12. September 2018 / 10:06 Uhr

Der Platzwart: 96-Transfertricks, der ewige Heldt und ein "günstiges" DFB-Spiel

Der Platzwart: 96-Transfertricks, der ewige Heldt und ein "günstiges" DFB-Spiel

Der Platzwart
Die Lehren der Länderspielpause: Hannover 96 trickt bei den Transfers, bringt komplizierte Namen ins Spiel - und kauft diese Spieler dann doch nicht. Aber ganz wichtig ist, dass das Stadion in Sinsheim beim Prestigeduell Deutschland gegen Peru trotz günstiger 80-Euro Sitzplätze voll war. 
Die Lehren der Länderspielpause: Hannover 96 trickt bei den Transfers, bringt komplizierte Namen ins Spiel - und kauft diese Spieler dann doch nicht. Aber ganz wichtig ist, dass das Stadion in Sinsheim beim Prestigeduell Deutschland gegen Peru trotz günstiger 80-Euro Sitzplätze voll war.  © imago/ActionPictures
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Der dritte Bundesliga-Spieltag steht vor der Tür! Doch was ist in der Zwischenzeit bei Hannover 96 passiert? Wenn alle denken, 96 holt einen Innenverteidiger, kommt ein Flügelflitzer. Horst Heldt war schon überall und die Karte für das Spiel der deutschen Nationalmannschaft kostete nur knapp 100 Euro. Wenn Fannähe groß geschrieben wird. 

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Erste Vollbremsung nach zwei Spieltagen – das ist Bundesliga 18/19. In Wolfsburg übt Bruno Labbadia auf seinem Balkon mit einer Radkappe das Schalenheben, in Stuttgart spricht Tayfun Korkut mit seinem Vermieter über eine Ausstiegsklausel, in Leverkusen freut man sich nach zwei Niederlagen auf den Aufbaugegner Bayern, in Gelsenkirchen überklebt ein melancholischer Salif Sané auf dem 96-Poster Kevin Wimmers Kopf mit seinem. Jogis WM-Helden wollen noch zuschauerfreundlicher werden. Und bei Hannover 96? Der Platzwart zieht die Lehren aus der Länderspielwoche.

1. 96 und der Tricktransfer

Alle denken, 96 sucht einen großen, erfahrenen Innenverteidiger mit unaussprechlichem Namen. Wie Papiss Mbouba Mbwiwa Abu Fuongo Baba Mison Djilobodji. Oder Timm Klose. Weil Trainer Breitenreiter im Training am liebsten elf gegen elf Innenverteidiger spielen lassen würde. Aber Innenverteidiger sind von Haus aus sperrige Typen. Kreuzen im Kalender schon mal das falsche Halbjahr an und verpassen so den Trainingsauftakt um schlappe 72 Tage, wie Djilobodji in Sunderland. Andere wollen ihren trockenen Tribünenplatz nicht aufgeben, wie Kölns Edelhocker Frederik Sörensen.

Also hat Horst Heldt reagiert und statt eines Abwehrhünen aus dem Commonwealth oder aus Cologne den 20-jährigen Flügelspieler Florent Muslija verpflichtet. Große Überraschung. Muslija betritt die 96-Geschäftsstelle aufrecht durch die Katzenklappe und alle Innenverteidigerberater und 96-Trainer gucken doof. Muslija kommt aus Karlsruhe, das macht ihn für manche zum neuen Stindl. Genauso gut ist deshalb Linton Maina der neue Leroy Sané und Kevin Wimmer der neue Georg Schwarzenbeck.

2. Heldt regiert die Welt

Stuttgart, Schalke, Hannover, Köln, Hannover, Wolfsburg und Hannover – die beruflichen Stationen Horst Heldts als Manager können sich sehen lassen. Hat Hannover natürlich den Vertrag verlängert, „ganz heimlich“ wie es in der Presse hieß.

Offenbar so heimlich, dass der Horst selbst nichts davon wusste und sich aktiv um eine lukrative Anschlussbeschäftigung bemüht hat. Am Wochenende hat Martin Kind seinem Manager und die Öffentlichkeit über die Vertragsverlängerung in Kenntnis gesetzt. Der konnte sein Glück angeblich kaum fassen: Vertrag bis 2021, Beförderung 2019. Auf welchen Posten in welcher Stadt – noch geheim. Im schlimmsten Fall läuft es auf Hannover lebenslang hinaus.

3. Wenn Felipe krank ist, ist er krank

André Breitenreiter, weiß, wie man komplizierte medizinische Sachverhalte auf den Punkt bringt. Er sagte: Wenn Felipe krank ist, ist er krank. Andererseits ist Felipe so oft krank, dass „Felipe ist nicht krank“ kranker klingt als wenn Felipe krank ist. Ist Felipe tatsächlich nicht krank, spielt er Fußball, und das ist das Problem. Dann ist er wieder krank. Und wenn er krank ist, ist er krank. Krank, oder? Breitenreiter hat recht. Fußball ist ein Teufelskreis.

4. Fußball ist für alle da

Also, fast für alle. Beim DFB ist Fußball vor allem für Spieler da, die nicht aus Hannover kommen, und für Zuschauer, die sonntags nach Sinsheim fahren, um dort kurz vor neun Uhr abends für 80 Euro ein Freundschaftsspiel gegen Peru zu sehen. Peru! Schärpentrikot, Teófilo Cubillas, Viertelfinale 1970 und so. 

Verbunden mit einem Sightseeingwochenende in Sinsheim, mit Kindern von der Gleitzeitschule, für die jeder Montagmorgen ohnehin so wichtig ist wie ein Vorrundenspiel gegen Südkorea – für die ist der DFB-Fußball da. Jogi Löw hat extra nochmal nachgefragt, ob es bei Spielen der Kategorien „egal“ und „scheißegal“ nicht früher und billiger geht. Aber ne, Hände gebunden, Verträge, Fernsehen, UEFA, höhere Mächte, don‘t call us. In Planung: Freundschaftsspiel gegen Gibraltar, Mittwoch 0.30 Uhr auf Helgoland.

5. Endlich wieder Bundesliga

Am Wochenende ist wieder Bundesliga. Gottseidank.

Das ist der Fahrplan für die 96-Nationalspieler in der Länderspielpause:

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