Hannover 96-Fans können in der ersten Halbzeit ihrer Hannover 96-Fans können beim Stadionbesuch in der ersten Halbzeit so richtig abschalten. © imago/Imagephoto (Symbolbild)
Hannover 96-Fans können in der ersten Halbzeit ihrer

Der Platzwart: Mit den "Roten" 45 Minuten die Seele baumeln lassen

Nach dem Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach war es dann soweit, die erste Plichtspielniederlage für 96-Trainer André Breitenreiter war besiegelt. Eine andere Serie hält bei Hannover 96 allerdings an - "die rote Null".

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Die Leute wundern sich, warum das Aufräumen nach dem Orkan „Xavier“ so lange dauert. In Hannover wundern sie sich nicht. Da hatten sie nämlich schon mal einen Xavier, Abel Xavier. Ein Wirbelwind. Leider nur abseits des Platzes. Das dazugehörende Sturmtief nannte sich Svitlica, Stanko Svitlica, der als SerbienSieger den Erfolg für 96 sichern sollte. Von beiden hat sich 96 monatelang nicht erholt. Nach der Rückspiel-Niederlage gegen Gladbach Anfang März 2004 musste damals sogar der Trainer gehen, ein gewisser Ralf Rangnick, ein Aufstiegsheld. Jetzt hat Hannover 96 wieder mal gegen Gladbach verloren. An der Seitenlinie ein neuer Aufstiegsheld und ein Aufstiegsheldt.

Reaktionen? Hätten euphorischer selbst bei einem der üblichen 1:0-Kantersiege der Roten nicht sein können. In der Presse hieß es „Besiegt, aber nicht geschlagen“ und „Die besten Verlierer der Liga“, der Trainer äußerte sich „sehr zufrieden“. Nicht auszuschließen, dass bei der Rückfahrt Champagner geflossen ist und man überlegt hat, wie viele freie Trainingstage man nach einer möglichen Niederlage gegen Frankfurt einplanen müsste.

"Die rote Null"

Dabei hatte der siebte Spieltag für 96 schon verflixt angefangen. Das Navi lotst den Mannschaftsbus zunächst in die falsche Richtung, Gladbeck statt Gladbach – man merkt, der Verein war ein Jahr raus. Es folgt das Spiel: Gladbeck, Gladbach, Pfiff, 0:0 zur Halbzeit, Pfiff, Pfiffe, Bratwurst und ein Bit, Pfiff, Freistoß, Ginter, Fuß, Tor, Harnik, Kopf, Tor, Flanke, Latte, weil diese Dinger in Gladbach gerade tiefergehängt werden, was man aber nur merkt, wenn man aus zwei Metern volles Brett dagegenschießt, dann Johnson, Hand, Pfiff, Video, nix – kein Elfer. Dann Sané, Ball, Bein, Grifo, Pfiff, Video, nix – es bleibt beim Elfer. Hazard, Tor, schon spät, Pfiff. Gladbach: drei Punkte, 96: drei Bit. Applaus für alle.

Es enden Serien der Superlative für Hannover 96: erstmals nach 17 Spielen ligaübergreifend geschlagen, erste Pflichtspielniederlage für André Breitenreiter, wenn man die Vorgängervereine und da vor allem Paderborn weglässt. Und: Martin Harnik droht nach seinem kapitalen Fehlschuss erstmals aus den Top-5 der 96-Trikot-Flocks zu fallen, erste Fans sollen sich schon erkundigt haben, ob theoretisch die Flocks-Klassiker wie Jan Durica und Stankevicius wieder verfügbar wären. Andere Serien bleiben bestehen: alle ersten Halbzeiten in dieser Saison nicht nur ohne Gegentor, sondern komplett ohne Tor. Das 0:0, in Fachkreisen „Die rote Null“ genannt, sie steht. 96-Anhänger, die zu ersten Halbzeiten ihres Lieblingsvereins gehen, sind entweder mit italienischem Fußball groß geworden oder sie wollen einfach mal ihre Ruhe haben.

Nur Ex-96er haben eine Chance

Wer gegen 96 überhaupt eine Siegchance haben will, muss in dieser Saison eine 96-Vergangenheit vorweisen können. Letzte 96-Niederlage? Gegen Dieter Hecking. Davor? Mirko Slomka. Kein Wunder, dass sie bei den Bayern jetzt hektisch 96-Sturmlegende Jupp Heynckes direkt von einem Flusskreuzfahrtschiff der „A-RTHROSA“-Flotte wegverpflichtet und wieder auf die Trainerbank gesetzt haben – in ein paar Wochen geht’s gegen Hannover. Heynckes ist nach eigener Aussage topfit, hat einen Ruhepuls von 60. Und einen Blutdruck von 18/60. War nur ein Scherz, hat der Hoeneß trotzdem dumm geguckt.

So wie die Bayern machen es auch andere Bundesligisten: Die Diskussion um Thomas Schaaf bei Werder Bremen? Zufall? Fredi Bobic Interimstrainer für ein Spiel? Ralf Rangnick in Leipzig, Egon Coordes in Stuttgart? Alles denkbar. Coordes ist auch nur ein Jahr älter als Heynckes. Und wenn in Köln zur Rückrunde ein Porsche Panamera vor dem Greisbockheim steht, dann hat Jörg Schmadtke nur seine Hausaufgaben und alles richtig gemacht.

Die sieben Trainingsplätze an der 96-Akademie sollen nicht mehr eins bis sieben heißen, sondern nach Stadtteilen benannt werden. Unsere Vorschläge: Kirchrüde, Wadenstedt, Bainholz, Bokfeld, Kicklingen, Spalthausen und Win-Horst. Wettbergen wäre wahrscheinlich keine gute Idee.

Region/Hannover Hannover 96 (Herren) Fussball Bundesliga

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