30. Januar 2019 / 07:44 Uhr

Deutsche Wasserballer verpassen Sensation nur knapp

Deutsche Wasserballer verpassen Sensation nur knapp

Jochen Leimert
Wasserball Länderspiel Deutschland-Ungarn am 29.01.19 in Dresden.
Deutschlands Torhüter hatte gegen Ungarn jedes Menge zu tun. © Steffen Manig
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Im Duell David gegen Goliath müssen sich die Deutschen in Dresden dem haushohen Favoriten aus Ungarn erst im Fünf-Meter-Werfen geschlagen geben und wahren in der Europa-Gruppe A der Weltliga ihre Chancen aufs Weiterkommen.

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Dresden. In einem dramatischen Spiel hat die deutsche Wasserball-Nationalmannschaft am Dienstagabend in Dresden ihre Chancen auf das Erreichen des Europa-Finales der Weltliga gewahrt. Vor 600 begeisterten Zuschauern in der seit Wochen ausverkauften Schwimmhalle an der Freiberger Straße brachten die Männer von Bundestrainer Hagen Stamm die favorisierten Ungarn an den Rand einer Niederlage und zwangen sie nach 4 x 8 Minuten beim Stand von 12:12 ins Fünf-Meter-Werfen. Das verloren die Deutschen zwar am Ende mit 4:5, doch der eine gewonnene Punkt verbesserte die Ausgangslage des DSV-Teams vor den letzten beiden Spielen in der Gruppe A gegen Malta und Russland deutlich. Gegen beide Mannschaften reicht nun jeweils ein einfacher Sieg, um in der Gruppe hinter den führenden Ungarn noch auf Platz zwei vorzurutschen. In Malta sind die Deutschen klarer Favorit, im März in Hamm ist ein Sieg gegen die Russen auch durchaus machbar.

DURCHKLICKEN: Bilder vom Länderspiel in Dresden

In der ausverkauften am Freiberger Platz standen sich am 29. Januar die Wasserballer aus Deutschland und Ungarn gegenüber. Am Ende unterlagen die Gastgeber knapp. Zur Galerie
In der ausverkauften am Freiberger Platz standen sich am 29. Januar die Wasserballer aus Deutschland und Ungarn gegenüber. Am Ende unterlagen die Gastgeber knapp. © Steffen Manig
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In Dresden entwickelte sich von Anfang an ein enges Spiel, das die Gäste aus Ungarn zwar lange bestimmten, aber am Ende fast noch aus der Hand gegeben hätten. Die Spieler von Auswahlcoach Tamás Märcz führten immer wieder, Deutschland glich aber stets aus. Im dritten Viertel konnten sich die Magyaren beim 9:6 erstmals mit drei Toren absetzen, doch Marko Stamm, Denis Strelezkij und Fynn Schütze antworteten mit drei Treffern, während Torwart Moritz Schenkel u.a. Würfe von Márton Vámos und Balázs Hárai parierte. Der Spandauer Stamm brachte Deutschland dann per Fünfmeter sogar auf 10:9 in Front. Keine drei Minuten waren da noch zu spielen – und die Halle tobte. Die Deutschen aber gerieten wieder in Rückstand, weil Vámos zweimal traf, doch der Duisburger Dennis Eidner glich zum 11:11 aus. Als Schenkel gegen Bence Bátori parierte, gab es die Chance für das DSV-Team, erneut in Führung zu gehen, doch die Mannschaft verlor vor dem ungarischen Tor den Ball. „Was wollt Ihr denn noch?“, fluchte der Bundestrainer. Doch auch die Ungarn waren nun nervös und trafen nicht. Im Gegenteil: Sie fingen sich das 11:12 durch Strelezkij. Nun war die Sensation greifbar nahe, doch Hárai glich 18 Sekunden vor dem Abpfiff noch zum 12:12 aus. Als aber der erhoffte Punkt wenig später im Sack war, ballte Bundestrainer Stamm die Faust.

Lob vom Trainer

Alle warteten nun gebannt auf das Fünf-Meter-Werfen. Je vier Werfer trafen sicher, dann donnerte Ben Reibl von den Wasserfreunden Spandau 04 seinen Versuch an die Latte und sein Trainer kickte vor Wut eine leere Wasserflasche weg. Er wusste schon, was kommen würde, denn Tamás Sedlmayer versenkte den letzten Fünfmeter zum 17:16-Sieg für den Rekord-Olympiasieger. Trotzdem fing sich der DSV-Coach schnell und lobte seine Mannschaft für eine tolle Partie: „Wir haben heute das beste Weltliga-Spiel in diesem Jahr gemacht. Es war eine tolle Energieleistung, die die Jungs heute gebracht haben - ich kann allen nur ein Kompliment machen.“ Dass man den möglichen Sieg noch vergeben hatte, beschäftigte ihn dennoch: „Das ärgert mich schon, aber wir hatten heute ein paar Aussetzer in unserer Verteidigung, die nicht passieren dürfen. Wir dürfen aber auch die Klasse des Gegners nicht vergessen.“ Mit den Schiedsrichter-Entscheidungen war der Ex-Nationalspieler aus Berlin insgesamt zufrieden: „Über das Überzahl-Verhältnis dürfen wir uns nicht beschweren. Wir waren mehr in Überzahl, müssen sie aber besser ausspielen und ein, zwei Überzahl-Tore mehr machen. Dann kann man das Spiel auch gewinnen.“

"Es muss ein Spiel im Jahr in Dresden sein"

Die Chancen auf das Europa-Finale sieht er intakt: „Wir müssen jetzt in Malta gewinnen und spielen dann in Hamm gegen die Russen um den zweiten Platz. Auch sie müssen wir schlagen. Das wird schwer, das Hinspiel haben wir mit sechs Toren verloren. Aber wenn die Mannschaft so kämpft wie heute, dann ist es möglich.“ Ein großes Dankeschön richtete der Coach, der sich mit seiner Mannschaft für die WM in Südkorea qualifiziert hat, an die Dresdner Zuschauer. Er würde gern wieder hierher kommen, um auch ein drittes, viertes oder fünftes Länderspiel in der Halle auszutragen: „Das ist gebucht. Wir müssen mit den Organisatoren reden: Es muss ein Spiel im Jahr in Dresden sein – und gegen einen Topgegner. Wir haben den Zuschauern heute super Sportgeboten. Wer da war, der kommt auch wieder.“ Deutschlands Kapitän Julian Real, der zum besten Spieler der Partie gewählt wurde und schon im Dezember 2017 beim Spiel gegen Russland in Dresden dabeigewesen ist, sieht das genauso. Der Hannoveraner lobte den Anhang auf den Rängen: „Dresden hat uns wieder nach vorne gepeitscht, die Atmosphäre war super. Den Punkt, den wir wollten, haben wir geholt. Alles in allem war es ein sehr gelungener Tag.“

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