Dynamo-Legende Klaus Sammer kann auf eine große Karriere zurück blicken (1) (Imago) Dynamo-Legende Klaus Sammer feiert seinen 75. Geburtstag. © Imago
Dynamo-Legende Klaus Sammer kann auf eine große Karriere zurück blicken (1) (Imago)

Der Unverbiegbare: DDR-Fußball-Ikone Klaus Sammer wird 75

Er war aus dem Aufgebot von Dynamo Dresden und der DDR-Nationalmannschaft in den 70er Jahren kaum wegzudenken. Und doch fehlte Klaus Sammer oftmals - wegen seiner politischen Einstellung. Mit 75 Jahren blickt er auf eine stürmische Zeit zurück.

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Dresden. Er war und ist einer der ganz Großen des DDR-Fußballs. Nicht nur aufgrund seiner Körperlänge von 1,91 Metern. Seine ehemaligen Kollegen nennen ihn noch heute liebevoll den «Langen». Am Dienstag feiert Klaus Sammer seinen 75. Geburtstag. Sohn Matthias hat es als erster gesamtdeutscher Nationalspieler nach der Wende zum Europameister, zu Europas Fußballer des Jahres und später zu einem erfolgreichen Trainer und Sportdirektor gebracht. Vater Klaus wird in der ehemaligen DDR, vor allem in Dresden, hochverehrt.

Dabei blickt er auf eine erfolgreiche Karriere als Spieler und Trainer zurück, auch wenn es ihm nicht immer leicht gemacht wurde. «Vor dir muss man einfach den Hut ziehen, weil du viele Nackenschläge einstecken musstest, die du auch immer wieder weggesteckt hast», sagte sein ehemaliger Mitspieler Hans-Jürgen Kreische im MDR und spielte damit auf die Differenzen mit den Politoberen der DDR an, die der gebürtige Gröditzer mit West-Verwandtschaft immer wieder durchlebte.

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Sammer galt seiner Zeit als «politisch unzuverlässig», ließ sich aber nie verbiegen. Nicht, als er für die DDR-Auswahl 1972 für Olympia und 1974 für die Weltmeisterschaft alle Qualifikationsspiele absolvierte, aber im jeweiligen Turnier-Aufgebot fehlte. Und auch nicht, als er nach dem denkwürdigen Europapokal-Aus der von ihm trainierten Dresdner Mannschaft in Uerdingen 1986 (3:7) zum Schuldigen auserkoren und als Jugendtrainer zu Dynamo Meißen delegiert wurde.

Dass er überhaupt beim Fußball gelandet war, glich eher einem Zufall. Der gelernte Dreher begann seine sportliche Karriere im sächsischen Gröditz bei Riesa eigentlich als Leichtathlet, ehe er in seiner Geburtsstadt bei der TSG Stahl Gröditz erstmals gegen den Ball trat.

272 Spiele und 39 Tore für Dynamo

Zur Saison 1962/63 wechselte er als 19-Jähriger zum SC Einheit Dresden, entschied sich aber drei Spieltage vor Schluss der Oberliga-Saison 1964/65 kurzfristig zu einem Wechsel zum Lokalrivalen Dynamo Dresden, wo er half, den drohenden Abstieg zu verhindern. Zehn Jahre kickte der gelernte Stürmer für den heutigen Zweitligisten und gewann 1971 mit Dynamo das erste Double in der DDR-Fußballgeschichte. Als Spieler absolvierte er 272 Pflichtspiele für Dynamo und erzielte dabei 39 Tore. Die Kapitänsbinde lehnte der Mann, der auf dem Platz die Konstanz in Person war, aber immer ab.

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«Als Mannschaftsführer sollte man auch politisch auf seine Mannschaftskameraden Einfluss nehmen – und das war mir zuwider, weil ich davon einfach nicht überzeugt war. Man muss sich nur vor Augen führen: In der DDR war die politisch-ideologische Überzeugung bei den vier Leistungsfaktoren wichtiger als die Taktik, die Technik und die Kondition. Das ist doch völliger Blödsinn gewesen», sagte er einst.

Jens Maßlich und Gerald Fritsche

Region/Dresden SG Dynamo Dresden Kreis Dresden

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