07. August 2018 / 15:35 Uhr

Deshalb gerät RB Leipzig zur Saison-Vorbereitung in Bedrängnis

Deshalb gerät RB Leipzig zur Saison-Vorbereitung in Bedrängnis

Anne Grimm
RB-Coach Ralf Rangnick ist mit dem derzeitigen Stand der Saisonvorbereitung nicht zufrieden. 
RB-Coach Ralf Rangnick ist mit dem derzeitigen Stand der Saisonvorbereitung nicht zufrieden.  © dpa
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Dass die Vorbereitung auf die dritte Bundesligasaison wegen der Europa-League-Qualifikation keine normale wird, war seit dem Pokalsieg von Eintracht Frankfurt im Mai klar. Doch RB Leipzig hat sich mit seiner Planung selbst in Bedrängnis gebracht.

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Leipzig. Der Warnschuss am Ende des Trainingslagers war deutlich: „Wir haben noch einiges an Arbeit vor uns. Vor allem im körperlichen Bereich“, kritisierte Coach Ralf Rangnick und fügte hinzu: „Um auf drei Hochzeiten zu tanzen, brauchst du mindestens 18 vorbereitete und fitte Feldspieler. Die haben wir momentan nicht.“

Aber wie ist der Bundesligist in diese knifflige Lage gekommen? Der Sommerfahrplan wirft Fragen auf. Als RB Leipzig am 9. Juli in die Vorbereitung startete, hatten alle anderen Bundesligisten ihr Training bereits begonnen. Seit Mitte Mai war allerdings klar, dass die Rasenballer wegen der Europa-League-Qualifikation als erstes Team der Liga ein Pflichtspiel bestreiten müssen. Der neue/alte Coach Rangnick sagte bei seiner Antrittspressekonferenz, der zweieinhalb Wochen später das Hinspiel gegen Häcken folgte: „Ich sehe die ersten vier Partien als nicht so schwierig an. Das sind zusätzliche internationale Testspiele.“

Doch wieso wurde der Test gegen Huddersfield vergangenen Freitag knapp 24 Stunden nach dem Rückspiel in Schweden vereinbart? Geplant war das Spiel „unter den Voraussetzungen, dass wir mit zwei kompletten Profikadern das Trainingslager bestreiten“, erklärte Rangnick. Das wäre möglich gewesen, wenn alle Neuzugänge bereits da, keine Verletzten dabei und die Nationalspieler richtig einsatzbereit wären. Eine gewagte Kalkulation.

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Einen Strich durch die Rechnung machten dem 60-Jährigen auch die drei unfitten Franzosen Dayot Upamecano, Nordi Mukiele sowie Jean-Kevin Augustin. Wie kann es sein, das Stürmer Augustin, der bereits im Winter seinen individuellen Trainingsplan schleifen ließ, sich erneut nicht an die Vorgaben hielt? Es ist kein Zufall, das Neuzugang Mukiele, der Teile seines Urlaubs mit dem französischen U21-Nationalmannschaftskollegen verbrachte, nun verletzt mindestens zehn Tage ausfällt, weil er im Sommer ebenfalls keine Lust auf individuelle Einheiten hatte. „JK“, wie er genannt wird, flog übrigens am Sonntag nach London, statt sich nach dem Trainingslager in Österreich auszuruhen, war auf seinem Instagram-Profil zu sehen.

Unter den derzeitigen Voraussetzungen kommt RB Leipzig die geplatzte Generalprobe gegen den AC Mailand am Freitag, einen Tag nach dem Duell mit Craiova, recht. Nur 13 Feldspieler der Profis trainierten zum Auftakt dieser Woche am Cottaweg. Die Frage, die bleibt: Schafft es der erfahrene Coach, in den nächsten zwei Wochen genügend Spieler fit zu bekommen sowie weitere Neuzugänge zu verpflichten, um unbesorgt in die ersten englischen Wochen der Saison zu starten?

Die Auslosung der Europa-League-Qualifikation hat die Lage nicht verbessert: Beim Erreichen der Play-offs würde RB Leipzig vier Auswärtsspiele in Serie und enorme Reisestrapazen bewältigen müssen. Beginnend mit dem Rückspiel der dritten Runde am 23. August im rumänischen Craiova, über die 1. Runde im DFB-Pokal bei Viktoria Köln, dem Hinspiel der Play-offs in Saporischschja/Braga bis zum ersten Bundesligaspiel in Dortmund. Der August wird bereits zeigen, auf wie vielen Hochzeiten das Rangnick-Team in dieser Saison zu tanzen vermag.

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