Umkämpft: Patrick Herrmann und Rick van Drongelen im Duell. Umkämpft: Patrick Herrmann und Rick van Drongelen im Duell. © dpa
Umkämpft: Patrick Herrmann und Rick van Drongelen im Duell.

Der nächste Rückschlag: Hamburger SV verliert in Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach gewinnt das letzte Bundesliga-Freitagsspiel 2017 mit 3:1 gegen den Hamburger SV, der erneut einen Rückschlag hinnehmen muss und vom Erzrivalen sogar noch auf einen Abstiegsplatz verdrängt werden kann.

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Die Worte von Markus Gisdol hatten wie eine Drohung geklungen. Er wäre „gar nicht unzufrieden“, wenn seine Mannschaft „mal ein nicht so gutes Spiel macht, aber dafür punktet“, hatte der Trainer des Hamburger SV vor der 3:1 (1:0)-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach erklärt, und wer sich noch an das durch und durch destruktive 0:0 im vorigen Auswärtsspiel zwei Wochen zuvor beim SC Freiburg erinnerte, musste das Schlimmste befürchten. Aber offenkundig hatte Gisdol geblufft. Sein Team spielte gut mit, hatte viel Ballbesitz und gute Ideen, war in dieser niveauvollen Partie sogar in vielen Phasen fußballerisch überlegen. Nur die Sache mit den Punkten, die hat mal wieder nicht geklappt.

„Wir haben uns das natürlich anders vorgestellt“, sagte HSV-Torhüter Christian Mathenia zur Tabellensituation. „Jetzt heißt es Ärmel hochkrempeln.“ Zufrieden war hingegen Gladbach-Trainer Dieter Hecking. „Ich bin mit der Punkteausbeute sehr zufrieden“, sagte er zu den nun 28 Zählern seines Teams. „Wir wissen, wie kompliziert diese Bundesliga ist.“ Sein Kapitän Lars Stindl war vom Spiel angetan: „Kämpferisch und spielerisch war das eine überzeugende Leistung von uns heute.“

Dabei hatten die Hamburger mit einer auf den ersten Blick eher vorsichtigen Fünferkette gespielt, noch dazu in einem sehr unkonventionellen 5-1-2-2-System. Aber sie fühlten sich lange wohl in dieser Formation. Jedenfalls nach den etwas schläfrigen Anfangsminuten, in denen Thorgan Hazard zum 1:0 für die Broussia traf (9.). Doch danach griffen die Hamburger munter an. Lars Stindl klärte einen gut platzierten Kopfball von Mergim Mavraj auf der Linie (19.), und ein Schuss von André Hahn wurde gerade noch von Jannik Vestergaard geblockt (21.). Die Präsenz der Hamburger war für ein Auswärtsspiel eines Abstiegskandidaten beeindruckend, die Schattenseite: Gladbach hatte viel Raum zum Kontern und war mindestens genauso gefährlich: Reece Oxford traf schon früh die Latte (6.) und auch Michael Cuisance feuerte einen wunderbaren Schuss an den Pfosten (38.), bevor Christian Mathenia bei Großchancen von Hazard (52.) und Raffael (64) seine ganze Torwartkunst zeigen musste.

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Mutig war die Entscheidung von Trainer Dieter Hecking, mit Oxford und Cuisance zwei 18-Jährige auf der strategisch so wichtigen Doppelsechs spielen zu lassen, nachdem Denis Zakaria (gesperrt) und Christoph Kramer (verletzt) ausgefallen waren. Die beiden Teenager machten einen guten Job, während ihre Altersgenossen Tatsuya Ito und Fiete Arp beim HSV zunächst nur auf der Bank saßen. Gisdol setzte auf Erfahrung, und diese Maßnahme schien sich auszuzahlen. Nach 53. Minuten fand der schon vorher äußerst starke Aaron Hunt einen tollen Weg durchs Mittelfeld, spielte einen tollen Pass auf Hahn, der zum 1:1 traf. Das war völlig verdient, und statt sich nun zurückzuziehen, spielten die Hamburger weiter riskant nach vorne. Das wurde böse bestraft. Kyriakos Papadopoulos fabriierten einen schlimmen Fehlpass, den Gegenangriff veredelte Raffael zum 2:1 (74.), und als der Brasilianer nach einem weiteren Konter auf 3:1 erzöht hatte war die Partie entschieden (79.)

Der HSV droht auf einem direkten Abstiegsplatz zu rutschen und könnte vor einem sehr schwierigen Winter stehen. Das Befinden beim dem Traditionsverein ist ja ein hoch sensibles Gebilde, das Ähnlichkeiten mit den Gemütsschwankungen eines Borderline-Patienten hat. Schon mehrfach verfielen Teile des Anhangs in einen Zustand der Euphorie – etwa, als mit Arp und Ito wie aus dem Nichts zweit wunderbare Talente im Team auftauchten, die süße Fantasien beflügeln. Oder als die Mannschaft zwischen dem 13. Und dem 15. Spieltag drei mal ohne Gegentor blieb und die starken Defensivleistungen gefeiert wurden.

Den Kontrast bilden die regelmäßigen Verbaltiefschläge von Investor Michael Kühnen, und all die gescheiterten Versuche, endlich aus de Tabellenkeller zu klettern. Der Abend von Mönchengladbach ist ein neues Kapitel dieser langen Geschichte.

RedaktionsNetzwerk Deutschland Hamburger SV (Herren) Borussia Mönchengladbach (Herren) Bundesliga Borussia Mönchengladbach-Hamburger SV (15/12/2017 20:30)

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