Fahrens ohne Führerschein verurteilte BVB-Profi Marco Reus musste 90 Tagessätze à 6000 Euro zahlen – insgesamt 540.000 Euro. Bei ihm wurde somit ein niedrigeres Gehalt angesetzt, das Strafmaß lag jedoch deutlich darüber.

Von Robert Nößler und Sabine Kreuz

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