28. September 2018 / 08:26 Uhr

Der neue Coach des 1. FC Lok Leipzig ist kein Kumpeltyp

Der neue Coach des 1. FC Lok Leipzig ist kein Kumpeltyp

Fabian Held
Lok Leipzigs neuer Trainer Björn Joppe und Co-Trainer Markus Krug (v.l.).
Lok Leipzigs neuer Trainer Björn Joppe und Co-Trainer Markus Krug (v.l.). © Dirk Knofe
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Joppe soll mit Krug beim 1. FC Lok Leipzig den Karren aus dem Dreck ziehen.

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Leipzig. Björn Joppe blickte auf seine grau-schwarze Trainingsjacke mit Lok-Emblem. Er hatte sie sich zum Pressetermin – seiner offiziellen Vorstellung – bei Zeugwart Frank Weiske ausgeborgt. Also stand ein „FW“ auf der Brust, kein „BJ“. „Passt doch“, meinte Joppe mit einem Grinsen, „FW, wie Feuerwehr.“

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In der Tat schrillen bei Lok Leipzig die Alarmglocken, Abstiegskampf statt Aufstiegseuphorie. Am Samstag geht’s zum ungeschlagenen Tabellenführer Chemnitzer FC. „Das kann auch ein Vorteil sein“, meint Joppe. Denn gegen den CFC ist Lok natürlich der große Underdog. Joppe hat sich dennoch was überlegt. „Wir werden definitiv ein anderes System spielen. Der ein oder andere wird auch auf einer anderen Position spielen, als in den vergangenen Wochen“, deutete der Coach vielsagend an. Was genau er plant, wollte er dann doch nicht verraten. „Diesen kleinen Vorteil, zumindest für die ersten Minuten, will ich behalten.“

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An Joppes Seite steht künftig der nach eigener Aussage „spielende Co-Trainer“ Markus Krug. „Ich will dem Verein helfen, wo ich kann. Ich hatte mir das eigentlich alles ganz anders vorgestellt“, sagte der Rechtsverteidiger. Eigentlich war die Idee, Krug als eine Belohnung für seinen unermüdlichen Einsatz ein weiteres Jahr zu gönnen. Es sollte eigentlich das letzte in blau-gelb sein, eine Belohnung. Jetzt wird es eine Last. „Was willst du machen“, seufzte Krug, der den Karren jetzt mit aus dem Dreck ziehen will. Nebenbei geht er weiter halbtags arbeiten, was die Belastung nicht gerade schmälert.

Neuer Lok-Coach legt viel Wert auf Pünktlichkeit und Disziplin

Joppe selbst will mit der Mannschaft vor allem erst einmal aus dem Tabellenkeller. „Es geht darum, die Jungs im Kopf frei zu machen. Ich will, dass wir in Chemnitz als Einheit auf dem Platz stehen. Was dann am Ende rauskommt, ist erst einmal egal“. Soll heißen: Der Einsatz muss stimmen, die Fans müssen mit zurück ins Boot geholt werden. Dann, so die Idee, werden die Punkte von alleine kommen. „Heiko Scholz hatte zu vielen Spielern ein fast freundschaftliches Verhältnis“, sagte Joppe und deutet damit an, dass er strenger agieren will. Themen wie Pünktlichkeit und Disziplin seien ihm wichtig, verriet der neue Coach. Auch wenn es Scholz war, der Joppe als Nachwuchschef nach Leipzig holte, scheinen beide doch ziemlich unterschiedliche Typen zu sein.

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Weil Joppe nur einen B-Trainer-Schein besitzt, hat GmbH-Geschäftsführer Martin Mieth eine Sondergenehmigung bis zum Ende der aktuellen Saison beim NOFV beantragt. „Ich rechne in diesen Tagen mit Post“, so Mieth.

Der Rauswurf von Vereinslegende Heiko Scholz aus dem Traineramt steckt dem Verein noch in den Knochen. „Er ist unser Freund, wir brauchen ihn“, meinte der Präsident Thomas Löwe. „Er hat immer darauf hin gearbeitet, diesen Verein mal in die 3. Liga zu führen und das Profitum einzuführen. Das war eine sehr emotionale Woche für ihn.“ Deshalb solle Scholz jetzt erst mal eine „Lok-Pause“ nehmen. Das weitere Vorgehen wird danach besprochen, auch wenn der Präsident wieder sehr zuversichtlich klang, dass eine Lösung für eine weitere Zusammenarbeit gefunden wird.

Scholz hatte in den vergangenen Tagen für Unmut im Verein gesorgt. Nach seiner Abberufung vom Traineramt wurde er beim Fußball-Tennis-Spielen auf dem Vereinsgelände gesehen. Gegner: Björn Joppe. Wer aus diesem Duell als Sieger hervorging? „Es gewinnt immer der Cheftrainer“, sagte Joppe süffisant. „Es gibt kein Hausverbot für Heiko Scholz“ bekräftigte Löwe. Scholz bleibt ein gern gesehener Gast in Probstheida – wenn er nicht gerade Fußball-Tennis mit seinem Nachfolger spielt.

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