Mit einer Glanzleistung feierte die deutsche Elf einen dominanten Sieg über Norwegen. Mit einer Glanzleistung feierte die deutsche Elf einen dominanten Sieg über Norwegen. © imago
Mit einer Glanzleistung feierte die deutsche Elf einen dominanten Sieg über Norwegen.

Deutschland gewinnt gegen Norwegen - Gala der geschundenen Seelen

Im ersten Spiel nach der Prager Schande zeigt Fußball-Deutschland sein weltmeisterliches Gesicht. Timo Werner wird gefeiert und trifft beim 6:0 gegen Norwegen doppelt.

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Was für ein wunderbarer Fußballabend! In Spiel eins nach der „Schande von Prag“ zeigten alle Beteiligten zum Glück wieder ihr weltmeisterliches Gesicht. Bereits am Nachmittag distanzierten sich DFB-Präsident Reinhard Grindel und Liga-Boss Dr. Reinhard Rauball nochmals entschieden von den Chaoten, die in der tschechischen Hauptstadt rechtsradikale Parolen gegrölt und Stürmer Timo Werner verhöhnt hatten. Grindel kündigte knallharte Konsequenzen an: „Wir werden eine ganze Reihe von Strafverfahren sehen und eine gute Chance haben, dass diese Leute kein Fußballstadion mehr betreten werden. Ich habe die Info, dass den Behörden viele Namen bekannt sind.“

Rauball machte zudem Druck auf die Politik und forderte schnellstmöglich einen runden Tisch. „Diese Leute haben Schande über ganz Deutschland gebracht.“

Deutschland in der Einzelkritik: Die Noten von der Gala gegen Norwegen!

In Stuttgart zeigte sich das Publikum aber von seiner besten Seite. Schon vor dem Anpfiff wurde ein überdimensionales Plakat entrollt, auf dem zu lesen war: „Gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung – der Fan Club ist bunt und steht hinter der Mannschaft.“ Auch hinter Timo Werner. Dessen Rückkehr wurde mit besonderer Spannung erwartet. 14 Jahre hatte er für den VfB gespielt, bevor er im vergangenen Sommer zu RB Leipzig wechselte und in seiner ersten Saison gleich 21 Treffer erzielte. Viele Anhänger haben ihm diesen Schritt bis heute nicht verziehen. Genau wie die peinliche Schwalbe, die er im Spiel gegen Schalke hinlegte, für die er sich aber längst entschuldigt hat. Gestern wurde Werner so behandelt, wie es sich Bundestrainer Jogi Löw gewünscht hatte: wie ein „ganz normaler“ Nationalspieler, der stolz ist, den Adler auf der Brust zu tragen.

Werner stand in seiner Geburtsstadt erneut in der Startelf – anders als die Ex-Stuttgarter Mario Gomez und Sami Khedira, der im Vorfeld 1200 Karten aus eigener Tasche bezahlt und diese an krebskranke Kinder verteilt hatte.

Gegenüber dem glücklichen 2:1-Sieg in Tschechien am vergangenen Freitag gab es drei Änderungen: Antonio Rüdiger verteidigte für Matthias Ginter, Julian Draxler spielte statt Lars Stindl und Sebastian Rudy ersetzte Julian Brandt. Dazu kehrte Löw ins altbewährte 4-2-3-1-System zurück.

Deutschland von Beginn an am Drücker

Wie nicht anders zu erwarten, nahm die DFB-Elf das Heft von Anfang an in die Hand, presste enorm hoch und setzte immer wieder gefährliche Nadelstiche. Der 1:0-Führungstreffer von Mesut Özil in der 10. Spielminute war beinahe schon überfällig. Zwei Minuten später hätte es sogar bereits 3:0 stehen müssen, doch Toni Kroos und Thomas Müller verfehlten das Gehäuse von Hertha-Torwart Rune Jarstein denkbar knapp.

Dieser Abend im Stadtteil Bad Cannstatt lieferte trotzdem noch jede Menge Balsam auf zuletzt geschundene Seelen. Werner wurde mit Sprechchören besungen – diesmal aber ohne, dass seine Mutter darin vorkam. Kurz danach traf er zum 3:0. Draxler, der im neuen Pariser Starensemble gerade auf der Bank verhungert, markierte das zwischenzeitliche 2:0.

Bereits nach 20 Minuten schwappte die La-Ola-Welle durch die Arena, Löw klatschte sich am Spielfeldrand die Hände vor Begeisterung die Hände wund, als erneut Werner noch vor der Pause bereits auf 4:0 erhöhte – sein sechstes Tor im achten Länderspiel!

Sprechchöre und viel Applaus: DFB-Fans feiern Timo Werner

Natürlich wurden auch noch Khedira und Gomez auf die schwarz-rot-goldene Feier geladen. Natürlich traf auch Gomez noch. Nach dem 5:0 durch Leon Goretzka besorgte er den 6:0-Endstand. Nur ein Müller-Tor fehlte noch zur perfekten Party.

Dass Deutschland trotz des achten Sieges in der achten Quali-Partie noch nicht endgültig für die WM qualifiziert ist, lag am zeitgleichen 2:0-Erfolg der Nordiren gegen Tschechien. Beim Gruppenzweiten reicht am 5. Oktober in Belfast nun aber sogar ein Punkt für das Ticket nach Russland.

Deutschland in der Einzelkritik: Die Noten gegen Norwegen!

Fussball WM-Qualifikation (Herren) Deutschland (Herren) Norwegen (Herren) Timo Werner (RB Leipzig) Deutschland-Norwegen (04/09/2017 20:45)

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