Rückblick: Diese Aufnahme entstand in der Saison 2006/2007. Rückblick: Diese Aufnahme entstand in der Saison 2006/2007. © imago/Kaletta
Rückblick: Diese Aufnahme entstand in der Saison 2006/2007.

Der Platzwart: 96 und die "tote Wand"

100 Prozent Sitzschalensupport, keine Reinigungskosten, immer friedlich: Hannover 96 spielt seit Jahren vor einer leeren Süd. Neue Marketingideen könnten das ändern - oder auch nicht.

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Der DFB hat gesprochen: Borussia Dortmund muss die legendäre Südtribüne für ein Spiel komplett schließen. Kopfzerbrechen beim BVB – wie will man gegen die Wolfsburger ohne die Unterstützung der knapp 25.000 Fans auf der Süd bestehen? 

Was ist drin ohne die gelbe Wand, wenn es schon gegen Darmstadt nicht reicht? Eine kompetente Einschätzung aus dem hohen, klassentiefen Norden: Es wird schwer. Sehr schwer. Abstieg droht. Spiele gegen Duisburg, Oberhausen und die Spvgg. Erkenschwick.

Woher wir das wissen? Weil Hannover 96 seit Jahren mit einer leeren Süd spielt, ganz ohne Danebenbenehmen, Geldstrafen und Sperren. In Hannover klappt das total friedlich, nett und freiwillig.  Kenner sprechen von der „toten Wand“ mit nahezu 100 Prozent Sitzschalensupport. 

Perfekter Werbeplatz

Vorteile: keine Reinigungskosten, keine Pfiffe, auch bei hohem Rückstand – und eine breite Sicherheitsschneise zwischen den unberechenbaren Fans vom SV Sandhausen und den gefürchteten hannoverschen VIP-Tribünen-Hools auf der Ostseite. Interessant für ambitionierte Geschäftsleute: Wer Werbung will, mietet die Süd und malt sie an. Es wird keiner den Schriftzug wegsitzen.

Zieht momentan nicht mehr so viele Fans - die Heimspielstätte von Hannover 96. Zieht momentan nicht mehr so viele Fans - die Heimspielstätte von Hannover 96. © imago/Hübner

Am Montag nun war der ruhmreiche VfL Bochum zu Gast, mit Stars wie Rieble, Quaschner und Wurtz – und obendrauf Peter Neururer als abfindungsneutraler Ko-Kommentator beim Montagsfernsehen. 

Ein Spitzensetup, das – aus unterschiedlichen Gründen – einst für Leben auf der Südtribüne sorgte, selbst bei 18 Grad minus waren 2009 mehr da. Am Montag war es auf der Süd 17 Grad wärmer! 

Und?

Leer. Wie immer, wenn es vorher nicht gelungen ist, irgendwelche armen Kinder aus Partnerschulen zum Stadionbesuch zu überreden oder die Fläche an die Zeugen Jehovas zu vermieten. Mit Folgen. Heimelfmeter werden nur noch auf der Nordseite vergeben, von den Schiris (drei) und von den 96-Spielern (zwei). 

2. Liga Nord

Ernstzunehmende Angriffsbemühungen auf der Südseite gibt es nur noch kurz vor der Halbzeit, wenn die Roten eh gerade auf dem Weg in die Kabine sind. Hannover 96 spielt quasi in der 2. Liga Nord.

Rückblick: In der Saison 1982/83 verloren sich beim Zweiliga-Spiel gegen TuS Schloss Neuhaus knapp 5000 Zuschauer im damaligen Niedersachsenstadion. Rückblick: In der Saison 1982/83 verloren sich beim Zweiliga-Spiel gegen TuS Schloss Neuhaus knapp 5000 Zuschauer im damaligen Niedersachsenstadion. © imago/Rust

Leere Tribünen gelten im Fußball als Menetekel, als Warnung – Unheil droht! Erst keine Stimmung, dann keine Punkte, wegen fehlender Einnahmen dauerhaft unbezahlter Fußball auf Freizeitbasis. 

Das macht nicht einmal Salif Sané mit und keiner der Berater von Sarenren Bazee. Hannover 96, ohnehin notorisch unterfinanziert, hat versucht, mit einem Langnese-Block die Reihen zu füllen. 

Hat nicht geklappt, auch bei 18 Grad minus stand den Fans komischerweise nicht der Sinn nach einem Nogger. 

Neue Ideen

Geprüft werden derzeit die Marketingideen Fastfoodtribüne (Jimblock), ein Drive-in (Motorblock) oder die Uli-Hoeneß-Gedächtnistribüne (Zellenblock). 

Wenn Kind auf Nummer sicher gehen will, nennt er die Südtribüne beim kommenden Heimspiel einfach „Gilde-Freibierblock“. 

Prognose: 96 haut Bielefeld weg und die ganze Südtribüne steht voll dahinter.

Region/Hannover Hannover 96 (Herren) Fussball 2. Bundesliga

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